{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2003-11-04","aktenzeichen":"4 StR 266/03","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\n4 StR 266/03\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n4. November 2003\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\nwegen schweren Raubes u.a.\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag und mit Zustimmung\n\ndes Generalbundesanwalts und nach Anhörung des Beschwerdeführers am\n\n4. November 2003 gemäß §§ 430 Abs. 1, 442 Abs. 1, 349 Abs. 2 und 4 StPO\n\nbeschlossen:\n\n1. \n\nIm Fall II 2 i) der Urteilsgründe wird der Verfall des\n\nWertersatzes bis auf einen Betrag \n\nin Höhe von\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:9)(cid:5)(cid:6)(cid:5)(cid:6)(cid:5)\n\n25.564,60 \n\nnommen.\n\n DM) von der Verfolgung ausge-\n\n2. Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des\n\nLandgerichts Essen vom 14. Januar 2003, soweit es ihn\n\nbetrifft, im Ausspruch über den Verfall des Wertersatzes\n\na) \n\nim Fall II 2 e) aufgehoben,\n\nb) \n\nin der Urteilsformel dahin geändert, daß\n\nder Verfall des Wertersatzes \n\nin Höhe von\n\n25.564,60 Euro (= 50.000 DM) angeordnet wird.\n\n3. Die weiter gehende Revision wird verworfen.\n\n4. Der Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechts-\n\nmittels zu tragen.\n\nGründe:\n\nDas Landgericht hat den Angeklagten wegen schweren Raubes und an-\n\nderer Straftaten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt. Ferner\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)\n\nhat es den Verfall von Wertersatz in Höhe von insgesamt 97.145,46 \n\n190.000 DM) angeordnet sowie sichergestellte Waffen und Ausrüstungsgegen-\n\nstände eingezogen. Mit seiner Revision rügt der Angeklagte die Verletzung\n\nformellen und materiellen Rechts.\n\n1. Der näheren Erörterung bedarf nur die Anordnung des Verfalls des\n\nWertersatzes. Die Strafkammer hat im Fall II 2 e) einen Betrag in Höhe von\n\n40.000 DM, im Fall II 2 i) einen solchen in Höhe von 150.000 DM gemäß §§ 73,\n\n73 a StGB für verfallen erklärt.\n\nIm Fall II 2 i) nimmt der Senat mit Zustimmung des Generalbundesan-\n\nwalts gemäß § 430 Abs. 1 i.V.m. § 442 Abs. 1 StPO die Anordnung des Verfalls\n\nvon Wertersatz von der Verfolgung insoweit aus, als sie den Betrag in Höhe\n\nvon 50.000 DM übersteigt. Aus den in der Antragsschrift des Generalbundes-\n\nanwalts dargelegten Gründen ist die Anordnung des Wertersatzverfalls nur in\n\ndieser Höhe rechtsfehlerfrei festgestellt.\n\nDie Revision des Angeklagten hat insoweit Erfolg, als die Strafkammer\n\nim Fall II 2 e) des Urteils den Verfall des Wertersatzes in Höhe von 40.000 DM\n\nangeordnet hat. Dem Angeklagten flossen zwar aus dem betrügerischen Ge-\n\nschäft mit dem Geschädigten C. 40.000 DM zu. Gemäß §§ 73 Abs. 1 Satz 2,\n\n73 a StGB darf der Verfall von Wertersatz hier jedoch nicht angeordnet wer-\n\nden, weil dem Geschädigten aus der Tat Schadensersatzansprüche erwachsen\n\nsind (vgl. BGHR StGB § 253 Abs. 1 Bereicherungsabsicht 10), deren Erfüllung\n\ndem Angeklagten den Wert des Erlangten entziehen würde. Dabei ist unerheb-\n\nlich, ob der Geschädigte die Ansprüche geltend machen würde. Entscheidend\n\nist allein deren rechtliche Existenz (BGHR StGB § 73 Anspruch 2 m.w.N.).\n\nInfolge der Beschränkung im Fall II 2 i) und der Aufhebung der Verfall-\n\nanordnung im Fall II 2 e) hat die Anordnung des Verfalls des Wertersatzes nur\n\nin Höhe von insgesamt 25.564,60 Euro (= 50.000 DM) Bestand. Der Senat hat\n\ndie Urteilsformel entsprechend geändert.\n\n2. Im übrigen ist die Revision des Angeklagten aus den zutreffenden\n\nGründen der Antragsschrift des Generalbundesanwalts unbegründet (§ 349\n\nAbs. 2 StPO).\n\n3. Da der Angeklagte mit seiner Revision nur einen geringen Teilerfolg\n\nerzielt hat, besteht aus Gründen der Billigkeit kein Anlaß, die Rechtsmittelge-\n\nbühr zu ermäßigen und seine notwendigen Auslagen teilweise der Staatskasse\n\naufzuerlegen (§ 473 Abs. 4 StPO).\n\n(cid:10)(cid:12)(cid:11)(cid:14)(cid:13)(cid:6)(cid:13)(cid:15)(cid:11)(cid:14)(cid:16)(cid:18)(cid:17)(cid:20)(cid:19)(cid:21)(cid:11)(cid:14)(cid:22)\n\n(cid:23)(cid:12)(cid:24)(cid:26)(cid:25)(cid:28)(cid:27)(cid:29)(cid:11)(cid:8)(cid:19)(cid:30)(cid:22)\n\n(cid:31)(cid:12) (cid:8)!(cid:9)(cid:19)\"(cid:22)(cid:26)#$(cid:31)&%’ )(+*,(cid:22)(cid:15) (cid:26)-(cid:6)(cid:19)(cid:21).\n\n Ernemann Sost-Scheible","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-11-04/4-str-266-03-2","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 473","ref_norm":"473","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 430","ref_norm":"430","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2003-11-04/4-str-266-03-2","retrieved":"2026-07-10 15:00:35.748645+00:00"},"card":{"id":"bgh/2003-11-04/4-str-266-03-2","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"4. 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