{"status":"available","doknr":"BGH-Strafsenate/4_StS/1999/4_StR_569-99","ecli":null,"court":"BGH","senate":"4. Strafsenat","decided":"2000-01-25","aktenzeichen":"4 StR 569/99","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF\n\nBESCHLUSS\n\nvom\n\n25. Januar 2000\n\nin der Strafsache\n\ngegen\n\n4 StR 569/99\n\n1.\n\n2.\n\nwegen Betruges u.a.\n\nDer 4. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat auf Antrag des Generalbun-\n\ndesanwalts und nach Anhörung der Beschwerdeführer am 25. Januar 2000\n\ngemäß §§ 406 a Abs. 2 Satz 1, 349 Abs. 1 StPO beschlossen:\n\n1. Die Revisionen der Angeklagten gegen das Urteil des Land-\n\ngerichts Kaiserslautern vom 30. April 1999 werden als un-\n\nzulässig verworfen.\n\n2. Jeder Beschwerdeführer hat die Kosten seines Rechtsmittels\n\nzu tragen.\n\nGründe:\n\nDas Landgericht hat die Angeklagten wegen Betruges u.a. zu Frei-\n\nheitsstrafen verurteilt. Es hat ferner im Adhäsionsverfahren die Angeklagten\n\nzur Zahlung von Geldbeträgen an geschädigte Anleger verpflichtet, und zwar\n\nden Angeklagten Sch. zur Zahlung von insgesamt 229.190 DM, und\n\nden Angeklagten B. zur Zahlung von 80.960 DM. Der Angeklagte Sch. \n\n hat ”gegen das Adhäsionsverfahren” Revision eingelegt. Für den An-\n\ngeklagten B. hat sein Verteidiger Revision ”gegen die Entscheidung des Ge-\n\nrichts im Adhäsionsverfahren” eingelegt. Weitere Erklärungen sind nicht er-\n\nfolgt.\n\nDie Rechtsmittel sind unzulässig, weil sie nicht innerhalb der von § 345\n\nAbs. 1 StPO bezeichneten Frist begründet worden sind. Der Generalbun-\n\ndesanwalt hat hierzu in seiner Antragsschrift ausgeführt:\n\n”Nach § 406 a Abs. 2 Satz 1 StPO kann der Angeklagte mit dem\nRechtsmittel der Revision allein gegen die Entscheidung im An-\nhangsverfahren vorgehen; auch insoweit gelten die Formvor-\nschriften über die Einlegung der Revision (vgl. Karlsruher Kom-\nmentar StPO 4. Aufl. § 406 a Rdnr. 2). Diesen Anforderungen\ngenügen die eingelegten Revisionen nicht, da sie nicht innerhalb\nder mit Zustellung der Urteile am 27. Juli 1999 (Sch. )\nbzw. 24. Juli 1999 (B. ) beginnenden Monatsfrist von den Ange-\nklagten selbst zu Protokoll der Geschäftsstelle oder durch eine\nvon ihren Verteidigern oder anderen Rechtsanwälten unter-\nzeichnete Schrift begründet wurden. Zwar ist das Fehlen aus-\ndrücklicher Revisionsanträge (§ 344 Abs. 1 StPO) vorliegend\nunschädlich, da sich dem Inhalt der Revisionsschriften eindeutig\nentnehmen lässt (vgl. BGHR StPO § 344 Abs. 1 Antrag 4; Se-\nnatsbeschluss vom 7. Januar 1999 - 4 StR 652/98 -; Lö-\nwe/Rosenberg StPO 24. Aufl. § 344 Rdnr. 3 m.w.N.; Klein-\nknecht/Meyer-Goßner StPO 44. Aufl. § 344 Rdnr. 2 m.w.N.),\ndass sie das Ziel verfolgen, dass die stattgebende Adhäsion-\nsentscheidung aufgehoben und von einer Entscheidung über die\ngeltend gemachten Ansprüche abgesehen wird. Die Revisions-\nschriften lassen jedoch entgegen § 344 Abs. 2 Satz 1 StPO nicht\nerkennen, ob das Urteil wegen einer Verletzung einer Rechts-\nnorm über das Verfahren oder wegen der Verletzung sachlichen\nRechts angefochten ist. Die bloße Erklärung, dass ”gegen das\nAdhäsionsverfahren Revision” bzw. ”gegen die Entscheidung im\nAdhäsionsverfahren Revision” eingelegt wird, genügt diesen\nAnforderungen nicht. Zwar muss im Gegensatz zu der Verfah-\nrensrüge die Sachrüge nicht weiter begründet werden. Sie muss\naber zweifelsfrei erhoben werden; die Revisionseinlegung allein,\nebenso die Beschränkung auf bestimmte Beschwerdepunkte\n- hier auf das Adhäsionsverfahren - (vgl. BGH NStZ 81, 298;\nKleinknecht/Meyer-Goßner a.a.O. Rdnr. 11) kann nicht als Er-\nhebung der Sachrüge angesehen werden (vgl. Senatsbeschlüs-\nse vom 12. Juli 1979 - 4 StR 373/79 - bzw. 29. Oktober 1980\n- 4 StR 560/80 -; BGH NJW 1991, 710; BGH NStZ 1991, 597;\n\nBGH NStZ-RR 1998, 18; Löwe/Rosenberg a.a.O. Rdnr. 68\nm.w.N.; Kleinknecht/Meyer-Goßner a.a.O.).”\n\nDem schließt sich der Senat an.\n\nMaatz Kuckein Athing\n\n(cid:0)(cid:2)(cid:1)(cid:4)(cid:3)(cid:6)(cid:5)(cid:8)(cid:7)(cid:10)(cid:9)(cid:11)(cid:0)(cid:13)(cid:12)(cid:14)(cid:1)(cid:16)(cid:15)(cid:18)(cid:17)(cid:19)(cid:7)(cid:10)(cid:1)(cid:21)(cid:20)(cid:22)(cid:5)\n\n Ernemann\n\n \n(cid:23)","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/1999/4_StR_569-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2000-01-25/4-str-569-99","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 406a","ref_norm":"406a","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 345","ref_norm":"345","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/1999/4_StR_569-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/1999/4_StR_569-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2000-01-25/4-str-569-99","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/4_StS/1999/4_StR_569-99.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 10:54:57.293721+00:00"}}