{"status":"available","doknr":"BGH-Strafsenate/2_StS/2008/2_StR_326-08","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2008-09-17","aktenzeichen":"2 StR 326/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n2 StR 326/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n17. September 2008 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen Diebstahls \n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-\n\ndesanwalts und des Beschwerdeführers am 17. September 2008 gemäß § 349 \n\nAbs. 2 StPO beschlossen: \n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts \n\nFrankfurt am Main vom 15. April 2008 wird als unbegründet ver-\n\nworfen, da die Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisions-\n\nrechtfertigung keinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten \n\nergeben hat. \n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tra-\n\ngen. \n\nErgänzend zur Antragsschrift des Generalbundesanwalts bemerkt der \n\nSenat: \n\nDie Rüge der rechtsstaatswidrigen Verfahrensverzögerung (Art. 6 Abs. 1 \n\nSatz 1 MRK) ist nicht ordnungsgemäß erhoben (§ 344 Abs. 2 Satz 2 StPO). Der \n\nBeschwerdeführer teilt verschiedene Verfahrenstatsachen nicht mit, die jeden-\n\nfalls für die Frage, in welchem Umfang eine der Justiz anzulastende Verfah-\n\nrensverzögerung vorliegt, bedeutsam sind. Dies gilt für das Schreiben des Vor-\n\nsitzenden an die Staatsanwaltschaft vom 22. Januar 2007 (Bd. VII Bl. 2428 d. \n\nA.), aus dem sich ergibt, dass Bedenken hinsichtlich des Nachweises der Betei-\n\nligung der Mitangeklagten K. und F. an der auch dem Angeklagten zur \n\nLast gelegten Tat 3 der Anklageschrift bestanden und das Anlass war für die \n\nweitere von der Revision mitgeteilten Korrespondenz zwischen dem Gericht \n\nund der Staatsanwaltschaft. Darüber hinaus verschweigt die Revision, dass die \n\nAnklage dem Angeklagten zunächst nicht zugestellt werden konnte, sondern \n\nerst nach weiteren Anfragen zu seiner Anschrift am 5. März 2007, nachdem das \n\nVerfahren gegen den Mitangeklagten K. bereits am 20. Februar 2007 eröff-\n\nnet worden war. Der Senat kann die Revision durch Beschluss gemäß § 349 \n\nAbs. 2 StPO verwerfen, da der Generalbundesanwalt die Verwerfung des \n\nRechtsmittels als unbegründet beantragt hat. Dass der Generalbundesanwalt \n\neine Verfahrensverzögerung bejaht, aber zur Kompensation die Feststellung \n\ndes Konventionsverstoßes durch den Senat für ausreichend erachtet hat, hin-\n\ndert die Beschlussverwerfung nicht, weil Schuld- und Strafausspruch hierdurch \n\nnicht berührt wären (vgl. auch BGHR StPO § 349 Abs. 2 Verwerfung 4; BGH, \n\nBeschluss vom 23. Juli 2008 - 5 StR 283/08). \n\nRissing-van Saan Solin-Stojanović Rothfuß \n Roggenbuck Cierniak","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_StR_326-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-09-17/2-str-326-08","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":1},{"jurabk":"EMRK","ref":"Art 6","ref_norm":"6","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_StR_326-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_StR_326-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-09-17/2-str-326-08","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_StR_326-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 18:45:17.018295+00:00"}}