{"status":"available","doknr":"BGH-Strafsenate/2_StS/2008/2_ARs_168-08","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2008-05-14","aktenzeichen":"2 ARs 168/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n2 ARs 168/08 \n2 AR 99/08 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n14. Mai 2008 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nAz.: 645 Js 95/08 Amtsgericht Köln \n\nAz.: 108 Js 13/07 Staatsanwaltschaft Köln \n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat nach Anhörung des Generalbun-\n\ndesanwalts am 14. Mai 2008 beschlossen: \n\nDer Antrag des Jugendrichters - Jugendschöffengericht - in Köln, \n\ndas zuständige Gericht zu bestimmen, wird abgelehnt. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDie Staatsanwaltschaft in Köln hat gegen den in Essen wohnhaften K.B. \n\nAnklage zum Amtsgericht - Jugendschöffengericht - in Köln erhoben, da in des-\n\nsen Bezirk die Tatorte waren (§ 7 StPO) und dort die umfangreichen Ermittlun-\n\ngen durchgeführt wurden (Bl. 176 d.A.). Der Jugendrichter des Amtsgerichts \n\nKöln hält das Amtsgericht Essen - Jugendschöffengericht - für zuständig und \n\nhat um Bestimmung des zuständigen Gerichts durch den Bundesgerichtshof \n\nnachgesucht. \n\n2 \n\nDer Antrag war abzulehnen. Eine Bestimmung des zuständigen Gerichts \n\nnach § 14 StPO setzt einen Kompetenzkonflikt voraus, der hier nicht vorliegt. \n\nDer Jugendrichter in Köln bezweifelt nicht, dass der Gerichtsstand des Tatortes \n\nin seinem Bezirk begründet ist. Er ist lediglich der Auffassung, dass der Ge-\n\nrichtsstand gemäß § 42 JGG eine vorrangige Sonderregel darstelle und des-\n\nhalb das Verfahren vom Amtsgericht - Jugendschöffengericht - Essen durchzu-\n\nführen sei. Dies trifft jedoch nicht zu. Die Vorschrift des § 42 Abs. 2 JGG enthält \n\nlediglich eine Richtlinie für das Auswahlermessen der Staatsanwaltschaft; sie \n\nbegründet keinen Zuständigkeitsvorrang eines bestimmten Gerichtes (BGHSt \n\n13, 209, 210). Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, vor welchen von meh-\n\nreren Gerichten sie Anklage erheben will, ist grundsätzlich nicht nachprüfbar \n\n(vgl. Senatsbeschluss vom 16. November 1976 - 2 ARs 360/76; Schoreit in \n\nD/S/S 5. Aufl. JGG § 42 Rdn. 14 m.w.N.). \n\n3 \n\nSoweit der Jugendrichter in Köln eine Übertragung der Untersuchung \n\nund Entscheidung gemäß § 12 Abs. 2 StPO auf das Amtsgericht Essen be-\n\ngehrt, scheidet eine solche schon deshalb aus, weil es hier daran fehlt, dass \n\ndas zuständige Gericht das Hauptverfahren bereits eröffnet hat (vgl. Senatsbe-\n\nschluss aaO m.w.N.). \n\n4 \n\nIm Übrigen drängen im vorliegenden Fall die Umstände nicht dazu, die \n\nUntersuchung und Entscheidung nach § 12 Abs. 2 StPO auf das Amtsgericht \n\nEssen zu übertragen. \n\nRissing-van Saan Rothfuß Fischer \n\n Appl Cierniak","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_ARs_168-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-05-14/2-ars-168-08","cited_norms":[{"jurabk":"JGG","ref":"§ 42","ref_norm":"42","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 12","ref_norm":"12","n":2},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 7","ref_norm":"7","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_ARs_168-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_ARs_168-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2008-05-14/2-ars-168-08","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2008/2_ARs_168-08.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 19:37:03.621814+00:00"}}