{"status":"available","doknr":"BGH-Strafsenate/2_StS/2004/2_StR_544-04A","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2005-08-10","aktenzeichen":"2 StR 544/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n2 StR 544/04 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n10. August 2005 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen Geiselnahme u. a. \n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 10. August 2005 gemäß § \n\n356 a StPO beschlossen: \n\nDie Anhörungsrüge des Angeklagten gegen den Senatsbeschluß \n\nvom 9. März 2005 wird zurückgewiesen. \n\nGründe: \n\nDer Senat hat mit Beschluß vom 9. März 2005 auf die Revision des An-\n\ngeklagten das Urteil des Landgerichts Bonn vom 3. Juni 2004 im Schuldspruch \n\ngeändert und die weitergehende Revision verworfen. Dagegen wendet sich der \n\nAngeklagte mit seinem Schreiben vom 1. August 2005, eingegangen am 8. Au-\n\ngust 2005. \n\n1. Die Anhörungsrüge gemäß § 356 a StPO ist unzulässig, weil sie nicht \n\ninnerhalb einer Woche nach Kenntniserlangung von der behaupteten Verlet-\n\nzung des rechtlichen Gehörs erhoben worden ist. Der Angeklagte hat den Se-\n\nnatsbeschluß vom 9. März 2005 bereits am 26. April 2005 erhalten, die Anhö-\n\nrungsrüge jedoch erst am 8. August 2005 erhoben. \n\nDer Angeklagte teilt hierzu mit, daß ihn sein Rechtsanwalt im Anschrei-\n\nben zu diesem Beschluß belehrt habe, daß es dagegen kein Rechtsmittel ge-\n\nbe; erst durch ein Schreiben des Bundesverfassungsgerichts habe er von der \n\nMöglichkeit erfahren, binnen einer Woche nach Kenntniserlangung von der \n\nVerletzung des rechtlichen Gehörs einen Antrag gemäß § 356 a StPO beim \n\nRevisionsgericht zu stellen. Dieser Vortrag des Angeklagten vermag eine Wie-\n\ndereinsetzung in den vorigen Stand wegen unverschuldeter Versäumung der \n\nFrist zur Anbringung der Anhörungsrüge schon deshalb nicht zu rechtfertigen, \n\nweil er nicht mitgeteilt hat, wann er das Schreiben des Bundesverfassungsge-\n\nrichts, welches vom 19. Juli 2005 datiert, erhalten hat. Der Senat kann deshalb \n\nnicht nachprüfen, ob der Angeklagte den Wiedereinsetzungsantrag binnen ei-\n\nner Woche nach Wegfall des Hindernisses gestellt hat, wie es § 45 Abs. 1 \n\nStPO erfordert. \n\n2. Das Rügevorbringen des Angeklagten rechtfertigt im übrigen auch in \n\nder Sache keine ihm günstigere Beurteilung der Begründetheit seiner Revision. \n\na) Eine Rüge der Verletzung des Artikels 6 Abs. 1 und 3 EMRK, Artikel \n\n103 Abs. 1 GG durch Ablehnung eines Antrags auf Aussetzung des Verfahrens \n\nhat der Beschwerdeführer im Revisionsverfahren nicht erhoben. Eine nicht o-\n\nder nicht formgerecht im Revisionsverfahren erhobene Verfahrensrüge prüft \n\ndas Revisionsgericht aber auch im Verfahren nach § 356 a StPO nicht nach. \n\nDurch den außerordentlichen Rechtsbehelf des § 356 a StPO werden die Frist- \n\nund Formerfordernisse der §§ 344 Abs. 2, 345 StPO nicht berührt. Verfahrens-\n\nrügen können nicht auf diesem Weg unter Umgehung der Formvorschriften des \n\n§ 345 Abs. 2 StPO durch einfaches Schreiben des Angeklagten nachgescho-\n\nben werden (vgl. Gesetzentwurf der Bundesregierung, Entwurf eines Gesetzes \n\nüber die Rechtsbehelfe bei Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör \n\n[Anhörungsrügengesetz] vom 20. Oktober 2004, BT-Drucks. 15/3966 S. 47). \n\nb) Die Rüge der Verletzung des Beweisantragsrechts hat der Senat bei \n\nseiner Entscheidung vom 9. März 2005 geprüft und als unbegründet zurückge-\n\nwiesen. Die Begründung hierfür ergibt sich aus der Antragsschrift des General-\n\nbundesanwalts vom 28. Dezember 2004. Bei seiner Entscheidung hat der Se-\n\nnat weder Tatsachen noch Beweisergebnisse verwertet, zu denen der Be-\n\nschwerdeführer nicht gehört worden wäre, noch hat er zu berücksichtigendes \n\nVorbringen übergangen. \n\nRissing-van Saan Bode Otten \n\n Fischer Roggenbuck","source":"bgh","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2004/2_StR_544-04A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-08-10/2-str-544-04","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":5},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 345","ref_norm":"345","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 344","ref_norm":"344","n":1}],"authoritative_source":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2004/2_StR_544-04A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","attribution":{"source":"bundesgerichtshof.de","source_url":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2004/2_StR_544-04A.pdf?__blob=publicationFile&v=1"},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2005-08-10/2-str-544-04","upstream":"https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Strafsenate/2_StS/2004/2_StR_544-04A.pdf?__blob=publicationFile&v=1","retrieved":"2026-07-10 16:57:51.640398+00:00"},"card":{"id":"bgh/2005-08-10/2-str-544-04","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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