{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"2. Strafsenat","decided":"2006-03-08","aktenzeichen":"2 StR 387/91","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n2 StR 387/91 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n8. März 2006 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in \n nicht geringer Menge \n\nDer 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 8. März 2006 gemäß § 356 a \n\nStPO beschlossen: \n\nDie Gegenvorstellung und die Anhörungsrüge der Verurteilten ge-\n\ngen den Senatsbeschluss vom 20. September 1991 werden auf \n\nihre Kosten zurückgewiesen. \n\nGründe: \n\n1 \n\nDer Senat hat auf Antrag des Generalbundesanwalts mit Beschluss vom \n\n20. September 1991 die Revision der Angeklagten gegen das Urteil des Land-\n\ngerichts Wiesbaden vom 30. Januar 1991 verworfen. Die dagegen eingelegte \n\nVerfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht nicht zur Entschei-\n\ndung angenommen und der Beschwerdeführerin eine Gebühr von 50 DM aufer-\n\nlegt. \n\n2 \n\nGegen den Beschluss des Bundesgerichtshofs wendet sich die Verurteil-\n\nte nunmehr mit ihrer Gegenvorstellung vom 24. Februar 2006, mit der sie \n\ngleichzeitig die Verletzung rechtlichen Gehörs rügt. Zur Begründung trägt sie \n\nvor, auf Grund jahrelanger Zermürbungstaktik durch die deutsche Justiz seiner-\n\nzeit nicht in der Lage gewesen zu sein, das Revisionsverfahren erfolgreich zu \n\ngestalten. Das gesamte Strafverfahren gegen sie sei einseitig, willkürlich und \n\nrassistisch geführt worden. Der Rechtsbehelf hat keinen Erfolg. \n\n3 \n\nDie Gegenvorstellung bleibt erfolglos. Gegen den angegriffenen Be-\n\nschluss nach § 349 Abs. 2 StPO, der einer ausführlichen Begründung nicht be-\n\ndurfte (vgl. BVerfG, Beschl. vom 10. Mai 2001 - 2 BvR 1225/01 - NStZ 2002, \n\n487, 488; BGHR StPO § 349 Abs. 2 Verwerfung 7) ist ein Rechtsbehelf grund-\n\nsätzlich nicht zulässig (§ 304 Abs. 4 Satz 1 StPO). Allerdings kann das Revisi-\n\nonsgericht nach dem am 1. Januar 2005 in Kraft getretenen Anhörungsrügen-\n\ngesetz (BGBl. 2004, 3220) bei Verletzung des Anspruchs eines Beteiligten auf \n\nrechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise das Verfahren auf Antrag \n\nin die Lage zurückversetzen, die vor dem Erlass der Entscheidung bestand \n\n(§ 356 a StPO). \n\n4 \n\nDas Vorbringen ist aber auch unzulässig, soweit es als ein Antrag nach \n\n§ 356 a StPO auszulegen ist. Der Antrag ist nicht innerhalb der Wochenfrist des \n\n§ 356 a Satz 2 StPO und damit nicht fristgerecht beim Revisionsgericht ange-\n\nbracht worden (vgl. Meyer-Goßner StPO 48. Aufl. § 356 a Rdn. 6). Im Übrigen \n\nwäre der Antrag auch unbegründet. Eine entscheidungserhebliche Verletzung \n\nrechtlichen Gehörs liegt nicht vor. Der Senat hat bei seiner Entscheidung weder \n\nTatsachen oder sonstige Umstände verwertet, zu denen die Verurteilte nicht \n\ngehört worden wäre, noch zu berücksichtigendes Vorbringen übergangen. \n\n5 \n\nDie Kostenentscheidung folgt aus einer entsprechenden Anwendung des \n\n§ 465 Abs. 1 StPO. Die Entscheidung, durch die ein Rechtsbehelf nach § 356 a \n\nStPO zurückgewiesen wird, löst im Strafverfahren den Gebührentatbestand \n\nNr. 3900 des Kostenverzeichnisses (Anlage 1 zu § 3 Abs. 2 GKG) und damit \n\neine Gebühr in Höhe von 50 € aus. Um eine entsprechende Kostenfestsetzung \n\nzu ermöglichen, ist in Beschlüssen, mit denen eine Anhörungsrüge zurückge-\n\nwiesen wird, deshalb gemäß § 464 Abs. 1 StPO eine entsprechende Kosten-\n\ngrundentscheidung veranlasst (vgl. OLG Köln, NStZ 2006, 181, 182). \n\nRissing-van Saan Rothfuß Fischer \n\n Roggenbuck Appl","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-03-08/2-str-387-91","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 356a","ref_norm":"356a","n":5},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 464","ref_norm":"464","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 465","ref_norm":"465","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 304","ref_norm":"304","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2006-03-08/2-str-387-91","retrieved":"2026-07-10 20:22:28.270281+00:00"},"card":{"id":"bgh/2006-03-08/2-str-387-91","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"2. 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