{"status":"available","ecli":null,"court":"BGH","senate":"1. Strafsenat","decided":"2007-08-28","aktenzeichen":"1 StR 331/07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESGERICHTSHOF \n\n1 StR 331/07 \n\nBESCHLUSS \n\nvom \n\n28. August 2007 \n\nin der Strafsache \n\ngegen \n\nwegen unerlaubten bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln \n\nin nicht geringer Menge u.a. \n\nDer 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat am 28. August 2007 beschlos-\n\nsen: \n\nDie Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts \n\nMünchen I vom 9. März 2007 wird als unbegründet verworfen, da \n\ndie Nachprüfung des Urteils auf Grund der Revisionsrechtfertigung \n\nkeinen Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben hat (§ \n\n349 Abs. 2 StPO). \n\nDer Beschwerdeführer hat die Kosten des Rechtsmittels zu tra-\n\ngen. \n\nErgänzend bemerkt der Senat: \n\nDie Befangenheitsrüge gegen die Übersetzerin D. nach § 74 \n\nStPO i.V.m. § 191 GVG ist zulässig, aber unbegründet. Hinsicht-\n\nlich der geltend gemachten Befangenheit wird auf die Ausführun-\n\ngen des Generalbundesanwalts in seiner Antragsschrift Bezug \n\ngenommen. Maßgeblich ist, dass die Interpretationen in den Pro-\n\ntokollen als solche gekennzeichnet sind. \n\nDer Senat hält an der Rechtsprechung fest, wonach das Revisi-\n\nonsgericht an die Tatsachen gebunden ist, die der Tatrichter sei-\n\nnem Ablehnungsbeschluss zugrunde gelegt hat (vgl. BGH NStZ \n\n1994, 388; 1999, 632, 633; NStZ-RR 2002, 66 [bei Becker]). \n\nSelbst wenn aber die Übersetzerin im Ermittlungsverfahren mit der \n\nPolizei zusammengearbeitet haben sollte, so begründet dies keine \n\nBesorgnis der Befangenheit. Wenn die Polizei die Hinzuziehung \n\neiner sachverständigen Übersetzerin zur notwendigen Ermitt-\n\nlungsarbeit für erforderlich hält, so ist es gerade der Sinn, dass \n\nbeide zusammen arbeiten. \n\nIm Übrigen kann ein Befangenheitsgesuch gegen die im Ermitt-\n\nlungsverfahren tätige Übersetzerin, das erst ca. sieben Monate \n\nnach Beginn der Hauptverhandlung gestellt wird, rechtsmiss-\n\nbräuchlich sein. \n\nDer Senat weist darauf hin, dass die Anhörung der Übersetzerin \n\nvor der Entscheidung über den Befangenheitsantrag zwar nicht \n\nvorgeschrieben ist (so auch schon RGSt 25, 361, 362), aber an-\n\ngebracht sein kann (vgl. Meyer-Goßner, StPO 50. Aufl. § 74 \n\nRdn. 17). Hier hätte sie auf einfache Weise Klärung darüber brin-\n\ngen können, von wem die Anmerkungen stammen. \n\nNack Wahl Kolz \n\n Elf Graf","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-08-28/1-str-331-07","cited_norms":[{"jurabk":"GVG","ref":"§ 191","ref_norm":"191","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 74","ref_norm":"74","n":1},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 349","ref_norm":"349","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-08-28/1-str-331-07","retrieved":"2026-07-10 21:54:18.883732+00:00"},"card":{"id":"bgh/2007-08-28/1-str-331-07","court":"BGH","court_id":"bgh","court_as_stated":"BGH","panel":"1. Strafsenat","date":"2007-08-28","dockets":["1 StR 331/07"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"ecli":null},"cite_as":"BGH, Beschluss vom 28.08.2007 – 1 StR 331/07","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bgh/2007-08-28/1-str-331-07","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"GVG/191","law":"GVG","abbreviation":"GVG","ref":"191","label":"§ 191 GVG","mentions":1},{"id":"StPO/74","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"74","label":"§ 74 StPO","mentions":1},{"id":"StPO/349","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"349","label":"§ 349 StPO","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-07-10T21:54:18.883732+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}