{"status":"available","doknr":"VERFG-SL-20121221-Lv-13-12-B","ecli":null,"court":"Verfassungsgerichtshof des Saarlandes","senate":null,"decided":"2012-12-21","aktenzeichen":"Lv 13/12","doktyp":"Beschluss","leitsatz":"Entscheidungen des Landtags des Saarlandes über die Gültigkeit einer Wahl können mit der Verfassungsbeschwerde nicht angegriffen werden.","text_plain":"Lv 13/12 VERFASSUNGSGERICHTSHOF DES SAARLANDES\n\nB E S C H L U S S\n\nIn dem Verfassungsbeschwerdeverfahren des Herrn A. L. Verfahrensbevollmächtigter: Rechtsanwalt Verfassungsbeschwerdeführer, hat der Verfassungsgerichtshof des Saarlandes unter Mitwirkung des Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs Prof. Dr. Roland Rixecker des Vizepräsidenten des Verfassungsgerichtshofs Prof. Dr. Rudolf Wendt der Verfassungsrichterin Dr. Christine Eckstein-Puhl des Verfassungsrichters Michael Haan der Verfassungsrichterin Kerstin Herrmann des Verfassungsrichters Justizrat Raimund Hübinger des Verfassungsrichters Prof. Dr. Stephan Weth des Verfassungsrichters Henner Wittling am 21.12.2012 gemäß § 17 Abs. 1 Satz 1 VerfGHG\n\nb e s c h l o s s e n :\n\nDie Verfassungsbeschwerde wird verworfen.\n\nG r ü n d e :\n\nMit seiner am 5.10.2012 eingegangenen Verfassungsbeschwerde hat der Beschwerdeführer zunächst begehrt festzustellen, dass die Wahlen zum 15. Landtag des Saarlandes am 25. März 2012 „verfassungswidrig und damit nichtig“ seien. Zugleich hat er die Verfassungsmäßigkeit der in § 38 Abs. 1 des Landtagswahlgesetzes geregelten Berechnung der Sperrklausel nach den abgegebenen „gültigen“ Stimmen beanstandet. Darauf hingewiesen, dass § 38 des Gesetzes über den Verfassungsgerichtshof des Saarlandes ein gesondertes Wahlprüfungsverfahren kennt und die Frist für die Erhebung einer gegen § 38 Abs. 1 des Landtagswahlgesetzes gerichteten Rechtssatzverfassungsbeschwerde verstrichen ist, hat er die Verfassungsbeschwerde „erweitert“ und festzustellen begehrt, dass § 38 VerfGHG verfassungswidrig und damit nichtig ist, weil die dort bestimmte Frist willkürlich knapp bemessen sei und die dort „künstlich aufgebaute Hürde von 100 Wahlberechtigten“ allein dazu diene, dem Beschwerdeführer die Verfassungsbeschwerde zu erschweren.\n\nDie Verfassungsbeschwerde ist offensichtlich unzulässig. Mit der Verfassungsbeschwerde können Entscheidungen des Landtags des Saarlandes über die Gültigkeit einer Landtagswahl nicht angegriffen werden, weil die Verfassung (Art. 75 SVerf) und das Gesetz (§ 38 VerfGHG) – den in der Bundesrepublik Deutschland allgemein geltenden Grundsätzen der Kontrolle der Gültigkeit von Wahlen entsprechend (Art. 41 GG) – ein besonderes Verfahren der Wahlanfechtung und der Wahlprüfung vorschreiben. Damit wird zugleich die Verfassungsbeschwerde ausgeschlossen (BVerfGE 74, 96, 101; 83, 156, 158). Die gegen § 38 Abs. 1 des Landtagswahlgesetzes gerichtete Verfassungsbeschwerde ist nicht innerhalb der von § 56 Abs. 2 VerfGHG bestimmten Frist von einem Jahr nach Inkrafttreten der Rechtsvorschrift erhoben worden. § 38 Abs. 1 des Landtagswahlgesetzes gilt – jedenfalls – seit dem Gesetz Nr. 1232 – Landtagswahlgesetz – vom 19.10.1988 in der Fassung der Bekanntmachung vom 9.11.2008 (Amtsbl. Seite 1855).\n\nAus dem gleichen Grund ist die Verfassungsbeschwerde gegen § 38 Abs. 1 und Abs. 2 des Gesetzes über den Verfassungsgerichtshof des Saarlandes offensichtlich unzulässig. Die Vorschrift gilt – jedenfalls – seit der Neubekanntmachung des Gesetzes über den Verfassungsgerichtshof des Saarlandes vom 6.2.2001 (Amtsbl. Seite 582).\n\ngez.: Prof. Dr. Rixecker Prof. Dr. Wendt Dr. Eckstein-Puhl Haan Herrmann JR. Hübinger Prof. Dr. Weth Wittling Ausgefertigt:\n\n(Dörr) Justizamtsinspektor als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-saarland/2012-12-21/lv-13-12","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 41","ref_norm":"41","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-saarland/2012-12-21/lv-13-12","retrieved":"2026-10-24 08:42:52.282833+00:00"},"card":{"id":"verfassungsgerichtshof-saarland/2012-12-21/lv-13-12","court":"Verfassungsgerichtshof des Saarlandes","court_id":"verfassungsgerichtshof-saarland","court_as_stated":"Verfassungsgerichtshof des Saarlandes","panel":null,"date":"2012-12-21","dockets":["Lv 13/12"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"doknr":"VERFG-SL-20121221-Lv-13-12-B","ecli":null},"cite_as":"Verfassungsgerichtshof des Saarlandes, Beschluss vom 21.12.2012 – Lv 13/12","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-saarland/2012-12-21/lv-13-12","headnotes":[{"kind":"leitsatz","author":"gericht","text":"Entscheidungen des Landtags des Saarlandes über die Gültigkeit einer Wahl können mit der Verfassungsbeschwerde nicht angegriffen werden.","basis":"source_field","source":null}],"leitsatz_status":"from_court","tenor":null,"tenor_status":"not_marked","cited_norms":[{"id":"GG/41","law":"GG","abbreviation":"GG","ref":"41","label":"Art 41 GG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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