{"status":"available","doknr":"OLD365595","ecli":null,"court":"Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen","senate":null,"decided":"2024-09-19","aktenzeichen":"Vf. 59-IV-24","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Vf. 59-IV-24 \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \nDER VERFASSUNGSGERICHTSHOF \n \nDES FREISTAATES SACHSEN \n \nIM NAMEN DES VOLKES \n \n \nBeschluss \n \nIn dem Verfahren \nüber die Verfassungsbeschwerde \n \n \ndes Herrn B., \n \n \n \nhat der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen durch den Vizepräsidenten des Ver-\nfassungsgerichtshofes Andreas Wahl, die Richterinnen Simone Herberger, Elisa Hoven, die \nRichter Markus Jäger, Dirk Kirst, die Richterin Cornelia Schönfelder und die Richter Klaus \nSchurig, Stefan Ansgar Strewe und Arnd Uhle \n \nam 19. September 2024 \n \n \nbeschlossen: \n \n \n \nDie Verfassungsbeschwerde wird verworfen. \n \n \n\n \n \n2\nG r ü n d e : \n \nI. \n \nMit seiner am 26. August 2024 bei dem Verfassungsgerichtshof eingegangenen Verfassungs-\nbeschwerde wendet sich der Beschwerdeführer gegen § 35 Sächsisches Wahlgesetz \n(SächsWahlG) vom 11. August 2023 (SächsGVBl. S. 598). \n \nDer Beschwerdeführer rügt die Verletzung der Grundsätze der allgemeinen, unmittelbaren, \nfreien, gleichen und geheimen Wahl durch die Zulassung der Briefwahl. \n \nDer Sächsische Landtag und das Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa \nund Gleichstellung haben Gelegenheit gehabt, zum Verfahren Stellung zu nehmen. \n \n \nII. \n \nDie Verfassungsbeschwerde ist unzulässig, weil sie nicht den Begründungsanforderungen aus \nArt. 81 Abs. 1 Nr. 4 SächsVerf i.V.m. § 27 Abs. 1, § 28 SächsVerfGHG genügt. \n \n1. Nach Art. 81 Abs. 1 Nr. 4 SächsVerf i.V.m. § 27 Abs. 1 und § 28 SächsVerfGHG ist eine \nVerfassungsbeschwerde nur zulässig, wenn der Beschwerdeführer substantiiert die Mög-\nlichkeit einer Verletzung eigener, durch die Verfassung des Freistaates Sachsen verbürgter \nGrundrechte darlegt. Hierzu muss er den Lebenssachverhalt, aus dem er die Grundrechts-\nverletzung ableitet, aus sich heraus verständlich wiedergeben und im Einzelnen aufzeigen, \nwelchen verfassungsrechtlichen Anforderungen die angegriffene Maßnahme nicht gerecht \nwerden soll (SächsVerfGH, Beschluss vom 15. August 2024 – Vf. 9-IV-24; Beschluss \nvom 8. Dezember 2023 – Vf. 102-IV-23; Beschluss vom 10. September 2020 – Vf. 87-IV-\n20; Beschluss vom 23. Februar 2010 – Vf. 114-IV-09; st. Rspr.). Liegt zu den mit der Ver-\nfassungsbeschwerde aufgeworfenen Verfassungsfragen bereits Rechtsprechung des Ver-\nfassungsgerichtshofs vor, so ist der behauptete Grundrechtsverstoß in Auseinandersetzung \nmit den durch dieses Gericht entwickelten Maßstäben zu begründen (SächsVerfGH, Be-\nschluss vom 23. Mai 2024 – Vf. 14-IV-23; Beschluss vom 30. August 2023 – Vf. 69-IV-\n22; Beschlüsse vom 16. August 2019 – Vf. 75-IV-19 und Vf. 93-IV-19 [HS]/Vf. 94-IV-19 \n[e.A.]; vgl. BVerfG, Beschluss vom 18. Juli 2019 – 2 BvR 1301/19 – juris Rn. 10; Be-\nschluss vom 7. Dezember 2011, BVerfGE 130, 1 [21] m.w.N.). Nichts anderes gilt in Be-\nzug auf einschlägige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu Grundrechten des \nGrundgesetzes, die inhaltsgleich in der Verfassung des Freistaates Sachsen gewährt wer-\nden (SächsVerfGH, Beschluss vom 10. November 2021 – Vf. 87-IV-21; Beschluss vom \n5. November 2020 – Vf. 112-IV-20). \n \n \n\n \n \n3\n2. Diesen Anforderungen wird die Beschwerdeschrift nicht gerecht. \nDer Beschwerdeführer benennt lediglich pauschal die Wahlrechtsgrundsätze, ohne auch \nnur im Ansatz die hierzu entwickelten verfassungsrechtlichen Maßstäbe darzulegen oder \neine Norm aus der Sächsischen Verfassung zu erwähnen. Zudem hat er nicht aufgezeigt, \nweshalb eine von der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (vgl. BVerfG, Be-\nschluss vom 9. Juli 2013, BVerfGE 134, 25 [30 ff. Rn. 13 ff.]; Beschluss vom \n24. November 1981, BVerfGE 59, 119 [124 ff.]; Beschluss vom 15. Februar 1967, \nBVerfGE 21, 200 [204 ff.]) abweichende Beurteilung der Verfassungskonformität der Ge-\nstattung der Briefwahl geboten sein soll. \n \nIII. \n \nDer Verfassungsgerichtshof ist zu dieser Entscheidung einstimmig gelangt und trifft sie daher \ndurch Beschluss nach § 10 Abs. 1 SächsVerfGHG i.V.m. § 24 BVerfGG. \n \n \nIV. \n \nDie Entscheidung ist kostenfrei (§ 16 Abs. 1 Satz 1 SächsVerfGHG). \n \n \n \n \ngez. Wahl \n \n \n \ngez. Herberger \n \n \ngez. Hoven \n \n \n \n \ngez. Jäger \n \n \n \ngez. Kirst \n \n \n \ngez. Schönfelder \n \n \n \n \ngez. Schurig \n \n \ngez. Strewe \n \n \n \ngez. Uhle","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365595","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-sachsen/2024-09-19/vf-59-iv-24","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/365595","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365595","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-sachsen/2024-09-19/vf-59-iv-24","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/365595","retrieved":"2026-07-09 04:53:05.219283+00:00"}}