{"status":"available","doknr":"OLD365577","ecli":null,"court":"Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen","senate":null,"decided":"2024-10-24","aktenzeichen":"Vf. 41-IV-24","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Vf. 41-IV-24 \n \n \n \n \n \n \n \n \n \nDER VERFASSUNGSGERICHTSHOF \n \nDES FREISTAATES SACHSEN \n \nIM NAMEN DES VOLKES \n \n \nBeschluss \n \nIn dem Verfahren \nüber die Verfassungsbeschwerde \n \n \nder Schülervertretung am D.-Gymnasium C., vertreten durch den Vorstand, \n \n \nhat der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen durch den Präsidenten des Verfas-\nsungsgerichtshofes Matthias Grünberg, den Richter Andreas Wahl, die Richterinnen Constan-\nze Geiert, Elisa Hoven und die Richter Markus Jäger, Dirk Kirst, Klaus Schurig und Stephan \nThuge \n \n \nam 24. Oktober 2024 \n \n \nbeschlossen: \n \nDie Verfassungsbeschwerde wird verworfen. \n \n \n\n \n \n2 \nG r ü n d e : \n \nI. \n \nMit ihrer am 6. Juni 2024 bei dem Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen eingegan-\ngenen Verfassungsbeschwerde wendet sich die Beschwerdeführerin gegen die Entscheidung \ndes Landesamtes für Schule und Bildung vom 4. April 2024 über eine Dienstaufsichtsbe-\nschwerde gegen eine Lehrkraft. \n \nDie Beschwerdeführerin rügt eine Verletzung ihres Anspruchs auf einen begründeten Be-\nscheid in angemessener Frist im Rahmen des Petitionsrechts aus Art. 35 SächsVerf. \n \nDas Staatsministerium der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung hat Gele-\ngenheit gehabt, zum Verfahren Stellung zu nehmen. \n \n \nII. \n \nDie Verfassungsbeschwerde ist unzulässig. Es ist weder vorgetragen noch sonst ersichtlich, \ndass die Beschwerdeführerin entsprechend § 27 Abs. 2 Satz 1 SächsVerfGHG den Rechtsweg \nerschöpft hat. \n \n1. Hiernach muss ein Beschwerdeführer vor der Erhebung der Verfassungsbeschwerde alle \nbestehenden Möglichkeiten nutzen, um eine behauptete Grundrechtsverletzung zu verhin-\ndern oder zu beseitigen (SächsVerfGH, Beschluss vom 20. Juni 2024 – Vf. 112-IV-23; Be-\nschluss vom 28. April 2009 – Vf. 180-IV-08; st. Rspr.). Hatte er die Möglichkeit, sein \nRechtsbegehren wirksam vor den Fachgerichten zu verfolgen, kann eine Verfassungsbe-\nschwerde erst nach Ausschöpfung dieser Möglichkeit erhoben werden (SächsVerfGH, Be-\nschluss vom 13. März 2024 – Vf. 2-IV-22 [HS]; Beschluss vom 22. Juni 2018 – Vf. 39-IV-\n18; Beschluss vom 3. Dezember 2015 – Vf. 80-IV-15; st. Rspr.). \n \nWendet sich ein Petent gegen eine nicht ordnungsgemäße Bescheidung seiner Petition, ist \ngemäß § 40 Abs. 1 VwGO der Rechtsweg zu den Verwaltungsgerichten eröffnet \n(SächsVerfGH, Beschluss vom 20. Juni 2024 – Vf. 112-IV-23; Beschluss vom 18. August \n2022 – Vf. 28-IV-22; Beschluss vom 5. November 2020 – Vf. 167-IV-20; Beschluss vom \n29. Oktober 2015 – Vf. 46-IV-15; Beschluss vom 3. November 2011 – Vf. 100-IV-11; \nBeschluss vom 29. Januar 2009 – Vf. 61-IV-08). \n \n2. Ausgehend hiervon ist dem Grundsatz der Rechtswegerschöpfung nicht Genüge getan. Die \nBeschwerdeführerin rügt, die als Petition im Sinne des Art. 35 SächsVerf anzusehende \nDienstaufsichtsbeschwerde sei nicht in angemessener Zeit und nicht ordnungsgemäß be-\ngründet beschieden worden. Demnach stand ihr zur Verfolgung ihres Begehrens der Ver-\nwaltungsrechtsweg offen, den sie jedoch nicht beschritten hat. Gründe im Sinne des § 27 \n\n \n \n3 \nAbs. 2 Satz 2 SächsVerfGHG, vom Erfordernis der Erschöpfung des Rechtswegs vorlie-\ngend ausnahmsweise abzusehen, sind weder substantiiert dargelegt noch sonst ersichtlich. \n \n \nIII. \n \nDer Verfassungsgerichtshof ist zu dieser Entscheidung einstimmig gelangt und trifft sie daher \ndurch Beschluss nach § 10 Abs. 1 SächsVerfGHG i.V.m. § 24 BVerfGG. \n \n \nIV. \n \nDie Entscheidung ist kostenfrei (§ 16 Abs. 1 Satz 1 SächsVerfGHG). \n \n \n \n \ngez. Grünberg \n \n \ngez. Wahl \n \n \n \ngez. Geiert \n \n \n \n \ngez. Hoven \n \n \n \ngez. Jäger \n \n \n \ngez. Kirst \n \n \n \n \ngez. Schurig \n \n \ngez. Thuge","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365577","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-sachsen/2024-10-24/vf-41-iv-24","cited_norms":[{"jurabk":"BVerfGG","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 40","ref_norm":"40","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/365577","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365577","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-sachsen/2024-10-24/vf-41-iv-24","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/365577","retrieved":"2026-07-09 04:53:04.830933+00:00"}}