{"status":"available","doknr":"OLD365462","ecli":null,"court":"Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen","senate":null,"decided":"2026-02-12","aktenzeichen":"Vf. 67-IV-25","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Vf. 67-IV-25 \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \n \nDER VERFASSUNGSGERICHTSHOF \n \n DES FREISTAATES SACHSEN \n \nIM NAMEN DES VOLKES \n \n \nBeschluss \n \nIn dem Verfahren \nüber die Verfassungsbeschwerde \n \n \n1) des Herrn M., \n \n2) der Frau M., \n \n \nhat der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen durch den Präsidenten des Verfassungs-\ngerichtshofes Matthias Grünberg, den Richter Andreas Wahl, die Richterinnen Beatrice Betka, \nSimone Herberger und die Richter Markus Jäger, Dirk Kirst, Klaus Schurig, Stephan Thuge \nund Arnd Uhle \n \nam 12. Februar 2026 \n \n \nbeschlossen: \n \nDie Ablehnungsgesuche werden verworfen. \n \n \n \n \n \n\n \n \n2 \nG r ü n d e : \n \nI. \n \nMit ihrer am 29. August 2025 bei dem Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen einge-\ngangenen Verfassungsbeschwerde und ergänzendem Schreiben vom 20. Oktober 2025 wenden \nsich die Beschwerdeführer gegen insgesamt sieben Schreiben des Petitionsausschusses des \nSächsischen Landtages vom 27. August 2025 (08/00512/2; 08/00477/2; 08/00667/2; \n08/00668/2; 08/00682/2; 08/00691/2; 08/00681/2), mit denen der Petitionsausschuss die wei-\ntere Bearbeitung der von den Beschwerdeführern in den Monaten Mai, Juni, Juli und August \n2025 eingereichten Schreiben (u.a. Anträge, Beschwerden und Informationen) jeweils ablehnte. \n \nMit Schreiben vom 23. September 2025 haben die Beschwerdeführer die „unterzeichnenden \nRichter“ des Verfassungsgerichtshofes wegen der Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. Die \ngleichförmige Ablehnung von vier Verfahren am 12. September 2025 – „darunter das vorlie-\ngende“ – in einem gemeinsamen Briefumschlag mit nahezu identischen Ablehnungsgründen, \ndie formal pauschal und inhaltlich nicht tragfähig seien, ließe keine individuelle Prüfung erken-\nnen und verletzte den Anspruch auf rechtliches Gehör, das Gebot der Fairness und den An-\nspruch auf einen gesetzlichen Richter. Zudem sei erkennbar, dass die Entscheidungen des Ver-\nfassungsgerichtshofes nicht unabhängig, sondern in politisch vorgeprägtem Kontext erfolgten. \nInsbesondere werde stets abgewartet, welche Position das Justizministerium einnehme. \n \n \nII. \n \nDie Ablehnungsgesuche sind offensichtlich unzulässig. \nEin Ablehnungsgesuch, das keine Begründung oder lediglich Ausführungen enthält, die zur \nBegründung der Besorgnis der Befangenheit gänzlich ungeeignet sind, ist offensichtlich unzu-\nlässig (SächsVerfGH, Beschluss vom 15. Januar 2026 – Vf. 90-IV-25[HS]/Vf. 91-IV-25 [e.A.]; \nBeschluss vom 23. Oktober 2025 – Vf. 49-IV-25; Beschluss vom 9. September 2021 – Vf. 25-\nIV-21; Beschluss vom 15. November 2013 – Vf. 53-IV-13 [HS]/Vf. 54-IV-13 [e.A.]; \nvgl. BVerfG, Beschluss vom 7. Mai 2013, BVerfGE 133, 377 [405 Rn. 69]; Beschluss vom \n19. Juni 2012, BVerfGE 131, 230 [252 f.]). In einem solchen Fall bedarf es weder einer dienst-\nlichen Stellungnahme der abgelehnten Richter, noch sind diese von der Entscheidung über das \nAblehnungsgesuch ausgeschlossen (SächsVerfGH, Beschluss vom 15. Januar 2026 – Vf. 90-\nIV-25[HS]/Vf. 91-IV-25 [e.A.]; Beschluss vom 23. Oktober 2025 – Vf. 49-IV-25; Beschluss \nvom 14. Februar 2025 – Vf. 75-IV-24; Beschluss vom 9. September 2021 – Vf. 25-IV-21 \nm.w.N.). \nSo liegt der Fall hier. Die Beschwerdeführer tragen keine Umstände vor, welche die Besorgnis \nder Befangenheit aller unterzeichnenden Richter des Sächsischen Verfassungsgerichtshofs \ni.S.d. § 11 Abs. 1 SächsVerfGHG begründen können. Vielmehr sind die Ausführungen der \n\n \n \n3 \nBeschwerdeführer – die sich zudem in einer Generalablehnung der entscheidenden Richter er-\nschöpfen – offensichtlich ungeeignet, eine Befangenheit der Mitglieder des Verfassungsge-\nrichtshofes zu begründen. \n \n \n \n \ngez. Grünberg \n \n \ngez. Wahl \n \n \n \ngez. Betka \n \n \n \n \ngez. Herberger \n \n \ngez. Jäger \n \n \n \ngez. Kirst \n \n \n \n \ngez. Schurig \n \n \ngez. Thuge \n \n \n \ngez. Uhle","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365462","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-sachsen/2026-02-12/vf-67-iv-25","cited_norms":[],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/365462","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365462","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/verfassungsgerichtshof-sachsen/2026-02-12/vf-67-iv-25","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/365462","retrieved":"2026-07-09 04:53:01.848849+00:00"}}