{"status":"available","doknr":"OLD365383","ecli":null,"court":"Sächsisches Oberverwaltungsgericht","senate":null,"decided":"2022-12-14","aktenzeichen":"6 B 23/22","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Az.: \n6 B 23/22 \n \n5 L 1231/19 \n \n \n \n \n \n \nSÄCHSISCHES \nOBERVERWALTUNGSGERICHT \nBeschluss \n \nIn der Verwaltungsrechtssache \n \n \n \nder Sächsische Aufbaubank \n- Förderbank - \nAnstalt des öffentlichen Rechts \nvertreten durch den Vorstand \nPirnaische Straße 9, 01069 Dresden \n \n \n- Antragstellerin - \n \n- Beschwerdegegnerin - \n \n \n \ngegen \n \n \ndie GmbH & Co KG i. L. \nvertreten durch die Gesellschafter als Liquidatoren \n \n \n \n- Antragsgegnerin - \n \n- Beschwerdeführerin - \n \nprozessbevollmächtigt: \nRechtsanwälte \n \n \n \n \nwegen \n \nUnzulässigkeit der Zwangsvollstreckung; Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz \nhier: Beschwerde \n\n2 \n \n \nhat der 6. Senat des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts durch den Vorsitzenden \nRichter am Oberverwaltungsgericht Dehoust, die Richterin am Oberverwaltungsgericht \nDrehwald und den Richter am Oberverwaltungsgericht Groschupp \nam 14. Dezember 2022 \nbeschlossen: \nDie Beschwerde der Antragsgegnerin gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts \nLeipzig vom 21. Dezember 2021 - 5 L 1231/19 - wird verworfen. \nDie Antragsgegnerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens. Gerichtskosten \nwerden nicht erhoben. \nGründe \nDie Beschwerde der Antragsgegnerin gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts, \nmit \ndem \nauf \nAntrag \nder \nAntragstellerin \ndie \nVollstreckung \naus \ndem \nKostenfestsetzungsbeschluss des Verwaltungsgerichts Leipzig vom 16. September \n2019 (Az.: VG 5 K 776/13, OVG 1 A 43/17) bis zum Erlass eines Urteils im Verfahren \nüber deren Vollstreckungsgegenklage (5 K 1988/19) einstweilen eingestellt wurde, hat \nkeinen Erfolg. Sie ist unzulässig. \nEntgegen der Rechtsmittelbelehrung der angegriffenen Entscheidung, wonach die \nBeschwerde gegeben sein soll, kann ein verwaltungsgerichtlicher Beschluss, mit dem \ndie Einstellung der Zwangsvollstreckung gemäß § 167 Abs. 1 Satz 1 VwGO \nentsprechend §§ 767, 769 Abs. 1 Satz 1 ZPO vorläufig angeordnet wird, in \nentsprechender Anwendung von § 707 Abs. 2 Satz 2 ZPO nicht mit Rechtsmitteln \nangefochten werden. \nNach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Beschl. v. 21. April 2004 - XII ZB \n279/03 -, juris) schließt § 707 Abs. 2 Satz 2 ZPO das Rechtsmittel der sofortigen \nBeschwerde gegen eine Entscheidung über die einstweilige Einstellung der \nZwangsvollstreckung nicht nur in den in § 707 Abs. 1 und § 719 Abs. 1 Satz 1 ZPO \nausdrücklich geregelten Fällen, sondern - in entsprechender Anwendung der Vorschrift \n- auch im Falle des § 769 Abs. 1 ZPO aus. \nDieser Rechtsmittelausschluss gilt gemäß § 167 Abs. 1 Satz 1 VwGO auch für \nverwaltungsgerichtliche Entscheidungen über die vorläufige Einstellung der \n1 \n2 \n3 \n4 \n\n3 \n \nVollstreckung aus Kostenfestsetzungsbeschlüssen (§ 168 Abs. 1 Nr. 4 VwGO). Ihm \nstehen weder die Regelungen der Verwaltungsgerichtsordnung (vgl. § 167 Abs. 1 Satz \n1 \nVwGO) \nnoch \nBesonderheiten \ndes \nverwaltungsgerichtlichen \nVollstreckungsverfahrens entgegen, die eine Abweichung von der zivilprozessualen \nRechtslage rechtfertigen könnten. Soweit im Vollstreckungsverfahren die Beschwerde \nnach § 146 VwGO die in § 793 ZPO vorgesehene sofortige Beschwerde verdrängt, \nkann dies nicht gelten, soweit - wie im Fall des § 769 Abs. 1 ZPO - die sofortige \nBeschwerde nicht gegeben ist (vgl. OVG Berlin-Brandenburg, Beschl. v. 28. August \n2013 - 3 K 135/16 -, juris Rn. 3 ff.; Beschl. vom 28. August 2013 - 1 L 128.12 -, juris \nRn. 3 ff.; VGH BW, Beschl. v. 24. April 2018 - 10 S 421/18 -, juris Rn. 13; Beschl. v. 26. \nFebruar 2014 - 5 S 2583/13 -, juris Rn. 2 ff.; BayVGH, Beschl. v. 28. August 2014 - 8 \nC 12.2559 -, juris Rn. 4; HessVGH, Beschl. v. 30. April 2009 - 7 B 675/09 -, juris Rn. \n12 ff.; a. A. ohne nähere Begründung: OVG NRW, Beschl. v. 12. Oktober 2010 - 13 B \n1018/10 -, juris; Pietzner/Möller, in: Schoch/Schneider, Verwaltungsrecht, Werkstand: \n42. EL Februar 2022, § 167 VwGO Rn. 42). \nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO. Gerichtskosten werden \ngemäß § 21 Abs. 1 Satz 1 GKG nicht erhoben, weil die Beteiligten in dem \nangefochtenen Beschluss zu Unrecht über das Rechtsmittel der Beschwerde belehrt \nworden sind. \nDieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 152 Abs. 1 VwGO). \ngez.: \nDehoust \n \n \n \n Drehwald \n \n \n \n Groschupp \n5 \n6","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365383","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2022-12-14/6-b-23-22","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 167","ref_norm":"167","n":4},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 769","ref_norm":"769","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 707","ref_norm":"707","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 168","ref_norm":"168","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 719","ref_norm":"719","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 767","ref_norm":"767","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 793","ref_norm":"793","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/365383","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/365383","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-sachsen/2022-12-14/6-b-23-22","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/365383","retrieved":"2026-07-09 04:52:59.160323+00:00"}}