{"status":"available","doknr":"OLD363799","ecli":null,"court":"Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen","senate":null,"decided":"2019-05-21","aktenzeichen":"1 Ws 60/19","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen \n \nGeschäftszeichen: 1 Ws 60/19 \n2 Ws 55/19 GenStA Bremen \n1 Qs 61/19 LG Bremen \n \nB E S C H L U S S \nIn der Unterbringungssache \n \ngegen \n \n[…], \n \n \n \nzurzeit im Klinikum […], Klinik für forensische Psychiatrie und \n \n \n \nPsychotherapie, […], \n \n \n \n \nVerteidiger: \nRechtsanwältin […] \n \n \n \n \n \n \n \n \nhat der 1. Strafsenat durch den Vorsitzenden Richter am Oberlandesgericht Dr. Schromek, \nden Richter am Oberlandesgericht Dr. Kramer und die Richterin am Landgericht Dr. Kunte \nam 21. Mai 2019 beschlossen: \n \nDie weitere Beschwerde des Untergebrachten vom 13.03.2019 hat sich erledigt. \n \n \n \n \nGründe: \nI. \n \n\n2 \nDas Amtsgericht Bremen hat mit Unterbringungsbefehl vom 14.02.2019 – 92a Gs 116/19 (130 \nJs 9018/19) – gemäß § 126a StPO die einstweilige Unterbringung des Angeschuldigten in \neinem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Auf die hiergegen gerichtete Beschwerde \nvom 14.02.2019, die am 25.02.2019 begründet wurde, ordnete die Strafkammer 1 des Land-\ngerichts Bremen mit Beschluss vom 07.03.2019 – Az. 1 Qs 61/19 – an, dass der Unterbrin-\ngungsbefehl aufrecht erhalten und in Vollzug belassen bleibe. Der hiergegen gerichteten wei-\nteren Beschwerde vom 13.03.2019 half die Strafkammer 1 am 05.04.2019 nicht ab und legte \ndie Akten dem Senat vor. \nDie Generalstaatsanwaltschaft Bremen hat zunächst am 26.04.2019 Stellung genommen und \nbeantragt, die weitere Beschwerde des Beschuldigten vom 13.03.2019 gegen den Beschluss \nder Strafkammer 1 des Landgerichts Bremen vom 07.03.2019 als unbegründet zu verwerfen. \nMit weiterer Stellungnahme vom 06.05.2019 teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit, dass die \nStaatsanwaltschaft Bremen in der Sache Anklage erhoben hat und das Strafverfahren bei der \nStrafkammer 4 des Landgerichts Bremen unter dem Aktenzeichen 4 KLs 130 Ja 9018/19 an-\nhängig ist. Die Generalstaatsanwaltschaft beantragt nunmehr, die weitere Beschwerde des \nBeschuldigten vom 13.03.2019 gegen den Beschluss der Strafkammer 1 des Landgerichts \nBremen vom 07.03.2019 für erledigt zu erklären. Die Verteidigerin hat sich diesem Antrag mit \nStellungnahme vom 21.05.2019 angeschlossen. \n \nII. \nDie bei ihrer Einlegung statthafte und zulässige weitere Beschwerde ist durch die Erhebung \nder Anklage gegen den Angeschuldigten zur Strafkammer 4 des Landgerichts Bremen pro-\nzessual überholt und damit unzulässig geworden. \nFür die einstweilige Unterbringung gelten gemäß § 126a Abs. 2 S. 1 StPO insbesondere die \nVorschriften der §§ 125, 126 StPO entsprechend. Nach §§ 125 Abs. 2 S. 1, 126 Abs. 2 S. 1 \nStPO geht die Zuständigkeit für etwa zu treffende Haftentscheidungen mit der Erhebung der \nAnklage auf das mit der Sache befasste Gericht über. Damit entfällt nicht nur die Zuständig-\nkeit des Amtsgerichts Bremen aus § 125 Abs. 1 StPO für den Erlass des Unterbringungsbe-\nfehls im Ermittlungsverfahren, sondern auch die Zuständigkeit der diesem Amtsgericht zuge-\nordneten Rechtsmittelinstanzen, weil diese einheitlich auf § 125 StPO beruhen (vgl. Hanseati-\nsches OLG in Bremen, Beschluss vom 18.03.2009 – Ws 25/09; Beschluss vom 07.10.2011 – \nWs 140/11; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 24.02.1999 – 1 Ws 154/99, juris Rn. 3, wistra \n1999, 318; OLG Frankfurt, Beschluss vom 05.10.2009, 1 Ws 107/09, juris Rn. 1, StV 2010, \n33; OLG Schleswig, Beschluss vom 24.07.2002 – 1 Ws 250/02, juris Rn. 4, SchlHA 2003, \n190). Auf noch unerledigte Beschwerden ergeht daher keine Entscheidung des Beschwerde-\ngerichts; vielmehr hat das jetzt zuständige Gericht eine Entscheidung zu treffen (vgl. Hansea-\n\n3 \ntisches OLG in Bremen, Beschluss vom 18.03.2009 – Ws 25/09; Beschluss vom 07.10.2011 – \nWs 140/11; vgl. auch OLG Karlsruhe, Beschluss vom 15.08.1994 – 2 Ws 172/94, juris Rn. 1; \nOLG Düsseldorf, Beschluss vom 24.02.1999 – 1 Ws 154/99, juris Rn. 2, wistra 1999, 318; KG \nBerlin, Beschluss vom 17.01.2000 – 1 AR 1614/99 – 4 Ws 2/2000, juris Rn. 3, NStZ 2000, \n444; OLG Schleswig, Beschluss vom 26.04.2006 – 2 Ws 165/06, juris Rn. 2, SchlHA 2007, \n285; OLG Hamm, Beschluss vom 04.06.2013 – III-5 Ws 200/13, juris Rn. 5 f.; Meyer-\nGoßner/Schmitt, 62. Aufl., § 126 StPO Rn. 7). Offen bleiben kann, ob der Auffassung zu fol-\ngen ist, dass das Beschwerdeverfahren dann fortzuführen ist, wenn Anklage zu der Straf-\nkammer erhoben worden ist, die kurz zuvor als Beschwerdekammer über das Rechtsmittel mit \neingehender Begründung entschieden hat (vgl. KG Berlin, Beschluss vom 17.01.2000 – 1 AR \n1614/99 – 4 Ws 2/2000, juris Rn. 3, NStZ 2000, 444; OLG Hamm, Beschluss vom 04.06.2013 \n– III-5 Ws 200/13, juris Rn. 8; a.A. OLG Frankfurt, Beschluss vom 05.10.2009, 1 Ws 107/09, \njuris Rn. 1, StV 2010, 33), denn vorliegend wurde die Anklage nicht zur Strafkammer 1, die \nüber die Beschwerde des Angeschuldigten gegen den Unterbringungsbefehl entschieden hat, \nsondern zur Strafkammer 4 des Landgerichts Bremen erhoben. In einem solchen Fall bleibt es \nauch nach der zuvor geschilderten Auffassung bei dem durch die Anklageerhebung herbeige-\nführten Zuständigkeitswechsel (vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 04.06.2013 – III-5 Ws \n200/13, juris Rn. 8). \nFür eine Entscheidung des Senats über die weitere Beschwerde ist demnach kein Raum \nmehr. Nachdem die Verteidigerin sogleich eine Haftprüfung beantragt hat, stellt sich die Frage \nder Umdeutung der weiteren Beschwerde in einen solchen Antrag nicht mehr. \nKosten werden nicht erhoben (vgl. Hanseatisches OLG in Bremen, Beschluss vom \n18.03.2009 – Ws 25/09). \n \ngez. Dr. Schromek \n \n \ngez. Dr. Kramer \n \n \ngez. Dr. Kunte","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-bremen/2019-05-21/1-ws-60-19","cited_norms":[{"jurabk":"StPO","ref":"§ 125","ref_norm":"125","n":4},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 126","ref_norm":"126","n":3},{"jurabk":"StPO","ref":"§ 126a","ref_norm":"126a","n":2}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-bremen/2019-05-21/1-ws-60-19","retrieved":"2026-07-09 04:51:57.151530+00:00"},"card":{"id":"olg-bremen/2019-05-21/1-ws-60-19","court":"OLG Bremen","court_id":"olg-bremen","court_as_stated":"Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen","panel":null,"date":"2019-05-21","dockets":["1 Ws 60/19"],"decision_type":"Beschluss","ecli":null,"ids":{"doknr":"OLD363799","ecli":null},"cite_as":"OLG Bremen, Beschluss vom 21.05.2019 – 1 Ws 60/19","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-bremen/2019-05-21/1-ws-60-19","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die weitere Beschwerde des Untergebrachten vom 13.03.2019 hat sich erledigt.","basis":"court_formula","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StPO/125","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"125","label":"§ 125 StPO","mentions":4},{"id":"StPO/126","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"126","label":"§ 126 StPO","mentions":3},{"id":"StPO/126a","law":"StPO","abbreviation":"StPO","ref":"126a","label":"§ 126a StPO","mentions":2}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. 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