{"status":"available","doknr":"OLD142621","ecli":null,"court":"Oberlandesgericht Stuttgart","senate":null,"decided":"2006-11-06","aktenzeichen":"15 WF 275/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen den Beschluss des Amtsgerichts – Familiengericht – Schorndorf (5 F 606/06) wird\n\n \n\nzurückgewiesen.\n\nGründe\n\n  \n\nI.\n\n \n\n1 \n\nDer Beklagte ist der am … geborene Sohn des Klägers, dem dieser aufgrund einstweiliger Anordnung des Amtsgerichts – Familiengericht - Schorndorf vom 31.05.2002 (5 F 299/02) zur Zahlung von monatlichem Kindesunterhalt in Höhe von 128 % des Regelbetrages nach der Regelbetragsverordnung, derzeit 373,00 EUR abzüglich anrechenbarem Kindergeld in Höhe von 57,00 EUR, verpflichtet ist.\n\n \n\n \n\n2 \n\nDer Beklagte leistet ab dem 01.09.2006 im Einverständnis mit seinen Eltern ein freiwilliges soziales Jahr ab und hat aufgrund seines dort erzielten Einkommens auf die Geltendmachung von Unterhalt über einem Betrag in Höhe von 156,00 EUR ab dem 01.09.2006 verzichtet.\n\n \n\n \n\n3 \n\n \n\n \n \n\n \n\n \n\nDer Beklagte bezieht monatliche Leistungen in Höhe von    \n\n \n\n410,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\ndavon Taschengeld\n\n \n\n180,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nFahrtkosten/Unterkunft\n\n \n\n75,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nund Verpflegungskosten\n\n \n\n155,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n \n\n4 \n\nDer Kläger begehrt Prozesskostenhilfe für eine Klage auf Feststellung, dass er ab September 2006 keinen Unterhalt mehr schulde, da der Beklagte seinen Bedarf mit Hilfe seiner Einkünfte in vollem Umfang decke.\n\n \n\n \n\n5 \n\nDas Familiengericht hat Prozesskostenhilfe versagt.\n\n \n\n \n\n6 \n\nMit der Beschwerde verfolgt der Kläger sein Ziel weiter.\n\n \n\n \n\nII.\n\n \n\n7 \n\nDie zulässige Beschwerde ist nicht begründet. Soweit der Kläger Feststellung begehrt, dass er keinen höheren Unterhalt als monatlich 149,00 EUR schuldet, hat die Klage zwar Aussicht auf Erfolg (§ 114 ZPO). Aufgrund seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse ist er jedoch in der Lage, die Kosten des Verfahrens selbst zu tragen (§ 115 Abs. 4 ZP).\n\n \n\n \n\n8 \n\n1. Wegen der Einwilligung der Eltern kann dahingestellt bleiben, ob der Beklagte seiner Obliegenheit zur zielstrebigen Ausbildung die Ableistung eines freiwilligen sozialen Jahres nachkommt. Er ist aber nur in Höhe von 149,00 EUR monatlich bedürftig.\n\n \n\n \n\n9 \n\n \n\n \n \n\n \n\n \n\nSein Bedarf beläuft sich auf\n\n \n\n373,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. anrechenbares Kindergeld\n\n \n\n    57,00 EUR\n\n \n\n \n\n         \n \n\n316,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nDa sich sein Einkommen unter den Betrag in Höhe von   \n\n \n\n7.680,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n \n\n10 \n\njährlich beläuft (410,00 EUR * 12 = 4.920,00 EUR), besteht nach § 32 Abs. 2 und 3, Abs. 4 Satz 2 EStG noch ein Anspruch auf Zahlung von Kindergeld.\n\n \n\n \n\n11 \n\nDas vom Beklagten erzielte Einkommen ist mit Ausnahme der Aufwendungen für die Fahrtkosten in vollem Umfang bedarfsdeckend einzusetzen. Ausbildungsbedingter Mehrbedarf kann, da keine Lehrmittel benötigt werden, nicht in Abzug gebracht werden. Dass weitere konkrete Aufwendungen vorhanden sind, hat der Beklagte nicht dargetan. Da er noch minderjährig ist, kommt sein Einkommen beiden Elternteilen in gleicher Weise zugute,\n\n \n\n \n\n12 \n\n \n\n \n \n\n \n\n \n\nso dass auf den Bedarf der Betrag von (335,00 EUR : 2)\n\n \n\n167,50 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nanzurechnen ist. Sein restlicher Bedarf beläuft sich damit auf   \n\n \n\n148,50 EUR\n\n \n\n \n\n \n\noder gerundet\n\n \n\n149,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nden zu decken der Kläger auch in der Lage ist.\n\n \n\n        \n\n \n\n \n\n \n\n \n\n13 \n\n2. Aufgrund seiner Einkommens- und Vermögensverhältnisse ist der Kläger in der Lage, monatliche Raten in Höhe von 75,00 EUR zu bezahlen. Damit übersteigen die Kosten der Prozessführung vier Monatsraten nicht, so dass Prozesskostenhilfe nach § 115 Abs. 4 ZPO nicht zu bewilligen ist.\n\n \n\n \n\n14 \n\n \n\n \n \n\n \n\n \n\nEinkommen des Klägers\n\n \n\n2.684,90 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Kranken- und Pflegeversicherung\n\n \n\n602,55 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Altersvorsorge\n\n \n\n  400,00 EUR\n\n \n\n \n\n         \n \n\n1.682,35EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Erwerbstätigenfreibetrag nach § 82 Abs. 3 SGB XII\n\n \n\n173,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Einkommensfreibetrag\n\n \n\n380,00EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Unterhaltszahlung Ehefrau\n\n \n\n300,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Unterhalt Beklagter\n\n \n\n149,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Nebenkosten Wohnung (Miete ist derzeit nicht fällig)\n\n \n\n102,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\n./. Schulden\n\n \n\n  350,00 EUR\n\n \n\n \n\n         \n \n\n228,35 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nAus der Tabelle des § 115 ZPO ergeben sich damit monatliche\n\n \n\n        \n\n \n\n \n\n \n\nRaten in Höhe von\n\n \n\n75,00 EUR\n\n \n\n \n\n         \n \n\n        \n\n \n\n \n\n \n\nBei einem Gebührenstreitwert in Höhe von 84,00 EUR (156,00 EUR ./.\n\n \n\n        \n\n \n\n \n\n \n\n149,00 EUR = 7,00 EUR * 12) fallen bei 2,5 Gebühren nach dem RVG\n\n \n\n        \n\n \n\n \n\n \n\nRechtsanwaltskosten in Höhe von\n\n \n\n87,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nund bei 3 Gebühren Gerichtsgebühren in Höhe von\n\n \n\n   75,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\ngesamt\n\n \n\n162,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nan. Da sich vier Monatsraten auf\n\n \n\n300,00 EUR\n\n \n\n \n\n \n\nbelaufen, ist der Kläger in der Lage, die Kosten des Verfahrens selbst zu tragen.   \n\n \n\n        \n\n \n\n \n\n \n\n \n\n15 \n\nAußergerichtliche Kosten werden nicht erstattet, § 127 Abs. 4 ZPO.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/142621","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-stuttgart/2006-11-06/15-wf-275-06","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 115","ref_norm":"115","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 127","ref_norm":"127","n":1},{"jurabk":"SGB 12","ref":"§ 82","ref_norm":"82","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/142621","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/142621","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-stuttgart/2006-11-06/15-wf-275-06","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/142621","retrieved":"2026-07-09 00:31:28.119936+00:00"}}