{"status":"available","doknr":"OLD160639","ecli":"ECLI:DE:VGGE:2015:0923.7K5963.14.00","court":"Verwaltungsgericht Gelsenkirchen","senate":null,"decided":"2015-09-23","aktenzeichen":"7 K 5963/14","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Klage wird abgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Verfahrens.\n\nDas Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der Kläger darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung in Höhe von 110 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.\n\n1\n\nT a t b e s t a n d\n\n2\n\nDer Kläger wendet sich gegen die Entziehung seiner Fahrerlaubnis.\n\n3\n\nDer am °°°°° geborene Kläger ist seit September 2007 Inhaber der Fahrerlaubnis der Klassen B, MSL und seit September 2011 der Klasse C.\n\n4\n\nAm 12. Oktober 2014 wurde der Kläger anlässlich einer Verkehrskontrolle als Fahrzeugführer bei dem Drogenvortest positiv auf Amphetamin und THC getestet. Ausweislich des polizeilichen Vermerks räumte der Kläger den Konsum von Amphetamin und Cannabis ein. Er habe am Abend des 11. Oktober 2014 einen Joint geraucht. Bei der daraufhin entnommenen Blutprobe des Klägers wurde durch das Labor L.     ein Amphetamin-Wert von 50 µg/l, ein THC-Wert von 2,5 µg/l und ein THC-COOH-Wert von 32 µg/l ermittelt.\n\n5\n\nMit Bescheid vom 2. Dezember 2014, zugestellt am 5. Dezember 2014, entzog die Beklagte dem Kläger die Fahrerlaubnis, forderte diesen auf, den Führerschein spätestens drei Tage nach Zustellung der Verfügung abzuliefern und drohte die Festsetzung eines Zwangsgelds in Höhe von 125,‑‑ Euro an. Die Fahrerlaubnis sei zu entziehen, da der Kläger als Konsument von Amphetamin nach Nr. 9.1 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnis-Verordnung ‑ FeV ‑ ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs sei. Darüber hinaus sei der Kläger auch wegen der Einnahme von Cannabis nach Nr. 9.2 der Anlage 4 zur FeV ungeeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs, da dieser nicht zwischen dem Konsum und der Verkehrsteilnahme getrennt habe. Bei dem ermittelten THC-COOH-Wert sei von einem erheblichen Cannabis-Konsum auszugehen.\n\n6\n\nGegen diesen Bescheid hat der Kläger am 31. Dezember 2014 Klage erhoben.\n\n7\n\nDer Kläger beantragt,\n\n8\n\nden Bescheid der Beklagten vom 2. Dezember 2014 aufzuheben.\n\n9\n\nDie Beklagte beantragt,\n\n10\n\ndie Klage abzuweisen.\n\n11\n\nDurch Beschluss vom 24. August 2015 ist der Rechtsstreit auf den Berichterstatter als Einzelrichter übertragen worden.\n\n12\n\nDie Beteiligten haben sich durch die Schriftsätze vom 21. September 2015 und vom 22. September 2015 mit einer Entscheidung ohne mündliche Verhandlung einverstanden erklärt.\n\n13\n\nWegen der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstands wird auf den Inhalt der Gerichtsakte des vorliegenden Verfahrens und auf den Verwaltungsvorgang der Beklagten Bezug genommen.\n\n14\n\nE n t s c h e i d u n g s g r ü n d e\n\n15\n\nDie Entscheidung ergeht durch den Einzelrichter (§ 6 Abs. 1 Verwaltungsgerichtsordnung ‑ VwGO ‑) und im Einverständnis der Beteiligten ohne mündliche Verhandlung (§ 101 Abs. 2 VwGO).\n\n16\n\nDie zulässige Klage hat in der Sache keinen Erfolg.\n\n17\n\nDer Bescheid der Beklagten vom 2. Dezember 2014 ist rechtmäßig (§ 113 Abs. 1 VwGO).\n\n18\n\nDie Beklagte hat die Fahrerlaubnis auf der Grundlage von § 3 Abs. 1 Straßenverkehrsgesetz ‑ StVG ‑ i. V. m. § 46 Abs. 1 Fahrerlaubnis-Verordnung ‑ FeV ‑ zu Recht entzogen. Der Kläger hat sich gemäß § 11 Abs. 1 FeV i. V. m. Ziffer 9.1 der Anlage 4 zur FeV jedenfalls durch den nachgewiesenen Konsum von Amphetamin als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erwiesen. Insoweit wird auf die Gründe der angefochtenen Verfügung (§ 117 Abs. 5 VwGO) verwiesen, denen das Gericht folgt. Bereits der einmalige Konsum sogenannter harter Drogen, zu denen auch Amphetamin zählt, schließt regelmäßig die Kraftfahreignung aus, wobei nicht maßgeblich ist, ob unter dem Einfluss der Betäubungsmittel ein Auto geführt wurde.\n\n19\n\nOVG NRW, Beschluss vom 7. April 2014 ‑ 16 B 89/14 ‑, juris; OVG NRW, Beschluss vom 24. Juli 2013 ‑ 16 B 718/13 ‑, juris.\n\n20\n\nBesondere Gründe dafür, dass der Kläger trotz des nachgewiesenen Konsums von Amphetamin zum Führen eines Kraftfahrzeugs geeignet ist, sind weder ersichtlich noch durch den Kläger dargelegt worden.\n\n21\n\nDie Kostenentscheidung ergeht gemäß § 154 Abs. 1 VwGO.\n\n22\n\nDie Regelung über die vorläufige Vollstreckbarkeit beruht auf § 167 VwGO i. V. m. §§ 708 Nr. 11, 711 Zivilprozessordnung ‑ ZPO ‑.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/160639","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-gelsenkirchen/2015-09-23/7-k-5963-14","cited_norms":[{"jurabk":"FeV 2010","ref":"§ 11","ref_norm":"11","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 113","ref_norm":"113","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 117","ref_norm":"117","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 167","ref_norm":"167","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/160639","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/160639","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-gelsenkirchen/2015-09-23/7-k-5963-14","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/160639","retrieved":"2026-07-09 00:34:06.508351+00:00"}}