{"status":"available","doknr":"OLD189109","ecli":"ECLI:DE:VGGE:2013:1009.7L1016.13.00","court":"Verwaltungsgericht Gelsenkirchen","senate":null,"decided":"2013-10-09","aktenzeichen":"7 L 1016/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1.\n\nDer Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe wird abgelehnt.\n\n2.\n\nDer Antrag auf Regelung der Vollziehung wird auf Kosten des Antragstellers abgelehnt.\n\n3.\n\nDer Streitwert wird auf 2.500 € festgesetzt.\n\n1\n\nG r ü n d e:\n\n2\n\nDer Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe ist unbeschadet der wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse des Antragstellers, die er bis heute nicht dargelegt und nachgewiesen hat, abzulehnen, weil die beabsichtigte Rechtsverfolgung, wie sich aus Nachstehendem ergibt, keine hinreichenden Aussichten auf Erfolg bietet, § 166 der Verwaltungsgerichtsordnung - VwGO - i. V. m. § 114 Satz 1 der Zivilprozessordnung - ZPO -.\n\n3\n\nDer gemäß § 80 Abs. 5 VwGO gestellte Antrag,\n\n4\n\ndie aufschiebende Wirkung der Klage des Antragstellers 7 K 3939/13 gegen die Ordnungsverfügung des Antragsgegners vom 15. August 2013 wiederherzustellen,\n\n5\n\nist zulässig, aber unbegründet. Die im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzverfahrens vorzunehmende Interessenabwägung fällt zu Lasten des Antragstellers aus, denn die Ordnungsverfügung ist bei summarischer Prüfung mit großer Wahrscheinlichkeit rechtmäßig. Zur Begründung verweist die Kammer zur Vermeidung von Wiederholungen zunächst auf die rechtlichen und tatsächlichen Ausführungen in der angegriffenen Verfügung, denen sie im Ergebnis folgt (vgl. § 117 Abs. 5 VwGO).\n\n6\n\nErgänzend ist mit Rücksicht auf das Klage- und Antragsvorbringen folgendes auszuführen:\n\n7\n\nMaßgeblich ist im vorliegenden Fall, dass der Antragsteller den Amphetaminkonsum eingeräumt hat und dieser auch forensisch nachgewiesen ist (Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums N.       , Gutachten vom 19. Juli 2013). Ob der Konsum tatsächlich bereits am 30. Mai 2013 und nur einmalig stattgefunden hat, ist für die Frage der Kraftfahreignung ohne Belang. Eine weitere Klärung oder ein Abwarten auf die seit Antragstellung vom 22. August angekündigte eidesstattliche Versicherung hierzu ist daher nicht angezeigt. Angemerkt sei nur, dass die ärztliche Untersuchung am Vorfallstage (4. Juni 2013, 15:48 Uhr) bescheinigt, dass der Antragsteller seinem äußeren Anschein nach „deutlich“ unter Drogen gestanden habe.\n\n8\n\nNach Nr. 9.1 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnisverordnung ‑ FeV ‑ schließt der Konsum von Betäubungsmitteln im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes, zu denen Amphetamin zählt, die Kraftfahreignung aus. Die Einnahme von sog. harten Drogen schließt die Kraftfahreignung unabhängig davon aus, ob unter der Wirkung dieser Droge ein Kraftfahrzeug geführt worden ist oder nicht (Nr. 9.1 der Anlage 4 zu §§ 11, 13 und 14 FeV; vgl. auch: Nr. 3.12.1 der Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahreignung des gemeinsamen Beirats für Verkehrsmedizin beim Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und beim Bundesministerium für Gesundheit, Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen, Bergisch-Gladbach, November 2009). Schon der einmalige Konsum sog. harter Drogen ist ausreichend, um die Kraftfahreignung zu verneinen,\n\n9\n\nso auch OVG NRW, Beschluss vom 6. März 2007 ‑ 16 B 332/07 ‑; OVG Lüneburg, Beschlüsse vom 16. Februar 2004 ‑ 12 ME60/04 ‑ und 16. Juni 2003 ‑ 12 ME 172/03 ‑, DAR 2003, 432 f.; OVG Brandenburg, Beschluss vom 22. Juli 2004 ‑ 4 B 37/04 ‑; OVG Saarland, Beschluss vom 30. März 2006 ‑ 1 W 8/06 ‑; VGH Baden-Württemberg, Beschluss vom 22. November 2004 ‑ 10 S 2182/04 ‑, VRS 108 (2005), 123 ff.; HessVGH, Beschluss vom 31. März 2012 ‑ 2 B 1570/11 ‑.\n\n10\n\nEin Ermessen steht dem Antragsgegner bei feststehender Ungeeignetheit nicht zu. Angesichts dessen bestehen auch keinerlei Bedenken gegen die Anordnung der sofortigen Vollziehung der Entziehungsverfügung. Die vom Antragsteller ausgehende Gefahr für die Allgemeinheit erscheint zu groß, als dass sie bis zur Entscheidung der Hauptsache hingenommen werden könnte. Etwaige berufliche und private Nachteile hat der Antragsteller daher hinzunehmen. Es bleibt ihm unbenommen, den Nachweis der Drogenfreiheit in einem späteren Wiedererteilungsverfahren durch eine medizinisch-psychologische Untersuchung zu führen, die zwingend vorgeschrieben ist (vgl. § 14 Abs. 2 FeV). Das hierzu angebotene einmalige Drogenscreening reicht jedenfalls nicht aus.\n\n11\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 1 VwGO. Die Streitwertfestsetzung beruht auf § 53 Abs. 2 Nr. 2 i. V. m. § 52 Abs. 1 des Gerichtskostengesetzes und entspricht der Rechtsprechung des OVG NRW bei Streitigkeiten um eine Fahrerlaubnis in einem vorläufigen Rechtsschutzverfahren, vgl. Beschluss vom 4. Mai 2009 ‑ 16 E 550/09 ‑, juris/nrwe.de.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/189109","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-gelsenkirchen/2013-10-09/7-l-1016-13","cited_norms":[{"jurabk":"FeV 2010","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":2},{"jurabk":"FeV 2010","ref":"§ 13","ref_norm":"13","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 117","ref_norm":"117","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 166","ref_norm":"166","n":1},{"jurabk":"FeV 2010","ref":"§ 11","ref_norm":"11","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/189109","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/189109","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/vg-gelsenkirchen/2013-10-09/7-l-1016-13","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/189109","retrieved":"2026-07-09 01:05:14.067650+00:00"}}