{"status":"available","doknr":"OLD465991","ecli":"ECLI:DE:SGDO:2018:0216.S17U811.16.00","court":"Sozialgericht Dortmund","senate":null,"decided":"2018-02-16","aktenzeichen":"S 17 U 811/16","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Klage wird abgewiesen.\n\nAußergerichtliche Kosten haben die Beteiligten einander nicht zu erstatten.\n\n1\n\nTatbestand:\n\n2\n\nDie Beteiligten streiten um Verletztenrente.\n\n3\n\nDer im Jahre 1974 geborene Kläger ist Beschäftigter der T GmbH und wird als Integrationshelfer an einer Schule eingesetzt. Am 29.04.2014 ging eine Unfallanzeige der Arbeitgeberin des Klägers ein, wonach der Kläger sich am 08.01.2014 das rechte Kniegelenk beschädigt habe, als er beim Ringen mit einem Schüler zu einem Wurf angesetzt habe.\n\n4\n\nDie Beklagte sichtete in Ermittlung etwaiger Entschädigungsansprüche des Klägers medizinische Befundunterlagen, sichtete ihre Unterlagen zu weiteren vom Kläger geltend gemachten Arbeitsunfällen und holte ein Sachverständigengutachten des Chirurgen Dr. M aus Hagen ein.\n\n5\n\nMit Bescheid vom 25.04.2016 erklärte die Beklagte sodann unter Berufung auf das Gutachten von Herrn Dr. M, das betreffende Ereignis als Arbeitsunfall anzuerkennen, die Bewilligung von Rente indes abzulehnen.\n\n6\n\nDer Kläger legte hiergegen Widerspruch ein, welchen er damit begründete, dass er von einer MdE von mindestens 20 v.H. ausgehe. Er könne seine Tätigkeit als Integrationskraft, welche beinhalte, mit Kindern Sport zu betreiben, nicht mehr ausüben.\n\n7\n\nMit Bescheid vom 08.08.2016 wies die Beklagte den Widerspruch als unbegründet zurück.\n\n8\n\nDie Beklagte begründete ihre Entscheidung damit, dass die Folge des Arbeitsunfalles in einer Zerrung des rechten Kniegelenkes bestehe, die ausgeheilt sei.\n\n9\n\nHiergegen ist am 09.09.2016 beim erkennenden Gericht Klage erhoben worden.\n\n10\n\nDer Kläger trägt vor,\n\n11\n\ndas Gutachten von Herrn Dr. M weise Widersprüchlichkeiten auf. Es widerspreche auch anderweitigen medizinischen Befunden, insbesondere einem kernspintomographischen Befund.\n\n12\n\nDer Kläger beantragt,\n\n13\n\n                            die Beklagte unter teilweiser Aufhebung des Bescheides vom 25.04.2016 in\n\n14\n\n                     der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 08.08.2016 zu verurteilen,\n\n15\n\n                      ihm Verletztenrente zu bewilligen.\n\n16\n\nDie Beklagte beantragt,\n\n17\n\n                            die Klage abzuweisen.\n\n18\n\nDie Beklagte hält ihre Entscheidung für rechtmäßig und trägt ergänzend vor,\n\n19\n\nbei dem Kläger sei nach dem kernspintomographischen Befund eine Arthroskopie durchgeführt worden. Dort habe sich der Befund gerade nicht bestätigt. Vielmehr seien Innen- und Außenmeniskus intakt und die Kreuzbänder stabil vorgefunden worden.\n\n20\n\nDas Gericht hat gem. § 109 des Sozialgerichtsgesetzes (SGG) Beweis erhoben durch Einholung eines medizinischen Sachverständigengutachtens, erstattet durch den Chirurgen Dr. H aus Hagen.\n\n21\n\nWegen des Inhalts und des Ergebnisses des Gutachtens wird auf die Gerichtsakte verwiesen.\n\n22\n\nWegen weiterer Einzelheiten wird auf den Inhalt der Schriftsätze der Beteiligten und der beigezogenen Verwaltungsakte der Beklagten Bezug genommen.\n\n23\n\nEntscheidungsgründe:\n\n24\n\nDie Klage ist zulässig, aber unbegründet.\n\n25\n\nDer angefochtene Bescheid der Beklagten vom 25.04.2016 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 08.08.2016 ist rechtlich nicht zu beanstanden.\n\n26\n\nDem Kläger steht Verletztenrente nicht zu.\n\n27\n\nGemäß § 56 Abs. 1 S. 1 des Siebten Buches des Sozialgesetzbuches (SGB VII) haben nur solche Versicherte Anspruch auf eine Rente, deren Erwerbsfähigkeit infolge eines Versicherungsfalls über die 26. Woche nach dem Versicherungsfall hinaus um wenigstens 20 v.H. gemindert ist.\n\n28\n\nIm vorliegenden Fall ist demgegenüber eine unfallbedingte Minderung der Erwerbsfähigkeit bei dem Kläger überhaupt nicht festzustellen.\n\n29\n\nDies folgt aus dem von der Beklagten im Verwaltungsverfahren eingeholten medizinischen Sachverständigengutachten des Chirurgen Dr. M aus Hagen. Herr Dr. M ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die bei dem Kläger bestehenden gesundheitlichen Probleme im Nachgang zu dem Ereignis vom 08.01.2014 nach wissenschaftlichen Erkenntnissen unfallbedingt nur bis zum 26.01.2014 bestanden haben könnten und für die Zeit danach als ausgeheilt zu betrachten seien.\n\n30\n\nDie Kammer hält das Gutachten von Herrn Dr. M als Urkunde für verwertbar, die eine schlüssige, in sich widerspruchsfreie medizinische Einschätzung beinhaltet.\n\n31\n\nEs bestehen keine Anhaltspunkte, an der Richtigkeit der sachverständigen Einschätzung Zweifel zu hegen. Das Gutachten ist erstattet worden nach Erhebung der Anamnese unter besonderer Berücksichtigung der vom Kläger vorgetragenen Beschwerden, nach Sichtung der Aktenlage und nach Durchführung einer klinischen Untersuchung. Die gutachtlichen Aussagen sind klar und unmissverständlich.\n\n32\n\nDie Richtigkeit des Gutachtens von Herrn Dr. M wird im Übrigen durch den Inhalt anderweitiger aktenkundiger medizinischer Befundunterlagen bestätigt. Danach hat sich der nach Durchführung eines MRT am 21.02.2014 erhobene Verdachtsbefund eines vollständigen Kreuzbandrisses im rechten Knie des Klägers in einer am 07.03.2014 dann durchgeführten Arthroskopie glücklicherweise nicht bestätigt. Die Tasthakenuntersuchung hat vielmehr Stabilität von Kreuzbändern und Menisken erbracht. Sowohl der Außen- als auch der Innenmeniskus werden in dem betreffenden Bericht als intakt beschrieben\n\n33\n\nKeine andere Bewertung begründet das nach § 109 des Sozialgerichtsgesetzes (SGG) eingeholte Gutachten des Chirurgen Dr. H aus Hagen.\n\n34\n\nHerr Dr. H erklärt, mit der Einschätzung von Herrn Dr. M vollständig übereinzustimmen. Die unfallbedingte MdE des Klägers betrage 0 v.H..\n\n35\n\nDie Klage war daher abzuweisen, wobei sich die Kostenentscheidung aus § 193 SGG ergibt.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/465991","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-dortmund/2018-02-16/s-17-u-811-16","cited_norms":[{"jurabk":"SGG","ref":"§ 193","ref_norm":"193","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/465991","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/465991","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/sg-dortmund/2018-02-16/s-17-u-811-16","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/465991","retrieved":"2026-07-09 08:04:37.989615+00:00"}}