{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2026:1007.10E229.26.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2026-10-07","aktenzeichen":"10 E 229/26","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Beschwerde der wird zurückgewiesen.\n\nDie Antragsteller tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens als Gesamtschuldner. Außergerichtliche Kosten werden nicht erstattet.\n\n \n\nGründe:\n\n1\n\nDie gemäß § 146 Abs. 1 VwGO statthafte und auch im Übrigen zulässige Beschwer­de der Antragsteller gegen den nach § 11 Abs. 3 Satz 2 RVG i. V. m. §§ 165, 151 VwGO ergangenen Erinnerungsbeschluss des Verwaltungsgerichts, über die der Senat in der Besetzung mit drei Berufsrichtern gemäß § 9 Abs. 3 Satz 1 VwGO i. V. m. § 109 Abs. 1 Satz 2 JustG NRW entscheidet,\n\n2\n\nvgl. in diesem Zusammenhang OVG NRW, Be­schlüsse vom 15. Juli 2025 - 10 E 176/25 -, juris Rn. 2 f., und vom 20. Dezember 2017 - 4 E 891/17 -, juris Rn. 1 f., jeweils m. w. N.,\n\n3\n\nist unbegründet. Das Verwaltungsgericht hat die Erinnerung gegen den Beschluss der Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle vom 23. Dezember 2024, mit dem der An­trag auf Festsetzung der Vergütung nach § 11 RVG abgelehnt wurde, zu Recht zu­rückgewiesen.\n\n4\n\nNach § 11 Abs. 5 Satz 1 RVG ist die Festsetzung der Vergütung abzulehnen, soweit der Antragsgegner Einwendungen oder Einreden erhebt, die nicht im Gebührenrecht ihren Grund haben. Über die Begründetheit eines solchen Einwandes ist nicht im Vergütungsfestsetzungsverfahren zu entscheiden. Deshalb kann grundsätzlich weder eine nähere Substantiierung des Einwandes verlangt werden, noch hat eine materiell-rechtliche Schlüssigkeitsprüfung zu erfolgen. Etwas anderes gilt aus­nahmsweise nur dann, wenn der Einwand offensichtlich unbegründet ist, das heißt wenn seine Haltlosigkeit ohne nähere Sachprüfung auf der Hand liegt, substanzlos ist oder erkennbar rechtsmissbräuchlich eingesetzt wird.\n\n5\n\nVgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 25. April 2016 - 1 BvR 1255/14 -, juris Rn. 3; OVG NRW, Beschluss vom 22. Juni 2020 - 4 E 180/19 -, juris Rn. 2.\n\n6\n\nHiervon ausgehend ist ein die Vergütungsfestsetzung ausschließender Tatbestand im Sinne des § 11 Abs. 5 Satz 1 RVG gegeben. Die Antragsgegner haben jeweils unter Übersendung der entsprechenden amtsgerichtlichen Protokolle vorgetragen, die Erbschaft ausgeschlagen bzw. die Annahme der Erbschaft angefochten zu haben. Damit haben sie Einwände nicht gebührenrechtlicher Art erhoben.\n\n7\n\nDiese sind auch nicht offensichtlich unbegründet. Die zwischen den Beteiligten umstrittenen Fragen, ob die Antragsgegner gemäß § 1944 Abs. 1 und 2 BGB die Erbschaft rechtzeitig ausgeschlagen haben,\n\n8\n\nsiehe insbesondere zu den verschiedenen Umstän­den, von welchen der Ausschlagende Kenntnis haben muss OLG Hamm, Beschluss vom 30. August 2024 - I-10 W 141/23 -, juris Rn. 15, sowie Heine­mann, in: Gsell/Krüger/Lorenz/Reymann, beck-online.GROSSKOMMENTAR, Stand: 1. Juli 2026, BGB, § 1944 Rn. 42 - 44,\n\n9\n\nbzw. ob eine Anfechtung der Annahme der Erbschaft nach § 1954 BGB in Betracht kommt, bedarf einer näheren Sachprüfung, die nicht im Vergütungsfestsetzungsver­fahren erfolgen kann.\n\n10\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf den §§ 154 Abs. 2, 159 Satz 2 VwGO, § 11 Abs. 2 Satz 6 RVG.\n\n11\n\nEiner Streitwertfestsetzung bedarf es nicht, weil lediglich die Festgebühr nach Nr. 5502 der Anlage 1 zu § 3 Abs. 2 GKG anfällt.\n\n12\n\nDieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 152 Abs. 1 VwGO).","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2026-10-07/10-e-229-26","cited_norms":[{"jurabk":"RVG","ref":"§ 11","ref_norm":"11","n":5},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1954","ref_norm":"1954","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 151","ref_norm":"151","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 159","ref_norm":"159","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 165","ref_norm":"165","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 9","ref_norm":"9","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"JustG NRW","ref":"§ 109","ref_norm":"109","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2026-10-07/10-e-229-26","retrieved":"2026-10-20 15:25:35.782382+00:00"},"card":{"id":"ovg-nrw/2026-10-07/10-e-229-26","court":"OVG NRW","court_id":"ovg-nrw","court_as_stated":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","panel":null,"date":"2026-10-07","dockets":["10 E 229/26"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2026:1007.10E229.26.00","ids":{"ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2026:1007.10E229.26.00"},"cite_as":"OVG NRW, Beschluss vom 07.10.2026 – 10 E 229/26","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2026-10-07/10-e-229-26","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Die Beschwerde der wird zurückgewiesen.\n\nDie Antragsteller tragen die Kosten des Beschwerdeverfahrens als Gesamtschuldner. 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