{"status":"available","doknr":"OLD323580","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2019:1028.4A3755.19A.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2019-10-28","aktenzeichen":"4 A 3755/19.A","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das auf die mündliche Verhandlung vom 5.8.2019 ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen wird abgelehnt.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden.\n\n1\n\nGründe:\n\n2\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung hat keinen Erfolg.\n\n3\n\nDie Berufung ist weder wegen der geltend gemachten ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des Urteils, noch wegen besonderer rechtlicher Schwierigkeiten der Rechtssache zuzulassen. Diese stellen keine Zulassungsgründe im Sinne des § 78 Abs. 3 AsylG dar.\n\n4\n\nDie Zulassung rechtfertigt sich auch nicht aus der vom Kläger angeführten grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache (§ 78 Abs. 3 Nr. 1 AsylG).\n\n5\n\nGrundsätzliche Bedeutung im Sinne des § 78 Abs. 3 Nr. 1 AsylG hat eine Rechtssache nur dann, wenn sie eine bisher höchstrichterlich oder obergerichtlich nicht beantwortete Rechtsfrage oder eine im Bereich der Tatsachenfeststellung bisher obergerichtlich nicht geklärte Frage von allgemeiner Bedeutung aufwirft, die sich in dem angestrebten Berufungsverfahren stellen würde und die im Interesse der Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder der Fortentwicklung des Rechts berufungsgerichtlicher Klärung bedarf. Für die Darlegung dieser Voraussetzungen ist neben der Formulierung einer Rechts- oder Tatsachenfrage erforderlich, dass der Zulassungsantrag konkret auf die Klärungsbedürftigkeit und -fähigkeit der Rechts- bzw. Tatsachenfrage sowie ihre über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung eingeht.\n\n6\n\nVgl. OVG NRW, Beschluss vom 29.1.2016 – 4 A 2103/15.A –, juris, Rn. 2 f., m. w. N.\n\n7\n\nDaran fehlt es hier. Der Kläger benennt keine klärungsbedürftige Rechts- oder Tatsachenfrage. Sie ist dem Vorbringen auch nicht sinngemäß zu entnehmen.\n\n8\n\nDer dem Vorbringen des Klägers sinngemäß zu entnehmende Vorwurf eines Verfahrensmangels (Zulassungsgrund nach § 78 Abs. 3 Nr. 3 AsylG) führt ebenfalls nicht zur Zulassung der Berufung.\n\n9\n\nDies gilt bereits für die vom Kläger in Zweifel gezogene Sachverhalts- und Beweiswürdigung des Verwaltungsgerichts. Diese ist dem sachlichen Recht zuzuordnen und rechtfertigt von vornherein nicht die Zulassung der Berufung wegen eines Verfahrensmangels.\n\n10\n\nVgl. BVerwG, Beschlüsse vom 1.2.2010 – 10 B 21.09 u. a. –, juris, Rn. 13, m. w. N., und vom 2.11.1995 – 9 B 710.94 –, NVwZ-RR 1996, 359 = juris, Rn. 5.\n\n11\n\nAuch der Einwand, das Verwaltungsgericht habe bei seiner Entscheidung einen Bericht des UNHCR nur ungenügend berücksichtigt, führt nicht auf einen Verstoß gegen seinen Anspruch auf rechtliches Gehör. Abgesehen davon, dass der Kläger nicht angibt, inwiefern der Bericht hätte berücksichtigt werden müssen, rügt er der Sache nach eine Verletzung der gerichtlichen Aufklärungspflicht (§ 86 Abs. 1 VwGO). Ein Aufklärungsmangel begründet grundsätzlich jedoch weder einen Gehörsverstoß noch gehört er zu den sonstigen Verfahrensmängeln im Sinne von § 78 Abs. 3 Nr. 3 AsylG in Verbindung mit § 138 VwGO. Dies gilt auch insoweit, als der gerichtlichen Aufklärungsverpflichtung verfassungsrechtliche Bedeutung zukommt.\n\n12\n\nVgl. OVG NRW, Beschlüsse vom 17.11.2015 – 4 A 1439/15.A –, juris, Rn. 7 f., und vom 26.4.2018 – 4 A 869/16.A –, juris, Rn. 36 f., jeweils m. w. N.\n\n13\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO in Verbindung mit § 83b AsylG.\n\n14\n\nDieser Beschluss ist gemäß § 80 AsylG unanfechtbar.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/323580","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2019-10-28/4-a-3755-19-a","cited_norms":[{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":5},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 83b","ref_norm":"83b","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 86","ref_norm":"86","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 138","ref_norm":"138","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/323580","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/323580","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2019-10-28/4-a-3755-19-a","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/323580","retrieved":"2026-07-09 03:57:47.009541+00:00"}}