{"status":"available","doknr":"OLD468944","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2017:1005.14A2469.16.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2017-10-05","aktenzeichen":"14 A 2469/16","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag wird abgelehnt.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Antragsverfahrens.\n\nDer Streitwert für das Antragsverfahren wird auf 1.673,67 Euro festgesetzt.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung hat keinen Erfolg, weil der geltend gemachten Zulassungsgrund grundsätzlicher Bedeutung (§ 124 Abs. 2 Nr. 3 der Verwaltungsgerichtsordnung ‑ VwGO ‑) nicht vorliegt.\n\n3\n\nGrundsätzliche Bedeutung in diesem Sinne hat eine Rechtssache, wenn für die Entscheidung der Vorinstanz eine grundsätzliche, bisher in der Rechtsprechung noch nicht geklärte Rechts- oder Tatsachenfrage von Bedeutung war, die auch für die Entscheidung im Berufungsverfahren erheblich wäre und deren Klärung im Interesse der einheitlichen Rechtsanwendung oder der Fortbildung des Rechts geboten erscheint.\n\n4\n\nDie von der Klägerin aufgeworfene Frage, ob die nach dem Einspielergebnis bemessene Vergnügungssteuer den Charakter von Umsatzsteuern i.S. von Art. 401 der Mehrwertsteuersystemrichtlinie (Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28.11.2006) hat, ist nicht klärungsbedürftig, da sie im verneinendenden Sinne geklärt ist.\n\n5\n\nBVerwG, Beschluss vom 11.9.2013 ‑ 9 B 43.13 ‑, juris, Rn. 3; BFH, Urteil vom 22.4.2010 ‑ V R 26/08 ‑, BFHE 229, 429, Rn. 14.\n\n6\n\nEbenso ist geklärt, dass Umsatz- und Vergnügungssteuer kumulativ erhoben werden dürfen.\n\n7\n\nEuGH, Urteil vom 24.10.2013 ‑ C-440/12 ‑, juris, Rn. 27 ff.; BVerwG, Beschluss vom 11.9.2013 ‑ 9 B 43.13 ‑, juris, Rn. 3.\n\n8\n\nSchließlich ist auch die Frage, ob von der Bemessungsgrundlage der Vergnügungssteuer der im Einspielergebnis enthaltene abzuführende Umsatzsteuerbetrag abgezogen werden muss (Netto- statt Bruttokasse), nicht klärungsbedürftig. In der Rechtsprechung des Senats ist dies im verneinenden Sinne geklärt. Bei der Frage handelt es sich um eine solche der Berechnung der Steuer. Ein verfassungsrechtlicher Grundsatz, dass eine Steuer nur nach dem Nettobetrag erhoben werden kann, besteht nicht.\n\n9\n\nOVG NRW, Beschluss vom 7.3.2016 ‑ 14 B 160/16 ‑, S. 2 des amtl. Umdrucks; Beschluss vom 18.2.2014 ‑ 14 A 2592/13 ‑, NRWE, Rn. 12 f., und juris, Rn. 11 f.\n\n10\n\nEs ist bundesrechtlich geklärt, dass eine Steuer nicht aus der Bemessungsgrundlage einer anderen Steuer herausgerechnet werden muss.\n\n11\n\nBFH, Urteil vom 22.4.2010 ‑ V R 26/08 ‑, BFHE 229, 429, Rn. 11 ff. für den Abzug der Vergnügungssteuer von der Bemessungsgrundlage der Umsatzsteuer.\n\n12\n\nDas Antragsvorbringen gibt keine Veranlassung, die Fragen als immer noch oder erneut klärungsbedürftig anzusehen.\n\n13\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf §§ 47 Abs. 1 und 3, 52 Abs. 3 des Gerichtskostengesetzes.\n\n14\n\nDieser Beschluss ist unanfechtbar.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/468944","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2017-10-05/14-a-2469-16","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/468944","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/468944","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2017-10-05/14-a-2469-16","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/468944","retrieved":"2026-07-09 08:11:08.144887+00:00"}}