{"status":"available","doknr":"OLD226755","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2011:0105.14A2642.10.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2011-01-05","aktenzeichen":"14 A 2642/10","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag wird abgelehnt.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Zulassungsverfah-rens.\n\nDer Wert des Streitgegenstandes wird auch für das Zulassungsverfahren auf 144,00 Euro festgesetzt.\n\n1\n\nG r ü n d e :\n\n 2\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung hat keinen Erfolg.\n\n 3\n\nZulassungsgründe im Sinne von § 124 Abs. 2 VwGO sind nicht dem Erfordernis des § 124 a Abs. 4 Satz 4 VwGO genügend dargelegt oder lassen sich nicht feststellen.\n\n 4\n\nDies gilt zunächst hinsichtlich der geltend gemachten ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils im Sinne von § 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO.\n\n 5\n\nZur Begründung seiner Entscheidung hat sich das Verwaltungsgericht auf den Standpunkt gestellt, die Klägerin habe keinen Anspruch auf Steuerermäßigung für einen der von ihr gehaltenen Hunde. Zwar sei gemäß § 4 Satz 1 der Hundesteuersatzung der Stadt B.      (HundStS) für Hunde, die von Inhabern des \"B.      -Passes\" gehalten würden, die Steuer auf Antrag auf 1/3 des Steuersatzes nach § 2 Abs. 1 Ziff. 1 zu ermäßigen. Diese Ermäßigung entfalle jedoch gemäß § 4 Satz 2, wenn - wie hier - mehr als ein Hund gehalten werde. Mit diesem Inhalt verstoße die Satzungsreglung des § 4 HundStS nicht gegen höherrangiges Recht. (Urteilsabdruck S. 4)... Auch der Wegfall einer Steuerermäßigung für Inhaber eines B.      -Passes, wenn sie mehr als einen Hund hielten (§ 4 Satz 2 HundStS), führe zu keinem anderen Ergebnis. (Urteilsabdruck S. 6)... Der Umstand, dass in anderen Gemeinden die Steuer für \"Sozialhilfeempfänger\" auch bei Haltung mehrerer Hunde für den ersten Hund ermäßigt werde, sei ebenfalls nicht geeignet, die vorliegende Steuererhebung in Frage zu stellen. (Urteilsabdruck S. 6).\n\n 6\n\nDie dagegen gerichteten Ausführungen der Klägerin vermögen keine ernstlichen Zweifel im Sinne von § 124 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 VwGO zu begründen.\n\n 7\n\nEntgegen ihrer Auffassung ist der Wortlaut des § 4 HundStS eindeutig, wenn auch nicht in dem Sinne, wie ihn die Klägerin der Regelung beizumessen versucht. § 4 Satz 1 HundStS regelt die Ermäßigung der Steuer für Inhaber des \"B.      -Passes\". Demgegenüber regelt § 4 Satz 2 HundStS, dass die Ermäßigung, somit die nach Satz 1 vorgesehene, grundlegende Ermäßigung, entfällt, wenn mehr als ein Hund gehalten wird. Satz 2 enthält nicht etwa eine Einschränkung, dass der Wegfall der Ermäßigungsregelung nur die über die Anzahl von einem Hund hinausgehend gehaltenen Hunde betrifft. \n\n 8\n\nAngesichts des dem Normgeber im Steuerrecht eingeräumten weitreichenden Entscheidungsspielraums, \n\n 9\n\nvgl. nur Urteil des Senats vom 19. Oktober 2010\n\n 10\n\n- 14 A 1027/10 -, Juris, Rdnr. 21 ff., und NRWE,\n\n 11\n\nRdnr. 23 ff. , m. w. N.,\n\n 12\n\nlässt sich der von der Klägerin geltend gemachte Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 Abs. 1 GG nicht feststellen. Es besteht ein sachlicher Grund für die Gewährung einer Ermäßigung nach § 4 HundStS bei der Haltung von nur einem Hund im Gegensatz zur Haltung von mehreren Hunden. Die Klägerin räumt selbst ein, dass der mit der Hundesteuersatzung verbundene Lenkungszweck einer Regulierung der Hundehaltung für sich gesehen nicht zu beanstanden ist. Dieser zulässige Lenkungszweck wird aber umso mehr beeinträchtigt, je mehr Hunde im Einzelfall von einem Hundehalter gehalten werden. Daher stellt die Haltung nur eines Hundes mit einem ermäßigten Steuersatz einen Sachverhalt dar, der eine unterschiedliche Handhabung bei der Haltung von mehreren Tieren rechtfertigt. Richtig ist der Einwand der Klägerin, dass dieser Lenkungszweck auch gefördert würde, wenn nur für die über einen Hund hinausgehend gehaltenen Hunde die Ermäßigung entfiele. Der Lenkungszweck wird aber noch stärker verfolgt, wenn die Haltung von mehr als einem Hund sogar – wie hier – mit dem Wegfall jedweder Vergünstigung für alle Hunde belegt wird. Die Auffassung der Klägerin, mit dem Wegfall der Vergünstigung nur für den zweiten und weitere Hunde werde dem Lenkungszweck \"hinreichend genüge getan\", wird vom Satzungsgeber, in dessen Ermessen diese Wertung liegt, ohne Verstoß gegen höherrangiges Recht nicht geteilt. \n\n 13\n\nDer von der Klägerin geforderten verfassungskonformen Auslegung der Norm bedarf es nicht. \n\n 14\n\nDass, wie von der Klägerin geltend gemacht, in der Region B.      im Übrigen in ihrem Sinne verfahren werde, ist für die hier maßgeblichen Verhältnisse in der Stadt B.      ohne Bedeutung. Denn die Gleichbehandlung kann ein Hoheitsträger nur im Bereich seines Hoheitsgebiets vornehmen. Im Übrigen legt die Klägerin nicht dar, dass die anderen Satzungsregelungen in der Region B.      derjenigen der Hundesteuersatzung B.      entsprächen. \n\n 15\n\nZu der ebenfalls geltend gemachten grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache im Sinne von § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO enthält die Begründung des Zulassungsantrages keine Darlegungen. \n\n 16\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf §§ 47 Abs. 1 und 3 und 52 Abs. 3 GKG. \n\n 17\n\nDieser Beschluss ist unanfechtbar.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/226755","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2011-01-05/14-a-2642-10","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":4},{"jurabk":"GG","ref":"Art 3","ref_norm":"3","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/226755","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/226755","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2011-01-05/14-a-2642-10","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/226755","retrieved":"2026-07-09 01:47:38.412630+00:00"}}