{"status":"available","doknr":"OLD254401","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2008:0530.5A2907.06.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2008-05-30","aktenzeichen":"5 A 2907/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das auf Grund der \nmündlichen Verhandlung vom 16. Juni 2006 ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts Köln \nwird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Zulassungsverfahrens.\n\nDer Streitwert wird auch für das Zulassungsverfahren auf 4.299,24 EUR festgesetzt.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung ist unbegründet. \n\n3\n\nDas Vorbringen des Klägers weckt keine ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des \nangefochtenen Urteils (§ 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO).\n\n4\n\nDas Verwaltungsgericht hat zutreffend ausgeführt, dass mit der Verweisung auf die \nLegaldefinitionen von \"Arbeitseinkommen\" und \"Arbeitsentgelt\" im Sozialversicherungsrecht \n(§§ 14, 15 SGB IV) in § 2 Abs. 3 Satz 2 des Gesetzes über die Versorgung der \nWirtschaftsprüfer und der vereidigten Buchprüfer (WPVG NRW), § 29 Abs. 1 Satz 2 der \nSatzung des Beklagten (SWPV) eine strikte Anpassung an die sozialversicherungsrechtlichen \nVorschriften erfolgt ist. \n\n5\n\nVgl. OVG NRW, Beschluss vom 15. Mai 1998 - 4 A 6566/95 - sowie zur entsprechenden \nRechtslage im Bereich der Rechtsanwaltsversorgung Beschlüsse vom 12. März 2002 - 4 A \n4569/01 - und 12. Dezember 2003 - 4 A 4643/02 -.\n\n6\n\nAusgehend davon sind die in Rede stehenden Einnahmen des Klägers aus der Auflösung \neiner Beteiligungsgesellschaft \"Arbeitseinkommen\" im Sinne des Satzungsrechts des \nBeklagten. Bei dem Veräußerungsgewinn handelt es sich, wie der Kläger selbst angibt, um \nEinkünfte aus Gewerbebetrieb gemäß § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, § 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG. \nEinkünfte dieser Art sind als ein \"nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des \nEinkommensteuerrechts ermittelte(r) Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit\" im Sinne \nvon § 15 Abs. 1 Satz 1 SGB IV zu werten \n\n7\n\n- vgl. Fischer, in: juris Praxiskommentar SGB IV, § 15 Rn. 34, 36; Klattenhoff, in: \nHauck/Noftz, SGB IV, Stand: Juli 2003, K § 15 Rn. 9 f.; BSG, Urteile vom 22. April 1986 \n- 12 RK 53/84 - juris, Rn. 10 ff., 25. Februar 2004 - B 5 RJ 56/02 R - juris, Rn. 17, 20 f., und \n7. Oktober 2004 - B 13 RJ 13/04 R - juris, Rn. 29 -\n\n8\n\nund damit nach der Satzung des Beklagten Bestandteil der Beitragsbemessungsgrundlage. \n\n9\n\nOhne Erfolg wendet der Kläger ein, der Veräußerungsgewinn sei Einkünften aus \nKapitalvermögen im Sinne von § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 EStG gleich zu stellen und demgemäß \nin die Beitragsbemessungsgrundlage nicht einzubeziehen. Anknüpfend an die Zuordnung im \nSteuerrecht (vgl. etwa §§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG) ist es \nsachgerecht, Einkünfte aus Gesellschaftereinlagen als Arbeitseinkommen im Sinne von § 15 \nAbs. 1 SGB IV zu qualifizieren, wenn der Gesellschafter - in Abgrenzung zu einer bloßen \nKapitalbeteiligung - unternehmerisch mitwirkt. \n\n10\n\nVgl. dazu im Einzelnen BSG, Urteile vom 22. April 1986, a.a.O., Rn. 13 f., und 25. \nFebruar 2004, a.a.O., Rn. 17, 21 ff.\n\n11\n\nEinen solchen Sachverhalt durfte der Beklagte gestützt auf die finanzamtlichen \nFeststellungen im Einkommensteuerbescheid des Klägers für 2002 zugrunde legen. Die vom \nFinanzamt vorgenommene Einordnung der streitigen Einkünfte als Veräußerungsgewinn nach \n§ 16 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG setzt voraus, dass der Kläger als (Mit-)Unternehmer des \nBetriebs der Gesellschaft anzusehen ist. Diese steuerrechtliche Bewertung hat der Kläger \nnicht in Frage gestellt. \n\n12\n\nSeine Rüge, die aus der Unternehmensbeteiligung erzielten Einkünfte hätten mit seiner \nberuflichen Tätigkeit nichts zu tun, greift ebenfalls nicht durch. Die Berücksichtigung von \nEinnahmen aus berufsfremden Beschäftigungen und Tätigkeiten bei der Bemessung des \nVersorgungswerkbeitrags ist nicht zu beanstanden.\n\n13\n\nVgl. OVG NRW, Beschluss vom 12. Dezember 2003 - 4 A 4643/02 -.\n\n14\n\nDer Rechtssache kommt danach auch nicht die geltend gemachte grundsätzliche \nBedeutung (§ 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO) zu.\n\n15\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO.\n\n16\n\nDie Streitwertfestsetzung beruht auf §§ 47, 52 Abs. 3 GKG und berücksichtigt die von \ndem Kläger geltend gemachte Beitragsminderung (358,27 EUR x 12 = 4.299,24 EUR).\n\n17\n\nDieser Beschluss ist nach § 152 Abs. 1 VwGO, § 68 Abs. 1 Satz 5 i.V.m. § 66 Abs. 3 Satz \n3 GKG unanfechtbar.\n\n18","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/254401","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2008-05-30/5-a-2907-06","cited_norms":[{"jurabk":"EStG","ref":"§ 16","ref_norm":"16","n":3},{"jurabk":"SGB 4","ref":"§ 15","ref_norm":"15","n":3},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":1},{"jurabk":"EStG","ref":"§ 2","ref_norm":"2","n":1},{"jurabk":"EStG","ref":"§ 15","ref_norm":"15","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":1},{"jurabk":"SGB 4","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/254401","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/254401","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2008-05-30/5-a-2907-06","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/254401","retrieved":"2026-07-09 02:18:03.378946+00:00"}}