{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2008:0307.4B298.08.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":"4. Senat","decided":"2008-03-07","aktenzeichen":"4 B 298/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag wird abgelehnt.\n\nG r ü n d e :\n\nDer Antrag hat keinen Erfolg. \n\nFür die Gewährung von Vollstreckungsschutz im Rahmen des beim Senat anhängigen \nvorläufigen Rechtsschutzverfahrens besteht kein hinreichender Grund, weil die beabsichtigte \nRechtsverfolgung nach der hier allein möglichen summarischen Prüfung voraussichtlich \nkeinen Erfolg haben wird. Dabei legt der Senat - wie der Antragsteller - zugrunde, dass es \nmaßgeblich auf die Sach- und Rechtslage zum Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung \nankommt.\n\nVgl. Senatsbeschluss vom 18. April 2007 - 4 B 1246/06 - juris m.w.N.; vgl. auch \nBVerwG, Urteil vom 27. April 1990 - 8 C 87.88 -, NVwZ 1991,360.\n\nDanach ist Ermächtigungsgrundlage der streitigen Verfügung nunmehr § 9 Abs. 1 Satz 3 \nNr. 3 GlüStV, wobei vieles dafür spricht, dass das durch diese Vorschrift eingeräumte \nErmessen wegen der Strafbarkeit verbotenen Glücksspiels ( § 284 StGB) regelmäßig in \nderselben Weise zu Lasten des Sportwettenvermittlers auf Null reduziert ist, wie dies der \nSenat für die §§ 14 Abs. 1 OBG NRW, 15 Abs. 2 Satz 1 GewO angenommen hat.\n\nVgl. etwa Senatsbeschluss vom 11. August 2006\n\n - 4 B 1444/06 - unter Hinweis auf Senatsbeschluss vom 8. November 2004 - 4 B 1270/04 \n- juris.\n\nDie vom Antragsteller unter Hinweis auf das Gutachten von Dannecker vom 20. \nNovember 2007 aufgeworfene Frage, ob Sportwetten Glücksspiele i.S.v. § 284 Abs. 1 StGB \nsind, ist nach Ansicht des Senats durch die höchstrichterliche Rechtsprechung im bejahenden \nSinne geklärt.\n\nVgl. BVerwG, Urteil vom 21. Juni 2006 - 6 C 19.06 -, BVerwGE 126, 149; BGH, Urteile \nvom 14. März 2002 - I ZR 279/99 -, NJW 2002, 2175, vom 28. November 2002 - 4 StR \n260/02 -, GewArch 2003, 332, sowie vom 1. April 2004 - I ZR 317/01 -, BGHZ 158, \n343.\n\nLediglich vorsorglich weist der Senat darauf hin, dass - anders als es das \nVerwaltungsgericht Köln in seinem Beschluss vom 21. Februar 2008 - 1 L 1849/07 - \nausgeführt hat - in Fällen der vorliegenden Art weiterhin die örtlichen Ordnungsbehörden für \ndie Untersagung illegaler Sportwettenvermittlung zuständig sein dürften \n\n(§ 18 Abs. 3 GlüStV AG NRW); eine Verlagerung dieser Zuständigkeit auf die \nBezirksregierung Düsseldorf dürfte der Gesetzgeber mit §§ 18 Abs. 2 Satz 1 Buchst. c) \nGlüStV AG NRW, 1 Abs. 2 Telemedienzuständigkeitsgesetz nicht beabsichtigt haben, wie \nsich jedenfalls aus der Gesetzesbegründung ergibt.\n\nVgl. Landtagsdrucksache 14/4849, S. 45 ( - wie bisher -\") sowie S.55 unter D \n(fortgeschrieben\").\n\nEiner anderen Auslegung dürfte darüber hinaus der Gesetzeszweck entgegenstehen, die \nVeranstaltung und Vermittlung illegaler Glückspiele effektiv zu unterbinden. Denn die \nBezirkungsregierung Düsseldorf wäre weit weniger gut imstande, landesweit etwa die \nEröffnung illegaler Wettbüros zu erkennen und zu unterbinden, als es die örtlichen \nOrdnungsbehörden sind. \n\nHinsichtlich der vom Antragsteller im Hinblick auf die seit dem 1. Januar 2008 geltende \nRechtslage dargelegten europa- und verfassungsrechtlichen Bedenken verweist der Senat \nzunächst auf die ausführlichen Erwägungen in dem Beschluss des 13. Senats des Gerichts \nvom 22. Februar 2008 - 13 B 1215/07 - juris, die auch durch das Vorbringen des \nAntragstellers in seinen Schriftsätzen vom 5. und \n\n7. März 2008 nicht entkräftet werden. Soweit sich der Antragsteller darüber hinaus auf \ndie Richtlinie Nr. 98/34/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 22. Juni 1998 \nüber ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften und \nder Vorschriften für Dienste der Informationsgesellschaft (Abl. 1998 Nr. L 204/37), zuletzt \ngeändert durch die Richtlinie 2006/96/EG vom 20. November 2006 (Abl. 2006 Nr. L 363/81), \nund eine daraus folgende Notifizierungspflicht hinsichtlich des GlüStV AG NRW beruft, \nvermag der Senat nicht zu ersehen, dass die vorliegend einschlägigen Vorschriften dieses \nGesetzes (§§ 3 Abs. 1, 14 Abs. 1 GlüStV AG NRW) der genannten Richtlinie unterfallen. \nSollten andere Vorschriften des GlüStV AG NRW - trotz der bereits erfolgten Notfizierung \ndes GlüStV - nach dieser Richtlinie notifizierungspflichtig sein, dürfte dies die Anwendung \nder genannten Normen nicht hindern. \n\nVgl. etwa EuGH, Urteil vom 16. September 1997\n\n- C - 279/94 -, Juris; so wohl auch Streinz u.a., Notifizierungspflicht von \nGlücksspielstaatsvertrag und Ausführungsgesetzen der Länder gemäß der Richtlinie Nr. \n98/34/EG (Informationsrichtlinie), Seite 9 Fn. 22.\n\nSonstige Umstände, die vorliegend nach summarischer Prüfung eine andere Beurteilung \nder Erfolgsaussichten rechtfertigen könnten, sind nicht ersichtlich. \n\nDieser Beschluss ist unanfechtbar.","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2008-03-07/4-b-298-08","cited_norms":[{"jurabk":"StGB","ref":"§ 284","ref_norm":"284","n":2},{"jurabk":"OBG","ref":"§ 14","ref_norm":"14","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2008-03-07/4-b-298-08","retrieved":"2026-10-28 15:55:56.749687+00:00"},"card":{"id":"ovg-nrw/2008-03-07/4-b-298-08","court":"OVG NRW","court_id":"ovg-nrw","court_as_stated":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","panel":"4. Senat","date":"2008-03-07","dockets":["4 B 298/08"],"decision_type":"Beschluss","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2008:0307.4B298.08.00","ids":{"ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2008:0307.4B298.08.00"},"cite_as":"OVG NRW, Beschluss vom 07.03.2008 – 4 B 298/08","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2008-03-07/4-b-298-08","headnotes":[],"leitsatz_status":"not_captured","tenor":{"text":"Der Antrag wird abgelehnt.","basis":"source_label","source":null},"tenor_status":"held","cited_norms":[{"id":"StGB/284","law":"StGB","abbreviation":"StGB","ref":"284","label":"§ 284 StGB","mentions":2},{"id":"OBG/14","law":"OBG","abbreviation":"OBG","ref":"14","label":"§ 14 OBG","mentions":1}],"cited_norms_basis":"extracted_from_text","normenkette":null,"proceeding":{"entries":[],"has_records":false,"note":"No Verfahrensgang record names this decision. That says nothing about whether earlier or later decisions exist."},"fundstellen":[],"provenance":{"source":null,"source_url":null,"retrieved_at":"2026-10-28T15:55:56.749687+00:00","text_quality":"native","attribution":null},"ai_summary":null,"ai_summary_available":false}}