{"status":"available","doknr":"OLD265259","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2007:0328.12A998.05.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2007-03-28","aktenzeichen":"12 A 998/05","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung wird abgelehnt.\n\nDie Kläger tragen die Kosten des Zulassungsverfahrens. \n\nDer Streitwert wird für das Zulassungsverfahren auf 30.000 EUR festgesetzt.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung ist unbegründet.\n\n3\n\nDas Zulassungsvorbringen führt nicht zu ernstlichen Zweifeln i.S.v. § 124 Abs. 2 \nNr. 1 VwGO. Es vermag die Annahme des Verwaltungsgerichts, die Kläger besäßen \nnicht die Rechtsstellung von Deutschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit i.S.d. \nArt. 116 Abs. 1 GG, nicht in Frage zu stellen.\n\n4\n\nDas Verwaltungsgericht hat seine Entscheidung auf drei selbständig tragende \nGründe gestützt: \n\n5\n\n1. Die Großmutter der Klägerin zu 1. habe den Status einer Deutschen ohne \ndeutsche Staatsangehörigkeit nach Art. 116 Abs. 1 GG aufgrund ihrer \n\"Repatriierung\" in die Sowjetunion im Jahr 1945 und damit noch vor dem Inkrafttreten \nder genannten Regelung nicht erwerben können,\n\n6\n\nvgl. BVerwG, Urteil vom 11. November 2003 \n\n7\n\n- 1 C 35.02 -, BVerwGE 119, 172 ff.,\n\n8\n\n2. die Großmutter der Klägerin zu 1. sei bereits am 20. Juli 1944 in den \ndeutschen Staatsverband eingebürgert worden, so dass sie nicht den Status einer \nDeutschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit habe vermitteln können, und\n\n9\n\n3. ein derivativer Erwerb der Eigenschaft einer Deutschen ohne deutsche \nStaatsangehörigkeit durch die Klägerin zu 1. habe nur in Anwendung \nstaatsangehörigkeitsrechtlicher Vorschriften erfolgen können und gemäß § 4 RuStAG \nhabe das vor dem 1. Januar 1975 geborene eheliche Kind einer deutschen Mutter \nund eines - wie hier - ausländischen Vaters die deutsche Staatsangehörigkeit nicht \nallein durch Geburt erwerben können (vgl. im übrigen Art. 3 Abs. 10 RuStAÄndG \n1974).\n\n10\n\nIst eine Entscheidung - wie hier - in jeweils selbständig tragender Weise \nmehrfach begründet, so muss im Hinblick auf jeden der Begründungsteile ein \nZulassungsgrund dargelegt werden und gegeben sein.\n\n11\n\nVgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 3. Juli 1973 - IV B 92.73 -, Buchholz 310 § \n132 VwGO Nr. 109, Beschluss vom 17. April 1985 - 3 B 26.85 -, Buchholz 491.90 \nEWG-Recht Nr. 53, Beschluss vom 1. Februar 1990 - 7 B 19.90 -, Buchholz 310 § \n153 VwGO Nr. 22, Beschluss vom 10. Mai 1990 - 5 B 31.90 -, Buchholz 310 § 132 \nVwGO Nr. 284, Beschluss vom 16. Dezember 1994 - 11 B 182.94 -, juris.\n\n12\n\nDiese Voraussetzungen sind im vorliegenden Fall nicht erfüllt. Die Darlegungen \ndes Zulassungsantrags setzen sich nur mit der ersten tragenden Begründung des \nVerwaltungsgerichts auseinander, lassen jedoch die weiteren, jeweils selbständig \ntragenden Begründungsteile des Verwaltungsgerichts unberührt. \n\n13\n\nDementsprechend hat die Rechtssache auch keine grundsätzliche Bedeutung \ni.S.d. § 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO.\n\n14\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Die Streitwertfestsetzung \nerfolgt gemäß § 72 Nr. 1 GKG i.V.m. §§ 52 Abs. 1, 47 Abs. 1 und 3 GKG.\n\n15\n\nDieser Beschluss ist unanfechtbar (§ 152 Abs. 1 VwGO, § 72 Nr. 1 GKG i. V. m. \n§§ 68 Abs. 1 Satz 5, 66 Abs. 3 Satz 3 GKG). Der Gerichtsbescheid des \nVerwaltungsgerichts ist rechtskräftig (§§ 124a Abs. 5 Satz 4, 84 Abs. 3 Halbsatz1 \nVwGO). \n\n16","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/265259","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2007-03-28/12-a-998-05","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 116","ref_norm":"116","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 72","ref_norm":"72","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 124a","ref_norm":"124a","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 68","ref_norm":"68","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 153","ref_norm":"153","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"RuStAG","ref":"§ 4","ref_norm":"4","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 84","ref_norm":"84","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/265259","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/265259","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2007-03-28/12-a-998-05","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/265259","retrieved":"2026-07-09 02:32:55.329429+00:00"}}