{"status":"available","doknr":"OLD287785","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2004:0312.18B233.04.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2004-03-12","aktenzeichen":"18 B 233/04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Beschwerde wird zurückgewiesen. \n\nDer Antragsteller trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.\n\nDer Streitwert wird auch für das Beschwerdeverfahren auf 2.000,- EUR \nfestgesetzt.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDie Beschwerde hat keinen Erfolg. Die zu ihrer Begründung vom Antragsteller \ndargelegten Gründe, die vom Senat gemäß § 146 Abs. 4 Satz 6 VwGO nur zu prüfen \nsind, rechtfertigen keine Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Beschlusses. \n\n3\n\nDer mit der Beschwerde allein noch geltend gemachte Anspruch auf \nVerlängerung der Aufenthaltserlaubnis nach Maßgabe des Art. 6 Abs. 1 ARB 1/80 ist \nnicht gegeben. Zum insoweit maßgeblichen Zeitpunkt des Ablaufs der zuletzt \nerteilten Aufenthaltserlaubnis (10. April 2003),\n\n4\n\n- vgl. zum maßgeblichen Beurteilungszeitpunkt nur EuGH, Urteil vom 16. März \n2000 - Rs. C-329/97 (Ergat) -, InfAuslR 2000, 217 (220); BVerwG, Urteil vom 19. \nSeptember 2000 - 1 C 13.00 -, InfAuslR 2001, 61 = NVwZ 2001, 333 = DVBl 2001, \n220 = Buchholz 402.240 § 6 AuslG Nr. 15 = EZAR 029 Nr. 14 = BayVBl 2001, 347; \nSenatsbeschluss vom 21. Oktober 1998 - 18 B 2762/97 -, AuAS 1999, 38 = InfAuslR \n1999, 101 -\n\n5\n\nwar der Antragsteller nicht wie von der allein in Betracht kommenden Regelung \ndes Art. 6 Abs. 1 1. Spiegelstrich ARB 1/80 gefordert ein Jahr ordnungsgemäß bei \ndem gleichen Arbeitgeber beschäftigt. \n\n6\n\nDiesbezüglich ist die behauptete Beschäftigung von Januar bis Ende August \n2002 im Betrieb der Ehefrau schon deshalb ohne Belang, weil jene mangels einer \nAufenthaltserlaubnis nicht ordnungsgemäß im Sinne von Art. 6 Abs. 1 ARB 1/80 \nerfolgte. Der Antragsteller erhielt erst am 6. November 2002 eine \nAufenthaltserlaubnis, während sein Aufenthalt zuvor nach Abschluss eines \nAsylverfahrens lediglich geduldet war. Dem entgegen setzt der Begriff der \nordnungsgemäßen Beschäftigung im Sinne des Art. 6 Abs. 1 ARB 1/80 eine \ngesicherte und nicht nur vorläufige Position auf dem Arbeitsmarkt eines \nMitgliedstaates und damit das Bestehen eines nicht bestrittenen Aufenthaltsrechts \nvoraus.\n\n7\n\nVgl. zuletzt EuGH, Urteil vom 19. November 2002 - Rs. C-188/00 (Kurz) -, \nInfAuslR 2003, 41, 43 = DVBl. 2003, 451 = EZAR 816 Nr. 12 = AuAS 2003, 134. \n\n8\n\nSchon deshalb bedurfte es nicht der vom Antragsteller angeregten Einholung \neines Handelsregisterauszugs, wofür im Übrigen in Verfahren der vorliegenden Art \nohnehin grundsätzlich kein Raum ist. \n\n9\n\nDie weiteren vom Antragsteller für November und Dezember 2002 und ab dem \n11. März 2003 geltend gemachten Beschäftigungszeiten erreichen bis zum Ablauf \nseiner Aufenthaltserlaubnis bereits - was ohnehin hier unzulässig wäre - zusammen \ngerechnet nicht den erforderlichen Jahresumfang. \n\n10\n\nDer sich an die abgelaufene Aufenthaltserlaubnis anschließende weitere \nAufenthalt, der infolge des im März 2003 (rechtzeitig) gestellten \nVerlängerungsantrags durch eine Erlaubnisfiktion gemäß § 69 Abs. 3 Satz 1 AuslG \ngesichert war, vermag die Rechtsposition einer ordnungsgemäßen Beschäftigung im \nSinne von Art. 6 Abs. 1 ARB 1/80 ebenfalls nicht zu begründen. Daran fehlt es auch \ndann, wenn ein türkischer Arbeitnehmer eine Beschäftigung im Rahmen eines \nAufenthaltsrechts ausgeübt hat, das ihm nur aufgrund einer nationalen Regelung \neingeräumt worden ist, nach der der Aufenthalt während des Verfahrens zur \nErteilung einer Aufenthaltsgenehmigung im Aufnahmeland erlaubt ist.\n\n11\n\nVgl. hierzu EuGH, Urteil vom 16. Dezember 1992 - Rs. C-237/91 (Kus) -, \nInfAuslR 1993, 41, Vorabentscheidung vom 20. September 1990 - Rs. C-192/89 \n(Sevince) -, InfAuslR 1991, 2, Urteil vom 26. November 1998 - Rs. C-1/97 (Birden) -, \nInfAuslR 1999, 6; BVerwG, Urteile vom 22. Februar 1995 - 1 C 11.94 -, BVerwGE 98, \n31 = NVwZ 1995, 1113 = DVBl. 1995, 852 = InfAuslR 1995, 265 = Buchholz 402.240 \n§ 6 AuslG 1990 Nr. 2 = EZAR 024 Nr. 4 = VBlBW 1996, 49 und vom 19. September \n2000 - 1 C 13.00 -, NVwZ 2001, 333 = DVBl 2001, 220 = AuAS 2001, 62 = ZAR \n2001, 36 (Ls) sowie Beschluss vom 10. Mai 1995 - 1 B 72.95 -, InfAuslR 1995, 312 = \nBuchholz 402.240 § 69 AuslG 1990 Nr. 1, sowie zuletzt Senatsbeschluss vom 24. \nFebruar 2004 - 18 B 232/04 -.\n\n12\n\nLediglich in dem Fall, dass das Begehren des türkischen Arbeitnehmers auf \nVerlängerung einer Aufenthaltsgenehmigung letztlich Erfolg hat, ihm die beantragte \nAufenthaltsgenehmigung somit - anders als hier - erteilt wird, ist er rückwirkend so zu \nbehandeln, als habe er während des fraglichen Zeitraums ein nicht nur vorläufiges \nAufenthaltsrecht und daher die für eine ordnungsgemäße Beschäftigung im Sinne \nvon Art. 6 Abs. 1 ARB 1/80 erforderliche gesicherte Stellung auf dem Arbeitsmarkt \nbesessen. \n\n13\n\nVgl. hierzu EuGH, Urteile vom 16. März 2000 - Rs. C-329/97 (Ergat) -, InfAuslR \n2000, 217, vom 30. September 1997 - Rs. C-98/96 (Ertanir) -, InfAuslR 1997, 434 \nund vom 16. November 1992 - Rs. C-237/91 (Kus) -, a.a.O.; ebenso BVerwG, \nBeschluss vom 10. Mai 1995 - 1 B 72.95 -, a.a.O. sowie zuletzt Senatsbeschluss \nvom 24. Februar 2004 - 18 B 232/04 -.\n\n14\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Die Streitwertfestsetzung \nberuht auf § 14 Abs. 1 i.V.m. §§ 20 Abs. 3, 13 Abs. 1 GKG. \n\n15\n\nDieser Beschluss ist gemäß § 152 Abs. 1 VwGO, § 25 Abs. 3 Satz 2 GKG \nunanfechtbar.\n\n16","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/287785","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2004-03-12/18-b-233-04","cited_norms":[{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 13","ref_norm":"13","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 25","ref_norm":"25","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/287785","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/287785","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2004-03-12/18-b-233-04","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/287785","retrieved":"2026-07-09 03:06:04.803364+00:00"}}