{"status":"available","doknr":"OLD296622","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2002:0812.8A3078.00A.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2002-08-12","aktenzeichen":"8 A 3078/00.A","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag des Beteiligten auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil \ndes Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen vom 11. Mai 2000 wird abgelehnt.\n\nDer Beteiligte trägt die Kosten des Antragsverfahrens, für das Gerichtskosten \nnicht erhoben werden.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDer Antrag des Beteiligten hat keinen Erfolg.\n\n3\n\nDie geltend gemachte Abweichung von der Rechtsprechung des \nBundesverwaltungsgerichts, nach der unter § 53 Abs. 6 Satz 1 AuslG nur \nzielstaatsbezogene Gefahren - wie etwa die Verschlimmerung einer Krankheit infolge \neines im Heimatstaat unterentwickelten Gesundheitssystems - fallen,\n\n4\n\nvgl. zusammenfassend BVerwG, Urteil vom \n15. Oktober 1999 - 9 C 7.99 -, Buchholz 402.240, \n§ 53 AuslG Nr. 24 m.w.N.,\n\n5\n\nliegt nicht vor. Eine die Berufung nach § 78 Abs. 3 Nr. 2 AsylVfG eröffnende \nDivergenz ist nur dann hinreichend bezeichnet, wenn der Zulassungsantrag einen \ninhaltlich bestimmten, die angefochtene Entscheidung tragenden abstrakten Rechts- \noder verallgemeinerungsfähigen Tatsachensatz benennt, mit dem die Vorinstanz \neinen in der übergeordneten Rechtsprechung aufgestellten ebensolchen \nentscheidungstragenden Rechts- oder Tatsachensatz widersprochen hat.\n\n6\n\nVgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 19. August \n1997 - 7 B 261.97 -, NJW 1997, 3328 m.w.N.; Urteil \nvom 31. Juli 1994 - 9 C 46.94 -, BVerwGE 70, \n24.\n\n7\n\nDies zeigt die Antragsschrift nicht auf. Das Verwaltungsgericht geht auf S. 5 \nunten/6 oben des Urteilsabdrucks in Übereinstimmung mit der Rechtsprechung des \nBundesverwaltungsgerichts davon aus, dass § 53 Abs. 6 Satz 1 AuslG voraussetzt, \ndie befürchtete Verschlimmerung einer Krankheit trete als Folge der Behandlung \nbzw. Nichtbehandlung des Leidens in dem Zielland der Abschiebung ein, wobei \nentscheidend darauf abzustellen sei, ob für den kranken ausreisepflichtigen \nAusländer in dem Land, in das er abgeschoben werden soll, die Möglichkeit einer \nBehandlung bestehe.\n\n8\n\nVgl. etwa BVerwG, Urteil vom 25. November \n1997 - 9 C 58.96 -, BVerwGE 105, 383 (387); Urteil \nvom 9. September 1997 - 9 C 48.96 -, InfAuslR 1998, \n125 f.\n\n9\n\nSoweit das Verwaltungsgericht im Weiteren eine Behandlung der Erkrankung des \nKlägers auch dann als nicht gewährleistet angesehen hat, wenn seine Behandlung \nnicht an der allgemeinen unzureichenden medizinischen Versorgung durch das \nGesundheitssystem scheitert, sondern auch, wenn ihm die Inanspruchnahme der an \nsich in dem Zielstaat ausreichend vorhandenen medizinischen Versorgung im \nHinblick auf seine finanziellen Verhältnisse nicht rechtzeitig ermöglicht wird, steht \nlediglich eine fehlerhafte Anwendung der obergerichtlichen Rechtssätze in Frage. \nEine Abweichung liegt aber nicht schon dann vor, wenn in der angefochtenen \nEntscheidung ein in der übergeordneten Rechtsprechung aufgestellter Grundsatz \nlediglich übersehen, übergangen oder sonst wie nicht richtig angewandt oder der \nSachverhalt nicht im erforderlichen Umfang aufgeklärt oder fehlerhaft gewürdigt \nwird.\n\n10\n\nVgl. BVerfG, Beschluss vom 2. Januar 1995 - 1 \nBvR 320/94 - NJW 1996, 45; BVerwG, Beschluss \nvom 19. August 1997 - 7 B 261.97 - NJW 1997, \n3328; Beschluss vom 17. Februar 1997 - 4 B 16.97 - \nNVwZ-RR 1997, 512, 513; Beschluss vom 10. Juli \n1995 - 9 B 18.95 - InfAuslR 1996, 29, 30; Schoch-\nPietz-ner, § 132 VwGO, Rdnr. 71 f.; Renner, \nAusländerrecht, 7. Auflage, § 78 AsylVfG, Rdnr. 19; \nMarx, § 78 AsylVfG, Rdnr. 65 - 67; Hailbronner, \nAusländerrecht, § 78 AsylVfG, Rdnr. 72; GK, § 78 \nAsylVfG, Rdnr. 176 - 180.\n\n11\n\nVon einer weiteren Begründung wird gem. § 78 Abs. 5 Satz 1 AsylVfG \nabgesehen.\n\n12\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO i.V.m. § 83 b Abs. 1\nAsylVfG.\n\n13\n\nDieser Beschluss ist gemäß § 80 AsylVfG unanfechtbar.\n\n14","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/296622","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2002-08-12/8-a-3078-00-a","cited_norms":[{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":6},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 83b","ref_norm":"83b","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/296622","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/296622","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2002-08-12/8-a-3078-00-a","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/296622","retrieved":"2026-07-09 03:19:24.110132+00:00"}}