{"status":"available","doknr":"OLD302898","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2001:0206.5A2706.96A.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2001-02-06","aktenzeichen":"5 A 2706/96.A","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung gegen das aufgrund \nder mündlichen Verhandlung vom 12. April 1996 ergangene Urteil des \nVerwaltungsgericht Düsseldorf wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Antragsverfahrens, für das Gerichtskosten nicht \nerhoben werden.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDer Antrag des Klägers auf Zulassung der Berufung hat \nkeinen Erfolg. \n\n3\n\nDer Rechtssache kommt die allein geltend gemachte \ngrundsätzliche Bedeutung (§ 78 Abs. 3 Nr. 1 AsylVfG) nicht \nzu.\n\n4\n\nDie als grundsätzlich bedeutsam aufgeworfene Frage, ob \nkatholische Roma wegen ihrer Volks- und/oder \nReligionszugehörigkeit in der Vojvodina einer politischen \nGruppenverfolgung unterliegen, rechtfertigt nicht die \nZulassung der Berufung.\n\n5\n\nEine Rechtssache ist grundsätzlich bedeutsam, wenn die \nStreitigkeit eine tatsächliche oder rechtliche Frage aufwirft, \ndie entscheidungserheblich ist und über den Einzelfall hinaus \nim Interesse der Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder \nFortentwicklung des Rechts einer Klärung bedarf.\n\n6\n\nvgl. BVerwG, Urteil vom 31. Juli \n1984\n- 9 C 46.84 -, BVerwGE 70, 24 ff., \nBeschluss vom 12. August 1993 - 7 B \n86.93 -, NJW 1994, 144 f.\n\n7\n\nNach diesen Grundsätzen bedarf die Frage einer politischen \nGruppenverfolgung von (katholischen) Roma in der Vojvodina \nkeiner Klärung in einem Berufungsverfahren. In der \nRechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts für das Land \nNordrhein-Westfalen ist bereits geklärt, dass Angehörigen der \nRoma (unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit) innerhalb \nRestjugoslawiens die Gefahr einer unmittelbaren oder \nmittelbaren Gruppenverfolgung nicht droht. \n\n8\n\nFür die Gebiete außerhalb des \nKosovo, insbesondere die Vojvodina, \nvgl.: OVG NRW, Urteil vom 16. März 1999 \n- 5 A 3072/94.A -; für den Kosovo vgl.: \nOVG NRW, Beschluss vom 4. Mai 2000 - 13 \nA 307/00.A -, Beschluss vom 8. Januar \n2001 - 13 A 5092/00.A, Beschluss vom \n11. Januar 2001 - 13 A 98/01.A -.\n\n9\n\nKonkrete Anhaltspunkte, die eine andere Einschätzung der \nLage gebieten könnten, sind weder dargelegt noch sonst \nersichtlich.\n\n10\n\nLediglich ergänzend sei auf Folgendes hingewiesen: Soweit \nfür die Gebiete außerhalb des Kosovo von rassistisch \nmotivierten Übergriffen durch minderheitenfeindliche \nGruppierungen, wie z.B. Skinheads, berichtet wird, \n\n11\n\nvgl. Gesellschaft für bedrohte \nVölker (GfbV), Stellungnahmen vom 5. \nApril 2000 an VG Karlsruhe und vom \n26. Oktober 2000 an OVG NRW,\n\n12\n\nist auch nicht ansatzweise erkennbar, dass diese Übergriffe \nangesichts von etwa 450.000 bis 900.000 Roma,\n\n13\n\nvgl. die zusammenfassende Auswertung \nverschiedener Erhebungen zum \nBevölkerungsstand des European Roma \nRights Center, Frühling 1998, sowie \nGfbV, Stellungnahme vom 26. Oktober \n2000 an OVG NRW, \n\n14\n\nnach ihrer Anzahl oder zeitlichen Abfolge die für die \nAnnahme einer Gruppenverfolgung erforderliche \nVerfolgungsdichte,\n\n15\n\nvgl. OVG NRW, Urteil vom 16. März \n1999, a.a.O., m.w.N.,\n\n16\n\nerreicht haben oder erreichen könnten.\n\n17\n\nDer Umstand, dass nach dem Ende des Kosovokrieges tausende \nRoma, Ashkali und Kosovo-Ägypter nach Serbien und Montenegro \ngeflohen sind und dort, wenn auch in Ghettosiedlungen, \nAufnahme gefunden haben,\n\n18\n\nvgl. GfbV, Stellungnahme vom 5. \nApril 2000 an VG Karlsruhe; amnesty \ninternational, Stellungnahme vom 24. \nSeptember 1999 an VG Magdeburg,\n\n19\n\nmacht im Gegenteil deutlich, dass von einer für die Annahme \neiner Gruppenverfolgung erforderlichen Gefährdungslage nicht \ndie Rede sein kann.\n\n20\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, § 83b \nAbs. 1 AsylVfG.\n\n21\n\nDieser Beschluss ist gemäß § 80 AsylVfG unanfechtbar.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/302898","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2001-02-06/5-a-2706-96-a","cited_norms":[{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 83b","ref_norm":"83b","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/302898","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/302898","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2001-02-06/5-a-2706-96-a","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/302898","retrieved":"2026-07-09 03:29:01.139059+00:00"}}