{"status":"available","doknr":"OLD303436","ecli":"ECLI:DE:OVGNRW:2000:1205.8A5431.00A.00","court":"Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen","senate":null,"decided":"2000-12-05","aktenzeichen":"8 A 5431/00.A","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDer Antrag des Bundesbeauftragten für Asylangelegenheiten auf \nZulassung der Berufung gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom \n16. Oktober 2000 wird abgelehnt.\n\nDer Bundesbeauftragte für Asylangelegenheiten trägt die Kosten des \nAntragsverfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden.\n\n1\n\n G r ü n d e :\n\n2\n\nDer Antrag auf Zulassung der Berufung hat keinen \nErfolg.\n\n3\n\nDer Bundesbeauftragte für Asylangelegenheiten vermag mit \nseiner allein geltend gemachten Abweichungsrüge (§ 78 Abs. 3 \nZiffer 2 AsylVfG) nicht durchzudringen. Eine Divergenz würde \nnämlich voraussetzen, dass das Verwaltungsgericht mit einem \nseine Entscheidung tragenden abstrakten Tatsachen- oder \nRechtssatz von einem in den vom Bundesbeauftragten für \nAsylangelegenheiten angeführten Urteilen des \nBundesverwaltungsgerichts vom 11. November 1997 - 9 C 13.96 -, \nvom 15. Oktober 1999 - 9 C 7.99 - und vom 21. September 1999 \n- 9 C 8.99 - aufgestellten eben solchen Tatsachen- oder \nRechtssatz in Anwendung derselben Rechtsvorschrift abgewichen \nwäre.\n\n4\n\nVgl. etwa BVerwG, Beschluss vom 19. August \n1997 - 7 C 271.97 -, NJW 1997, 3328 = Buchholz \n310, § 133 VwGO (n.F.), Nr. 26 (zur \nRevisionsbeschwerde).\n\n5\n\nEine Divergenz kommt hingegen nicht in Betracht, wenn in \nder angefochtenen Entscheidung ein in der übergeordneten \nRechtsprechung aufgestellter Grundsatz lediglich übersehen, \nübergangen oder nicht richtig angewandt oder der Sachverhalt \nnicht im erforderlichen Umfang aufgeklärt oder fehlerhaft \ngewürdigt wird.\n\n6\n\nVgl. BVerfG, Beschluss vom 2. Januar 1995 - 1 \nBvR 320/94 - NJW 1996, 45; BVerwG, Beschluss \nvom 19. August 1997 - 7 B 261.97 - NJW 1997, \n3328; Beschluss vom 17. Februar 1997 - 4 B 16.97 - \nNVwZ-RR 1997, 512, 513; Beschluss vom 10. Juli \n1995 - 9 B 18.95 - InfAuslR 1996, 29, 30; Schoch-\nPietzner, § 132 VwGO, Rn. 71 f.; Renner, \nAusländerrecht, 7. Auflage, § 78 AsylVfG, Rn. 19; \nMarx, § 78 AsylVfG, Rn. 65 - 67; Hailbronner, \nAusländerrecht, § 78 AsylVfG, Rn. 72; GK, § 78 \nAsylVfG, Rn. 176 - 180.\n\n7\n\nUm eine fehlerhafte Anwendung eines höchstrichterlichen \nRechtssatzes kann es sich vorliegend aber allenfalls handeln, \nwenn das Verwaltungsgericht unter den Begriff \n\"zielstaatsbezogenes Abschiebungshindernis\" im Sinne von § 53 \nAbs. 6 Satz 1 AuslG auch den Fall subsumiert, dass der \nBetreffende sich der für ihn in Frage kommenden \nBehandlungsmöglichkeiten des Gesundheitssystems im \nAbschiebezielstaat aus wirtschaftlichen Gründen nicht bedienen \nkann. Als \"unterentwickeltes Gesundheitssystem\" bzw. als \n\"unzureichende medizinische Versorgung\", wie es das \nBundesverwaltungsgericht im Urteil vom 9. September 1997 - 9 C \n48.96 - (InfAuslR 1998, 125) formuliert, kommt gegebenenfalls \nauch die Konstellation in Betracht, dass \nBehandlungsmöglichkeiten im Abschiebezielstaat nur für \nfinanziell und wirtschaftlich Bessergestellte bestehen. Ein \ngegenteiliger Rechtssatz, dass die fehlende finanzielle \nLiquidität für die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems im \nAbschiebungszielstaat von vornherein kein zielstaatsbezogenes \nAbschiebungshindernis darstellt, ist der vom \nBundesbeauftragten für Asylangelegenheiten angeführten \nRechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts so nicht zu \nentnehmen.\n\n8\n\nVon einer weiteren Begründung wird gemäß § 78 Abs. 5 Satz 1 \nAsylVfG abgesehen.\n\n9\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO i.V.m. \n§ 83 b Abs. 1 AsylVfG.\n\n10\n\nDieser Beschluss ist gemäß § 80 AsylVfG unanfechtbar. Das \nUrteil des Verwaltungsgerichts ist nunmehr rechtskräftig (§ 78 \nAbs. 5 Satz 2 AsylVfG).\n\n11","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/303436","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2000-12-05/8-a-5431-00-a","cited_norms":[{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 78","ref_norm":"78","n":6},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 83b","ref_norm":"83b","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 80","ref_norm":"80","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/303436","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/303436","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/ovg-nrw/2000-12-05/8-a-5431-00-a","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/303436","retrieved":"2026-07-09 03:29:56.922528+00:00"}}