{"status":"available","doknr":"OLD303129","ecli":"ECLI:DE:OLGK:2001:0115.27WF8.01.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"2001-01-15","aktenzeichen":"27 WF 8/01","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nGründe:\n\n2\n\nDer Verfahrensbevollmächtigte des Antragstellers hat nach\nSchluss der mündlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht am 5. Januar\n2001 erklärt: \"Ich stelle einen Befangenheitsantrag, den ich noch\ngesondert begründen werde\" (Sitzungsprotokoll Bl. 97 GA). Eine\nBegründung ist bislang nicht zu den Akten gelangt.\n\n3\n\nDas gegen die Richterin gerichtete Ablehnungsgesuch ist\nunzulässig, weil kein Ablehnungsgrund dargetan und glaubhaft\ngemacht ist. Aus § 44 Abs. 2 ZPO ergibt sich, dass der Ablehnende\nkonkrete Tatsachen substantiiert bezeichnen muss, aus denen sich\nnach seiner Meinung die Befangenheit ergeben soll. Ein bloßer\nBefangenheitsantrag, dessen Begründung lediglich in Aussicht\ngestellt wird, genügt nicht den Anforderungen, die das Gesetz an\nein ordnungsgemäßes Ablehnungsgesuch stellt (OLG Köln MDR 1964, 423\nmit zust. Anmerkung Teplitzky und NJW-RR 1996, 1339;\nBaumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann, ZPO 59. Aufl. § 44 Rdn,. 3;\nFeiber in: Münchner Kommentar zur ZPO § 44 Rdn. 6;\nStein/Jonas/Bork, ZPO 21. Aufl. § 44 Rdn. 2;\nWieczorek/Schütze/Niemann, ZPO 3. Aufl. § 44 Rdn. 13;\nZöller/Vollkommer, ZPO 22. Aufl. § 44 Rdn. 2). Die Begründung muss\nim Interesse der Verfahrensfortganges zumindest im Kern sofort\ngegeben werde. Sie kann nicht nachgereicht, sondern allenfalls\nergänzt werden (OLG Köln, Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann und\nFeiber jew. a.a.O.). Denn wegen der einschneidenden Folgen für den\nFortgang des Verfahrens, insbesondere im Hinblick auf § 47 ZPO,\ndarf nicht in der Schwebe bleiben, ob ein ordnungsgemäßes\nAblehnungsgesuch vorliegt. Der Ablehnende kann weder vom\nabgelehnten Richter noch von dem über das Ablehnungsgesuch\nentscheidenden Gericht eine Frist zum Beibringen einer Begründung\nverlangen (OLG Köln NJW-RR 1996, 1339; Stein/Jonas/Bork § 44 Rdn.\n3; Wieczorek/Schütze/Niemann a.a.O.). Danach ist das nicht\nbegründete Ablehnungsgesuch als unzulässig zurückzuweisen, zumal\naus der Akte keine Umstände ersichtlich sind, die nach § 42 ZPO die\nBesorgnis der Befangenheit der Richterin rechtfertigen könnten.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/303129","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2001-01-15/27-wf-8-01","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 42","ref_norm":"42","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 44","ref_norm":"44","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/303129","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/303129","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/2001-01-15/27-wf-8-01","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/303129","retrieved":"2026-07-09 03:29:22.941874+00:00"}}