{"status":"available","doknr":"OLD306891","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1999:0825.19W30.99.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1999-08-25","aktenzeichen":"19 W 30/99","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nGründe:\n\n2\n\nDie sofortige Beschwerde gegen den Beschluß des Landgerichts\nnach den §§ 771 III, 769 ZPO ist unzulässig, weil der angefochtene\nBeschluß nicht greifbar gesetzwidrig ist, insbesondere das\nLandgericht die Grenzen seines Ermessensspielraums nicht verkannt\nhat. Nur in einem solchen Fall wäre die sofortige Beschwerde nach\nüberwiegender Meinung in der Rechtsprechung, insbesondere auch des\nOLG Köln, und in der Literatur zulässig. Die Einstellung der\nZwangsvollstreckung ohne Sicherheitsleistung soll nur ganz\nausnahmsweise bei einem besonderen Schutzbedürfnis des Schuldners\nerfolgen (vgl. OLG Köln OLGR 1998, 237; 1997, 176, 214; 1996, 119;\n1995, 75, 187; 1994, 264; 1993, 187; 1992, 162, 223; Musielak, ZPO,\n§ 707 Rn. 12, 13; Thomas/Putzo, ZPO 21. Aufl., § 769 Rn. 18;\nZöller/Herget, ZPO 21. Aufl., § 769 Rn. 13; jeweils m. zahlr.\nNachw.). Seine früher vertretene Ansicht, die sofortige Beschwerde\ngegen Entscheidungen nach § 769 ZPO sei ohne besondere\nVoraussetzungen zulässig (OLGR 1992, 13; 1993, 187), hat der Senat\nauch aus Gründen der Rechtssicherheit nicht aufrechterhalten\n(Beschluss vom 12.04.1999 - 19 W 14/99), nachdem er die Frage in\neinem früheren Beschluss offen gelassen hatte (OLGR 1998, 168).\nDiese Ansicht wird beim OLG Köln soweit ersichtlich nur noch vom\n12. Zivilsenat vertreten (OLG 1998, 103).\n\n3\n\nEs ist nicht erkennbar, dass das Landgericht in dem\nangefochtenen Beschluss sein Ermessen fehlerhaft oder gar nicht\nausgeübt hätte. Der nachträglich vom Kläger in Kopie vorgelegte\nKfz-Brief spricht eher gegen ihn, weil auch dort die Schuldnerin\nals Halterin eingetragen ist. Die vom Landgericht festgesetzte\nSicherheitsleistung von 20.000 DM erscheint nicht überhöht, da die\ngegen die Schuldnerin erhobene Forderung, derentwegen die Beklagte\ndie Zwangsvollstreckung des streitigen PKWs betreibt, nach dem\nInhalt der Beiakten 285 M 8665/98 AG Köln wesentlich höher ist.\nErgänzender Vortrag in der Beschwerdebegründung ist im übrigen\nnicht zu berücksichtigen; er kann nicht dazu führen, die\nerstinstanzliche Entscheidung rückwirkend als gesetzwidrig\nanzusehen (OLG Frankfurt, FamRZ 1987, 393; OLG\n\n4\n\nHamburg, FamRZ 1984, 922; Zöller/Herget, a.a.O., § 769 Rn. 13),\nzumal das Landgericht seinen Beschluß jederzeit abändern kann\n(Zöller/Herget, a.a.O., m.N.).\n\n5\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 97 I ZPO.\n\n6\n\nBeschwerdewert: 4.000 DM (= 1/5 des Hauptsachewertes, vgl.,\nZöller Herget, a.a.O., § 3 Rn. 16 \"Einstweilige Einstellung der\nZwangsvollstreckung\").","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/306891","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1999-08-25/19-w-30-99","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 769","ref_norm":"769","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/306891","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/306891","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1999-08-25/19-w-30-99","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/306891","retrieved":"2026-07-09 03:35:09.677554+00:00"}}