{"status":"available","doknr":"OLD308416","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1998:1217.27WF139.98.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1998-12-17","aktenzeichen":"27 WF 139/98","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nG r ü n d e\n\n2\n\nDie sofortige Beschwerde ist zulässig (§ 91 a Abs. 2 Satz 1\nZPO), sachlich jedoch nicht begründet.\n\n3\n\nDas Amtsgericht hat die Kosten des Rechtsstreits zu Recht dem\nKläger gemäss § 91 a Abs. 1 ZPO auferlegt, nachdem die Parteien den\nRechtsstreit in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt erklärt\nhaben. Denn der Kläger wäre nach dem Sach- und Streitstand bis zu\ndem erledigenden Ereignis im vorliegenden Verfahren unterlegen\ngewesen.\n\n4\n\nZwar ist der Antrag des Klägers dahin auszulegen, dass er mit\nder Vollstreckungsgegenklage (§ 767 ZPO) die Unzulässigkeit der\nZwangsvollstreckung aus der einstweiligen Anordnung vom 4. November\n1996 - 8 F 128/95 EA-EU AG Schleiden - begehrt hat.\n\n5\n\nFür die Vollstreckungsgegenklage hat jedoch das\nRechtsschutzbedürfnis gefehlt. Der Kläger wollte mit der Klage\nerreichen, dass die Beklagte aus der einstweiligen Anordnung nicht\nmehr vollstreckt, nachdem das Verbundurteil des Amtsgerichts vom\n20. April 1998 - 8 F 128/95 - erlassen worden war. Dabei kann\ndahinstehen, ob dieses Urteil bereits vor\n\n6\n\nEintritt der Rechtskraft eine anderweitige Regelung im Sinne von\n§ 620 f Abs. 1 Satz 1 ZPO dargestellt und deshalb zum\nAusserkrafttreten der einstweiligen Anordnung geführt hat (vgl.\nhierzu Zöller-Philippi, ZPO, 21. Aufl., § 620 f Rdnz. 21 m.w.N.).\nDenn für den Kläger wäre es jedenfalls einfacher und billiger\ngewesen, anstatt der Vollstreckungsgegenklage das Verfahren nach §\n620 f Satz 2 ZPO zu wählen und das Ausserkrafttreten der\neinstweiligen Anordnung durch Beschluß des Amtsgerichts feststellen\nzu lassen. Das vom Kläger erstrebte, auf Unzulässigkeit der\nZwangsvollstreckung lautende Urteil hätte keine weitergehende\nWirkung und Bestandskraft als der Beschluss nach § 620 f Satz 2\nZPO. Dieser ist gleichfalls der Rechtskraft fähig (§ 620 f Satz 3\nZPO) und führt gemäss § 775 Nr. 1 ZPO, wenn er dem\nVollstreckungsorgan vorgelegt wird, ebenso wie das genannte Urteil,\nzur Einstellung der Zwangsvollstreckung (vgl. OLG Düsseldorf, FamRZ\n1991, 721 ff.; OLG Zweibrücken, FamRZ 1985, 1150; OLG Koblenz,\nFamRZ 1981, 1092 ff., 1093; Zöller-Philippi, a.a.O., Rdz. 30;\nMünchener Komm.-Klauser, ZPO, § 620 f. Rdz. 34).\n\n7\n\nDie erhobene Vollstreckungsgegenklage ist mangels\nRechtsschutzbedürfnis unzulässig gewesen, sodass sie - trotz\nTeilanerkenntnis der Beklagten - abzuweisen gewesen wäre. Es\nentspricht deshalb billigem Ermessen im Sinne von § 91 a Abs. 1\nZPO, die Kosten des in der Hauptsache übereinstimmend für erledigt\nerklärten Verfahrens dem Kläger aufzuerlegen.\n\n8\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 97 Abs. 1 ZPO.\n\n9\n\nBeschwerdewert: bis 4.000,00 DM","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/308416","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1998-12-17/27-wf-139-98","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 91a","ref_norm":"91a","n":3},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 767","ref_norm":"767","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 775","ref_norm":"775","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/308416","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/308416","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1998-12-17/27-wf-139-98","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/308416","retrieved":"2026-07-09 03:37:32.103286+00:00"}}