{"status":"available","doknr":"OLD310647","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1997:0930.4WF208.97.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1997-09-30","aktenzeichen":"4 WF 208/97","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nG r ü n d e\n\n2\n\nDas form- und fristgerecht eingelegte Rechtsmittel der\nAntragstellerin ist zulässig. Zwar sind grundsätzlich einstweilige\nAnordnungen über Prozeßkostenvorschuß in Unterhaltssachen nach §\n127 a ZPO in entsprechender Anwendung des § 620 c ZPO auch zum\nKostenausspruch nicht anfechtbar. Hier ist das Rechtsmittel jedoch\nausnahmsweise zulässig, weil für die vom Amtsgericht vorgenommene\nnachträgliche Kostenregelung nach Abschluß des Hauptsacheverfahrens\nmit Kostenentscheidung die gesetzliche Grundlage fehlt. Daraus\nergibt sich zugleich die Begründetheit des Rechtsmittels.\n\n3\n\nNach § 127 a Abs. 2 ZPO in Verbindung mit § 620 g ZPO gelten die\nKosten des einstweiligen Anordnungsverfahrens als Teil der Kosten\nder Hauptsache. Das Amtsgericht hat zugleich mit dem Endurteil in\nder Hauptsache am 30.05.1997 über die einstweilige Anordnung\nentschieden und dort keine gesonderte Kostenregelung getroffen.\nDamit gilt die Kostenentscheidung der Hauptsache. Hätte das\nAmtsgericht von der Möglichkeit des § 96 ZPO nach § 620 g Abs. 2\nGebrauch machen wollen, hätte es diese Entscheidung im\nKostenausspruch des Endurteils zum Ausdruck bringen müssen, da die\nAnordnung selbst keine Kostenregelung enthält. Eine nachträgliche\nKostenregelung über einstweilige Anordnungen ist nur möglich, wenn\ndas Hauptsacheverfahren ohne Kostenentscheidung beendet oder eine\neinstweilige Anordnung nach Verkündung des Endurteils in der\nHauptsache erlassen wird. Ansonsten verbleibt es bei dem Grundsatz\ndes § 620 g Abs. 1 ZPO. Die Kostenentscheidung in der Hauptsache\nkann mit Blick auf das einstweilige Anordnungsverfahren nur im\nUrteilsergänzungsverfahren nach § 321 ZPO oder über ein\nRechtsmittel in der Hauptsache angefochten werden (vgl.\nZöller/Phillipi, ZPO, 19. Auflage, § 620 g Anmerkung 7 und\nAnmerkung 11 jeweils mit weiteren Nachweisen).\n\n4\n\nDie Kostenentscheidung für das Beschwerdeverfahren beruht auf §\n620 g Abs. 1 ZPO (vgl. Zöller /Phillipi, a.a.O., Rdnr. 8 mit\nweiteren Nachweisen).\n\n5\n\nBeschwerdewert: 300,00 DM","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/310647","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1997-09-30/4-wf-208-97","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 96","ref_norm":"96","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 321","ref_norm":"321","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/310647","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/310647","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1997-09-30/4-wf-208-97","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/310647","retrieved":"2026-07-09 03:40:50.381810+00:00"}}