{"status":"available","doknr":"OLD311335","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1997:0414.4UF19.97.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1997-04-14","aktenzeichen":"4 UF 19/97","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nG r ü n d e :\n\n2\n\nDie zulässige Beschwerde des Verfahrensbeteiligten zu 1) hat\nsachlich Erfolg.\n\n3\n\nDas Amtsgericht hat angesichts des durch Ehevertrag begrenzten\nBemessungszeitraumes 30.6.1992 statt des gesetzlichen Ehezeitendes\n29.2.1996 den Ausgleichsbetrag unter Beachtung der\nhöchstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. BGH FamRZ 90, 273, 275)\nzutreffend auf 1.312,72 DM ermittelt, weil auch die\nZusatzversorgung der Antragstellerin bei der R.\nZusatzversorgungskasse nach deren Auskunft bereits einige Zeit vor\ndem ehevertraglichen Bemessungszeitraum 30.6.1992 beitragsfrei\ngestellt war und keinen Wertzuwachs mehr erfahren hat.\n\n4\n\nDie Ehegatten halten sich im Rahmen ihrer Dispositionsbefugnis,\nwenn ihre Vereinbarung - wie hier - zur Folge hat, daß zu Lasten\ndes Ausgleichspflichtigen nicht mehr Anwartschaften übertragen\nwerden, als dies bei Einbeziehung aller von den Ehegatten in der\nEhezeit erworbenen Anwartschaften der Fall wäre (vgl. auch hierzu\nBGH FamRZ 90, 273, 274 mit weiteren Nachweisen).\n\n5\n\nZu Recht macht aber der Beteiligte zu 1) geltend, daß die\nParteien über die gesetzliche Ehezeit (vgl. § 1587 Abs. 2 BGB) und\nden daraus zu ermittelnden Höchstbetrag des § 1587 b Abs. 5 BGB\nnicht verfügen können (vgl. BGH a.a.O. und OLG Celle FamRZ 94,\n1039, 1040). Dieser Höchstbetrag bestimmt sich nach der hier\nmaßgeblichen tatsächlichen Ehezeit (1. September 1971 bis 29.\nFebruar 1996) von 294 Kalendermonaten und beträgt nach der\nzutreffenden Berechnung des Beteiligten zu 1) in Übereinstimmung\nmit der Rentenauskunft der Beteiligten zu 2) vom 20.8.1996 2.265,27\nDM, so daß unter Berücksichtigung der tatsächlichen ehezeitlichen\nRentenanwartschaften der Antragstellerin von 822,72 DM gemäß § 1587\nb Abs. 5 BGB noch restliche 1.442,55 DM begründet werden können.\nDieser Betrag wird durch den Vollzug des Versorgungsausgleichs\nnicht erreicht, so daß dieser insgesamt in Abänderung der\nangefochtenen Entscheidung durch Quasisplitting durchzuführen\nwar.\n\n6\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 93 a Abs. 1 ZPO.\n\n7\n\nDer Beschwerdewert beträgt 1.720,08 DM (143,34 DM x 12).","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/311335","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1997-04-14/4-uf-19-97","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1587","ref_norm":"1587","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 93a","ref_norm":"93a","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/311335","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/311335","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1997-04-14/4-uf-19-97","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/311335","retrieved":"2026-07-09 03:41:49.873539+00:00"}}