{"status":"available","doknr":"OLD312390","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1996:0607.25WF78.96.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1996-06-07","aktenzeichen":"25 WF 78/96","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nG r ü n d e\n\n2\n\nDie zulässige Beschwerde führt unter Aufhebung des mit ihr\nangefochtenen Beschlusses zur Zurückverweisung an das Amtsgericht -\nFamiliengericht -, das erneut über den vorgenannten Antrag der\nAntragstellerin zu entscheiden haben wird.\n\n3\n\nDie Scheidungsantragsschrift ist wie jede Klageschrift dem\nGegner von Amts wegen zuzustellen; §§ 608, 253 Abs. 1, 270 ZPO. Aus\ndiesem Grunde ist von Amts wegen zu ermitteln, wenn es, wie hier,\num die Frage geht, ob die öffentliche Zustellung der Antragsschrift\nzu bewilligen ist (vgl. BayObLG Rechtspfleger 1978, 446; OLG Köln\nNJW-RR 1989, 60; LG Zweibrücken MDR 1978, 851; Stein-Jonas-Roth,\nZPO, 21. Aufl., § 203 Rz. 7; MK-ZPO von Feldmann § 203 Rz. 8;\nZöller-Stöber, ZPO, 19. Aufl., § 203 Rz. 2;\nBaumbach-Lauterbach-Albers-Hartmann, ZPO, 52. Aufl., § 208 Rz.\n2).\n\n4\n\nDas hat das Familiengericht bei seiner Entscheidung verkannt. Es\nwird die Amtsermittlungen aufzunehmen haben. Aus diesem Grunde\nmußte der angefochtene Beschluß aufgehoben und das Verfahren an die\nVorinstanz zurückverwiesen werden. Da die Antragstellerin ganz\noffensichtlich von sich aus nichts mehr zur weiteren Klärung des\ngegenwärtigen Aufenthaltsortes des Antragsgegners beitragen kann,\nwird das Familiengericht sich zweckmäßigerweise mit der\nJustizvollzugsanstalt Wuppertal, dem Bundesverwaltungsamt,\nBarbarastraße 1 in Köln (vgl. dazu\nBaumbach-Lauterbach-Albers-Hartmann, a.a.O., § 203 Rz. 5) und\ngegebenenfalls auch mit der Deutschen Botschaft in Ankara ins\nBenehmen zu setzen haben. Bleiben alle diese vom Amts wegen zu\nbetreibenden Ermittlungen erfolglos, läßt sich mit ihrer Hilfe der\ngegenwärtige Aufenthaltsort des Antragsgegners nicht ausfindig\nmachen, wird die öffentliche Zustellung zu bewilligen sein.\n\n5\n\nEine Kostenentscheidung ist nicht veranlaßt.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/312390","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1996-06-07/25-wf-78-96","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 253","ref_norm":"253","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 270","ref_norm":"270","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 608","ref_norm":"608","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/312390","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/312390","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1996-06-07/25-wf-78-96","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/312390","retrieved":"2026-07-09 03:43:21.958303+00:00"}}