{"status":"available","doknr":"OLD312475","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1996:0522.11W27.96.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1996-05-22","aktenzeichen":"11 W 27/96","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nG r ü n d e :\n\n2\n\nAuf die gemäß § 127 Abs. 2 Satz 2 ZPO statthafte Beschwerde war\nder angegriffene Beschluß des Landgerichts Aachen aufzuheben und\ndie Sache zur erneuten Entscheidung an das Landgericht\nzurückzuverweisen.\n\n3\n\nZu Unrecht hat das Landgericht Prozeßkostenhilfe mit der\nBegründung versagt, die Zuständigkeit des Landgerichts sei für die\nKlage nicht gegeben. Durch Beschluß vom 28. 2. 1996 hat das\nAmtsgericht Düren den Rechtsstreit gemäß § 281 Abs. 1 ZPO an das\nLandgericht Aachen verwiesen. Die Verweisung ist für das\naufnehmende Gericht bindend (§ 281 Abs. 2 Satz 5 ZPO).\n\n4\n\nZwar hat der Bundesgerichtshof (BGH MDR 1992, 19O) entschieden,\ndaß die Verweisung eines Prozeßkostenhilfeverfahrens für das\nnachfolgende Hauptsachenverfahren keine Bindungswirkung entfaltet.\nAnders liegen die Dinge jedoch dann, wenn ein Hauptsacheverfahren\nverwiesen wird. Für das Prozeßkostenhilfebewilligungsverfahren ist\ngemäß § 114 Abs. 1 ZPO nur die Erfolgsaussicht des Rechtsstreits in\nseiner konkreten prozessualen Lage maßgeblich. Steht aufgrund eines\nbindenden Verweisungsbeschlusses die Zuständigkeit des Landgerichts\nfür den Rechtsstreit fest, darf Prozeßkostenhilfe nicht mit der\nBegründung versagt werden, das Amtsgericht sei sachlich\nzuständig.\n\n5\n\nDer Kläger kann im vorliegenden Fall insbesondere nicht darauf\nverwiesen werden, zunächst eine Zuständigkeitsbestimmung gemäß § 36\nNr. 6 ZPO herbeizuführen. Die bindende Verweisung gemäß § 281 ZPO\nschließt nämlich eine Zuständigkeitsbestimmung nach dieser\nVorschrift aus (Zöller-Vollkommer ZPO, 19. Auflage, § 36 Rnr. 28;\nBornkamp NJW 1989, 2713 (272O)). Ziel der Bindungswirkung gemäß §\n281 Abs. 2 ZPO ist es nämlich gerade, Kompetenzstreitigkeiten\nweitgehend zu vermeiden.\n\n6\n\nDas Amtsgericht Düren hat mit Beschluß vom 28. 2. 1996 den\nRechtsstreit (vgl. Bl. 45-46, 55 d. A.) nachdem bereits mündlich\nverhandelt worden war, nach Anhörung der Parteien wirksam\nverwiesen, nachdem durch eine Klageerhöhung des\nZuständigkeitsstreitwert für das Landgericht begründet worden ist\n(Bl. 12O bis 122 d. A.).\n\n7\n\nDas Landgericht wird zu prüfen haben, ob Prozeßkostenhilfe ganz\noder teilweise zu versagen ist, weil die persönlichen und\nsachlichen Bewilligungsvoraussetzungen nicht vorliegen.\n\n8\n\nWert des Beschwerdegegenstandes gemäß § 51 Abs. 2 BRAGO:\n\n9\n\n13.331,49 DM.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/312475","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1996-05-22/11-w-27-96","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 281","ref_norm":"281","n":4},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 36","ref_norm":"36","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 127","ref_norm":"127","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/312475","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/312475","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1996-05-22/11-w-27-96","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/312475","retrieved":"2026-07-09 03:43:26.795691+00:00"}}