{"status":"available","doknr":"OLD313241","ecli":"ECLI:DE:OLGK:1995:0323.5U212.94.00","court":"Oberlandesgericht Köln","senate":null,"decided":"1995-03-23","aktenzeichen":"5 U 212/94","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\n1\n\nE n t s c h e i d u n g s g r ü n d e\n\n2\n\n##blob##nbsp;\n\n3\n\n##blob##nbsp;\n\n4\n\n##blob##nbsp;\n\n5\n\nDie nach §§ 511, 511 a ZPO statthafte\nBerufung ist form- und fristgerecht eingelegt und begründet worden\n(§§ 516, 518, 519 ZPO) und damit zulässig. Sie ist sachlich jedoch\nnicht gerechtfertigt.\n\n6\n\n##blob##nbsp;\n\n7\n\nDer Klägerin steht der geltend gemachte\nSchadens-ersatzanspruch weder aus unerlaubter Handlung (§§ 823,\n847, 831 BGB) noch aus schuldhafter Vertrags-verletzung (§§ 611,\n242, 278 BGB) zu. Dem Beklagten\n\n8\n\n##blob##nbsp;\n\n9\n\nbzw. dessem Verrichtungs- bzw.\nErfüllungsgehilfen gereicht es nicht zum Vorwurf, daß sie es\nunter-lassen haben, vor Auswahl des Werkstoffes Degudent einen\nVerträglichkeitstest zu veranlassen. Da für eine routinemäßige\nAustestung keine Veranlassung bestand - allergische Reaktionen auf\ndie Hochgold-legierung Degudent sind extrem selten -, könnte den\nBeklagten nur dann ein Schuldvorwurf treffen, wenn besondere\nUmstände Veranlassung für eine Austestung geboten hätten. Das ist\nindessen nicht der Fall. Der Beklagte durfte nämlich davon\nausgehen, die Klägerin vertrage Degudent einschließlich des darin\nenthaltenen Anteils von Palladium (8,9 %). Der Allergologe Dr. W.,\nden die Klägerin in die Behand-lung eingeschaltet hatte, hat in dem\nSchreiben vom 02.06.1992 dem Beklagten mitgeteilt, die Klägerin\nreagiere allergisch auf Quecksilber, die übrigen Zahnmaterialien\nder Dentalreihe der Fa. H. , wozu auch Palladium gehört, wie das\nLandgericht festge-stellt hat, würden gut vertragen. Diese\nFeststel-lung des Landgerichts ist unstreitiger Prozeßstoff\ngeworden. Die Klägerin ist dem auch im Berufungs-rechtszuge nicht\nentgegengetreten. Bei dieser Sach-lage gereicht es dem Beklagten\nnicht zum Vorwurf, daß er eine (erneute) Austestung des zu einem\ngeringen Anteil Palladium enthaltenden Degudent unterlassen hat. Er\nbrauchte Dr. W. keine Probe zu überlassen, weil er dessen Verlangen\ndahin verste-hen durfte, daß dies nur nötig sei, wenn ein Mate-rial\nverwendet würde, das nicht der Dentalreihe der Fa. H angehört.\n\n10\n\n##blob##nbsp;\n\n11\n\n##blob##nbsp;\n\n12\n\n##blob##nbsp;\n\n13\n\nAn diesem Ergebnis ändert auch der im\nSenatstermin von der Klägerin gegebene Hinweis, der Beklagte ha-be\nbereits im Kostenvoranschlag vom 27. Januar 1992 angegeben, es\nwerde keine Palladium-Basis-Legierung verwendet, nichts. Bei\nDegudent U handelt es sich nicht um eine derartige Legierung, wie\nsich aus der von der Klägerin selbst zu den Akten gereichten\nVeröffentlichung von T. (vergl. Bundesgesundheits-blatt 11/92 S.\n579, Bl. 6/7 d.AH) ergibt.\n\n14\n\n##blob##nbsp;\n\n15\n\nDie prozessualen Nebenentscheidungen\nberuhen auf §§ 97 Abs. 1, 708 Nr. 10, 713 ZPO.\n\n16\n\n##blob##nbsp;\n\n17\n\nWert der Beschwer für die Klägerin:\n\n18\n\n##blob##nbsp;\n\n19\n\nunter 60.000,00 DM.\n\n20\n\n##blob##nbsp;\n\n21\n\nStreitwert des Berufungsverfahrens:\n32.893,42 DM.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/313241","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1995-03-23/5-u-212-94","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 242","ref_norm":"242","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 278","ref_norm":"278","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 611","ref_norm":"611","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 823","ref_norm":"823","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 831","ref_norm":"831","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 847","ref_norm":"847","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 516","ref_norm":"516","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 518","ref_norm":"518","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 519","ref_norm":"519","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 708","ref_norm":"708","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 713","ref_norm":"713","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/313241","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/313241","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-koeln/1995-03-23/5-u-212-94","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/313241","retrieved":"2026-07-09 03:44:32.558303+00:00"}}