{"status":"available","doknr":"OLD220040","ecli":"ECLI:DE:OLGD:2011:0816.I24W69.11.00","court":"Oberlandesgericht Düsseldorf","senate":null,"decided":"2011-08-16","aktenzeichen":"I-24 W 69/11","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nAuf die sofortige Beschwerde der Antragsgegnerin wird der Beschluss der 10. Zivilkammer des Landgerichts Mönchengladbach – Rechtspflegerin - vom 6. Mai 2011 aufgehoben.\n\nDer Kostenfestsetzungsantrag der Antragsteller wird zurückgewiesen.\n\nBeschwerdewert: 864,89 EUR \n\n1\n\nGründe\n\n 2\n\nDie sofortige Beschwerde der Antragsgegnerin ist gemäß §§ 11 Abs. 2 Satz 3 RVG, 104 Abs. 3 Satz 1, Abs. 1 Satz 1 ZPO zulässig und begründet.\n\n 3\n\nEine Kostenfestsetzung ist gemäß § 11 Abs. 5 RVG abzulehnen, wenn der Antragsgegner gegen die Gebührenforderung Einwendungen erhebt, die nicht im Gebührenrecht ihren Grund haben. Diese Voraussetzungen liegen hier vor.\n\n 4\n\nDer von der Antragsgegnerin vorgebrachte Einwand, sie habe mit dem Antragsteller eine Vereinbarung getroffen, nach der die Kosten über Prozesskostenhilfe bzw. Beratungshilfe abgerechnet werden sollten hat allein im materiellen Recht eine Grundlage. Einwendungen, die auf besondere Abmachungen zwischen Rechtsanwalt und Auftraggeber gestützt sind, sind nicht gebührenrechtlicher Art und führen grundsätzlich zur Ablehnung der Festsetzung (OLG Düsseldorf OLGR 2005, 58 zum gleich lautenden § 19 Abs. 5 BRAGO). Ausnahmsweise kann ein solcher Einwand aber dann unbeachtet bleiben, wenn er offensichtlich aus der Luft gegriffen oder gänzlich haltlos und unverständlich ist. \n\n 5\n\nDies kann hier nicht deshalb angenommen werden, weil die Antragsteller einen anderen Gesprächsverlauf und –inhalt als die Antragsgegnerin behaupten. Entscheidend ist, dass die anwaltlich vertretene Antragsgegnerin ihren ursprünglichen Vortrag in der Beschwerde aufrechterhalten hat. Dieses den Antragstellern zugleich mit dem Nichtabhilfebeschluss vom 25. Juli 2011 mitgeteilte Vorbringen war gemäß § 571 Abs. 2 S. 1 ZPO zu berücksichtigen. Es ist nicht Aufgabe der Kostenfestsetzungsorgane, den streitigen Sachverhalt aufzuklären. Das ist Sache des Prozessgerichts in einem Gebührenrechtsstreit.\n\n 6\n\nEine Kostenentscheidung ist nicht veranlasst. Eine Kostenerstattung ist gemäß § 11 Abs. 2 S. 6 2.Hs. RVG ausgeschlossen.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/220040","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2011-08-16/i-24-w-69-11","cited_norms":[{"jurabk":"RVG","ref":"§ 11","ref_norm":"11","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 571","ref_norm":"571","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/220040","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/220040","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2011-08-16/i-24-w-69-11","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/220040","retrieved":"2026-07-09 01:39:12.198490+00:00"}}