{"status":"available","doknr":"OLD253120","ecli":"ECLI:DE:OLGD:2008:0729.II6WF97.08.00","court":"Oberlandesgericht Düsseldorf","senate":null,"decided":"2008-07-29","aktenzeichen":"II-6 WF 97/08","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nAuf die sofortige Beschwerde wird der Beschluss des Amtsgerichts – Familiengerichts – Wuppertal vom 02.05.2008 abgeändert und dem Antragsteller wird raten-freie Prozesskostenhilfe unter Beiordnung von Rechtsanwältin K., W., für das Vermittlungsverfahren bewilligt.\n\n1\n\nDie sofortige Beschwerde hat Erfolg.\n\n2\n\nOb in einem Vermittlungsverfahren nach § 52 a FGG die Beiordnung eines Rechtsanwalts grundsätzlich\nnicht geboten erscheint (so OLG Hamm, FamRZ 1998, 1303; OLG Thüringen, FamRZ 2005, 1578; OLG Sachsen-Anhalt,\nOLGR 2006, 364; Keidel/En-gelhardt, FGG, 15. Aufl., § 52 a Rn 18) oder ob sie regelmäßig als\nerforderlich zu betrachten ist (so OLG München, FamRZ 2000, 1225; OLG Frankfurt a.M., FamRZ 2007, 566),\nist umstritten. Der Senat schließt sich der Auffassung an, die grundsätzlich ein Bedürfnis für\ndie Beiordnung bejaht. Maßgebend dafür ist die Erwägung, dass auch in einem Umgangsverfahren\nregelmäßig die Beiordnung eines Anwalts notwendig ist, wenn ernsthafter Streit zwischen den Eltern\nbesteht (vgl. Zöller/Philippi, ZPO, 26. Aufl., § 121 Rn 7). Für das Vermittlungsverfahren kann\ndann aber nichts anderes gelten, weil Voraussetzung dafür ist, dass bereits eine gerichtliche Verfügung\nüber den Umgang vorliegt (§ 52 a Abs. 1 Satz 1 FGG). Mit einer streitigen Auseinandersetzung ist somit\nim Vermittlungsverfahren in aller Regel zu rechnen. Hinzukommt, dass im Falle des Scheiterns der Vermittlung sich\nein Zwangsmittelverfahren anschließen kann (§ 52 a Abs. 5 FGG), in dem in den meisten Fällen\nebenfalls anwaltlicher Beistand benötigt werden wird. Vor dem Hintergrund erscheint auch im Streitfall\ndie Beiordnung eines Anwalts geboten, da nicht von vornherein davon auszugehen war, dass die Beteiligten - ohne\nanwaltliche Hilfe - zu einer einvernehmlichen Regelung finden würden.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/253120","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2008-07-29/ii-6-wf-97-08","cited_norms":[],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/253120","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/253120","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/olg-duesseldorf/2008-07-29/ii-6-wf-97-08","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/253120","retrieved":"2026-07-09 02:16:18.322059+00:00"}}