{"status":"available","doknr":"OLD117028","ecli":"ECLI:DE:LSGST:2010:0629.L7SB15.07.0A","court":"Landessozialgericht Sachsen-Anhalt","senate":null,"decided":"2010-06-29","aktenzeichen":"L 7 SB 15/07","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Berufung wird zurückgewiesen.\n\nKosten sind nicht zu erstatten.\n\nDie Revision wird nicht zugelassen.\n\nTatbestand\n\n1\n\nUmstritten ist die Entziehung der Merkzeichen \"G\" (erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr) und \"B\" (Notwendigkeit ständiger Begleitung) ab ... 2005.\n\n2\n\nDer am ... 1978 geborene Kläger stellte erstmals am 6. Juli 1992 beim Versorgungsamt H. wegen einer Erblindung des linken Auges, Hormonstörungen und einer Tumorerkrankung im Kopf einen Antrag nach dem damaligen Schwerbehindertengesetz. Nach Durchführung von medizinischen Ermittlungen stellte das Versorgungsamt mit Bescheid vom 29. Oktober 1992 als Behinderungen psycho-organische Veränderungen bei operativ behandelter Hirnerkrankung, eine Sehbehinderung sowie Bluthochdruck fest und setzte den Grad der Behinderung (GdB) mit 60 fest. Merkzeichen wurden nicht zuerkannt. Eine im Juli 1994 veranlasste Nachuntersuchung ergab keine Änderung bei den gesundheitlichen Verhältnissen des Klägers. Am 4. Januar 1995 beantragte er einen höheren GdB wegen der hinzugetretenen Behinderung einer Epilepsie. Auf Anforderung des Versorgungsamtes erstattete der behandelnde Arzt des Klägers, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie SR Dr. S., den Befundbericht vom 18. Januar 1995, dem zahlreiche weitere medizinische Unterlagen beigefügt waren. Im Bericht wird auf einen am 30. November 1994 erstmals in der häuslichen Umgebung aufgetretenen großen epileptischen Anfall mit fünfminütigem Bewusstseinsverlust hingewiesen. In der Folgezeit seien bis 12. Dezember 1994 weitere derartige Anfälle aufgetreten. Es handele sich um eine symptomatische Epilepsie als Folge der Operation eines Chiasmaglioms (Tumor im Bereich des Sehnervs). Unter Berücksichtigung einer kognitiven Leistungsminderung sei der gesundheitliche Zustand insgesamt verschlechtert. Nach Beteiligung des ärztlichen Dienstes stellte das Versorgungsamt H. mit Bescheid vom 15. Februar 1995 folgende Behinderungen fest: hirnorganischer Anfälle, psycho-organische Veränderungen bei operativ behandelter Hirnerkrankung, Sehbehinderung, Bluthochdruck und setzte den GdB nunmehr mit 90 fest. Merkzeichen wurden weiterhin nicht zuerkannt.\n\n3\n\nMit dem Neufeststellungsantrag vom 3. August 1995 begehrte der Kläger die Prüfung, ob ihm nicht wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustandes ein \"Behindertenzeichen\" auf dem Schwerbehindertenausweis eingetragen werden könne. Die daraufhin vom Versorgungsamt durchgeführten medizinischen Ermittlungen bei SR Dr. S. ergaben weitere große epileptische Anfälle des Klägers mit Stürzen und Bewusstseinsverlust in der Zeit von Anfang Mai bis Mitte Juni 1995. Der nach Operation verbliebene Rest-Tumor sei nicht größer geworden; der Patient klage aber über verstärkte Kopfschmerzen und vegetative Störungen. Als Verschlechterung seien die seit Mai mehrfach aufgetretenen großen cerebralen Anfälle zu werten. In der gutachtlichen Stellungnahme vom 25. September 1995 schlug Dr. K. vom versorgungsärztlichen Dienst wegen des Krampfanfallsleiden die Vergabe der Merkzeichen \"G\" und \"B\" vor und empfahl eine Nachprüfung nach drei Jahren. Dem folgend stellte das Versorgungsamt mit Bescheid vom 4. Oktober 1995 nunmehr anstelle der \"hirnorganischen Anfälle\" ein \"Krampfanfallsleiden\" als Behinderung fest, ließ die übrigen Behinderungen unverändert und stellte die Merkzeichen \"G\" und \"B\" fest.\n\n4\n\nAm 18. November 1996 beantragte der Kläger die Feststellung eines höheren Grades der Behinderung sowie die Zuerkennung auch der Merkzeichen \"H\" und \"RF\" wegen des Wachstums des Hirntumors und einer Verstärkung des Krampfanfallsleidens (große Anfälle mit Krämpfen). Auf Anforderung des Versorgungsamtes berichtete SR Dr. S. am 27. November 1996 über eine Zunahme der großen Krampfanfälle nach Zahl und Intensität, wobei jeweils der Notarzt angefordert worden sei. Der Patient klage über ständige Kopfschmerzen und habe eine Ausbildung in der Reha-Einrichtung in H. abgebrochen, da er den Anforderungen mental nicht mehr gewachsen gewesen sei. Insgesamt habe sich die psycho-physische Belastbarkeit im Vergleich zur Situation im August 1995 eindeutig verschlechtert. Dem Bericht waren weitere Arztbriefe und Befundunterlagen beigefügt. Einen weiteren Befundbericht erstattete der Augenfacharzt Dr. F ... vom 28. November 1992 (Blatt 61 der Verwaltungsakte). Der erneut beteiligte Versorgungsarzt Dr. K. schlug am 23. Dezember 1996 die Anhebung des GdB auf 100 und die zusätzliche Vergabe des Merkzeichens \"RF\" mit Nachprüfung in drei Jahren vor. Die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Feststellung des beantragten Merkzeichens \"H\" lägen dagegen nicht zweifelsfrei vor. Demgegenüber hielt der ebenfalls hinzugezogene Versorgungsarzt OMR D ... B. die Merkzeichen \"RF\" und \"H\" für nicht begründbar. Mit Bescheid vom 28. April 1997 setzte das Versorgungsamt wegen der Verschlechterung der ansonsten unveränderten Behinderungen den GdB auf 100 herauf, lehnte die Vergabe weiterer Merkzeichen jedoch ab.\n\n5\n\nDas Versorgungsamt H. forderte zur Überprüfung der gesundheitlichen Verhältnisse des Klägers einen neuen Befundbericht von SR Dr. S. vom 19. Mai 1999 an, der über eine weitere Verschlechterung in den letzten zweieinhalb Jahren berichtete. Der Patient sei wegen der Epilepsie mehrfach stationär behandelt worden. Infolge eines Rezidivs des 1992 operierten Tumors hätten die epileptischen Anfälle zugenommen und würden seit vier Monaten etwa vier- bis sechsmal monatlich auftreten. Zur Behandlung von anfallsbedingtem Atemstillstand sei ein Sauerstoffhilfsgerät zur Verfügung gestellt worden. Im Übrigen sei der neurologische Status unverändert. Dr. K. schlug nach Auswertung des Berichts am 23. Juni 1999 wegen der Verschlechterung der Erkrankung die Vergabe der Merkzeichen \"H\" und \"RF\" vor. Mit Bescheid vom 20. Juli 1999 stellte das Versorgungsamt H. die bisherigen Behinderungen und weiterhin einen Grad der Behinderung von 100 (Krampfanfallsleiden – 100, Hirntumorerkrankung – 80, Sehverlust des linken Auges – 30, Bluthochdruck – 10) sowie zusätzlich die Merkzeichen \"H\" und \"RF\" fest. Zur Überprüfung der gesundheitlichen Verhältnisse des Klägers forderte das Versorgungsamt von SR Dr. S. einen weiteren Befundbericht vom 2. November 2001 an. Der Arzt teilte mit, der Patient sei weiterhin nicht anfallsfrei. Die Anfälle würden meist im vier- bis sechswöchigen Abstand als so genannte große Anfälle mit anschließender längerer Verwirrtheit auftreten. Den beigefügten Befundunterlagen ist eine kernspintomographische Untersuchung vom 11. Juni 2001 im Städtischen Klinikum D ... zu entnehmen, die den bekannten Tumor in Morphologie und Größe unverändert gezeigt habe. Der versorgungsärztliche Dienst (Dr. K.) vertrat nach Auswertung dieser Unterlagen die Ansicht, es sei ein messbarer Rückgang der Anfallshäufigkeit zu verzeichnen, da es jetzt noch etwa einmal monatlich zu Anfällen komme. Die Merkzeichen \"RF\" und \"H\" seien nicht mehr gerechtfertigt. Nach Anhörung des Klägers hob das Versorgungsamt H. mit bestandskräftig gewordenem Bescheid vom 1. Februar 2002 den Bescheid vom 20. Juli 1999 teilweise auf und entzog die Merkzeichen \"H\" und \"RF\" wegen der Stabilisierung des Anfallsleidens. Zugleich stellte es die Merkzeichen \"G\" und \"B\" sowie die Behinderungen Krampfanfallsleiden (80), Hirntumorerkrankung (80), Sehverlust des linken Auges (30) und Bluthochdruck fest (10).\n\n6\n\nIm März 2005 leitete der Beklagte ein weiteres Überprüfungsverfahren zur Feststellung einer wesentlichen Änderung in den gesundheitlichen Verhältnissen des Klägers ein und zog von dem Facharzt für Neurologie Dipl.-Med B. einen Befundbericht vom 19. April 2005 bei. Der Arzt berichtete zu der Behinderung durch das Krampfanfallsleiden, es seien seit Juni 2004 zwei Anfälle aufgetreten. Zuvor sei es wesentlich häufiger der Fall gewesen. Nach Auswertung dieses Berichtes schlug der versorgungsärztliche Dienst des Beklagten (Dr. G.) am 6. August 2005 den Wegfall der verbliebenen Merkzeichen \"G\" und \"B\" vor, da ein weiterer Rückgang der Anfallshäufigkeit zu verzeichnen sei (Hirntumorerkrankung – 80, Symptomatisches Anfallsleiden – 50, Sehverlust des linken Auges – 30, Bluthochdruck – 10). Nach Anhörung des Klägers, nach dessen Ansicht die Anfallshäufigkeit tatsächlich nicht zurückgegangen sei, hob der Beklagte mit Bescheid vom 14. November 2005 den Bescheid vom 1. Februar 2002 hinsichtlich der Merkzeichen \"B\" und \"G\" auf, da eine wesentliche Änderung in den tatsächlichen Verhältnissen eingetreten sei.\n\n7\n\nMit seinem Widerspruch vom 1. Dezember 2005 wies der Kläger auf den irreparablen Hirntumor hin und vertrat die Ansicht, auch bei dem symptomatischen Anfallsleiden sei keine Heilung zu erwarten. An den für die Merkzeichen \"B\" und \"G\" begründenden Anspruchstatsachen habe sich daher nichts geändert. Er sei aus der Sicht seines Arztes Dipl.-Med. B ... weiterhin in seiner Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt, denn das Anfallsleiden könne jederzeit auftreten. Der Beklagte führte daraufhin weitere medizinische Ermittlungen zur Tumorerkrankung und dem Anfallsleiden des Klägers durch und forderte von Dipl.-Med. B ... einen weiteren Befundbericht vom 9. Januar 2006 an, dem weitere medizinische Unterlagen beigefügt waren. Der Arzt berichtete über eine seit April 2005 bestehende Anfallsfreiheit, wobei sich allerdings Vorboten für neue Anfälle mit der Folge von Angstreaktionen gezeigt hätten. Die Vorbefunde seien ansonsten nicht geändert, ein Rezidivwachstum sei nicht eingetreten. Trotz der Anfallsfreiheit bestehe weiterhin die Notwendigkeit einer Begleitperson, da die Angstreaktionen sich durchaus zu einem Anfall ausweiten könnten. Daraus ergebe sich auch eine Einschränkung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr. Nach Beteiligung des versorgungsärztlichen Dienstes wies der Beklagte den Widerspruch mit Widerspruchsbescheid vom 10. Juli 2006 zurück, da die Anfallshäufigkeit weiter zurückgegangen sei. Nach den aktuellen Befundberichten zeige sich das Anfallsleiden unter Therapie wesentlich gebessert. Jetzt bestehe nur noch eine sehr seltene Anfallshäufigkeit, die maximal noch einen Einzel-GdB von 50, allerdings ohne Änderung des bestehenden Gesamt-GdB von 100, rechtfertige.\n\n8\n\nMit seiner am 28. Juli 2006 vor dem Sozialgericht Dessau erhobenen Klage hat sich der Kläger gegen die Entziehung der Merkzeichen gewendet und sich zur Unterstützung seiner Rechtsauffassung auf den Bericht der Neurologischen Klinik D. vom 19. Januar 2007 über den stationären Aufenthalt vom 6. bis 20. Januar 2007 bezogen. Das Sozialgericht hat medizinische Ermittlungen durchgeführt und von Dipl.-Med. B ... den Befundbericht vom 24. Oktober 2006 eingeholt, wonach die Tumorerkrankung nicht weiter fortgeschritten sei. Unter der Medikation mit Orfiril long und Topamax 50 sei es zu einer deutlichen Besserung der Schwere der Anfälle bekommen. Allerdings seien sie noch vorhanden. Einen weiteren Befundbericht vom 7. November 2006 hat das Sozialgericht von der Fachärztin für Allgemeinmedizin Dr. T ... eingeholt, wegen dessen Einzelheiten auf Bl. 27 der Gerichtsakte verwiesen wird. Der Beklagte hat vorgetragen, das Anfallsleiden sei mit einem GdB von 50 sachgerecht bewertet. Die gewünschten Merkzeichen seien erst ab einem GdB von 60 zu vergeben und das auch nur dann, wenn die Anfälle überwiegend am Tag auftreten. Tatsächlich seien ausweislich der Befundberichte von Dipl.-Med Blodau seit April 2005 keine Anfälle mehr aufgetreten. Das Sozialgericht hat die Klage mit Urteil ohne mündliche Verhandlung vom 24. Januar 2007 abgewiesen und in denn im Wesentlichen ausgeführt, dass der GdB bei epileptischen Anfällen je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung zu bemessen sei. Inzwischen bestehe beim Kläger keine mittlere Anfallshäufigkeit mehr, sondern nur noch eine sehr seltene Häufigkeit, so dass die Merkzeichen \"B\" und \"G\" nicht mehr festzustellen seien.\n\n9\n\nGegen das ihm am 30. Januar 2007 zugestellte Urteil wendet sich der Kläger mit der am 27. Februar 2007 rechtzeitig erhobenen Berufung und trägt vor, er sei wegen einer Störung der Orientierungsfähigkeit in seiner Bewegungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Neben der erhöhten Anfallshäufigkeit seien auch der Sehverlust des linken Auges und die sich anbahnende Erblindung des rechten Auges anspruchsbegründend für die begehrten Merkzeichen. Soweit festgestellt worden sei, dass seit 2004 keine größeren Anfälle aufgetreten sind, müsse berücksichtigt werden, dass nach der Wahrnehmung der Mutter acht bis zehn Mal im Monat kleine Absencen aufträten.\n\n10\n\nDer Kläger beantragt,\n\n11\n\ndas Urteil des Sozialgerichts Dessau vom 24. Januar 2007 und den Bescheid des Beklagten vom 14. November 2005 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 10. Juli 2006 aufzuheben.\n\n12\n\nDer Beklagte beantragt,\n\n13\n\ndie Berufung zurückzuweisen\n\n14\n\nEr hält das erstinstanzliche Urteil und seine Bescheide für zutreffend.\n\n15\n\nDer Senat hat medizinische Ermittlungen durchgeführt und Befundberichte von der Fachärztin für Augenheilkunde I. vom 4. Januar 2010, der Fachärztin für Allgemeinmedizin Dr. T ... vom 15. Januar 2010 und Dipl.-Med. B ... vom 6. Januar 2010 eingeholt (Bl. 106 ff. der Gerichtsakte). Dipl.-Med. B ... hat mitgeteilt, das Tumorrezidiv sei nach dem Ergebnis der MRT-Untersuchungen in den Jahren von 2001 bis 2009 gleich geblieben. Als weitere Erkrankung sei im Januar 2007 eine Meningitis bei Zustand nach Otitis media im Dezember 2006 hinzugetreten. Durch diese Erkrankung könnten die Anfälle wieder verstärkt hervorrufen werden. Zu epileptischen Anfällen sei es einmal im Jahr 2002, 2003 im April und September, 2004 im Januar und Februar sowie zweimal im Juni gekommen. Der Rückgang der Anfälle sei auf eine Änderung bei der Medikation zurückzuführen. Das Anfallsleiden könne unabhängig von den Tageszeiten auftreten, wodurch sich auch die Notwendigkeit einer Begleitperson ergebe. Wegen der diskreten rechtsseitigen Hemiparese sei die Gehfähigkeit gestört. Die Augenärztin I. hat angegeben, den Kläger seit 13. Februar 2007 zu behandeln. Als Diagnose benannte sie eine Optikusathrophie bei Zustand nach Chiasmamalignom-OP 1992, eine Außenschielstellung des linken Auges und eine Amaurose (totale Erblindung), ebenfalls des linken Auges. Diese Leiden seien seit 1999 gleich geblieben. Die Frage, ob der Kläger zwischen 2001 und 2004 jederzeit unter einer erheblichen Beeinträchtigung seiner Gehfähigkeit gelitten und deswegen eine Begleitperson gebraucht hatte, könne sie nicht beantworten, da sie ihn erst seit 2007 behandele. Dr. T ... hat die Diagnosen einer Erblindung des linken Auges, einer Epilepsie, eines Bluthochdrucks und einer Adipositas mitgeteilt. Seit Beginn der Behandlung bei ihr am 1. Oktober 2001 seien alle Symptome konstant. Der Kläger sei wegen des Anfallsleidens auf eine Begleitperson angewiesen. Durch dieses Leiden, die Adipositas, den Bluthochdruck mit rezidivierenden Krisen und die Angstzustände sei die Gehfähigkeit eingeschränkt.\n\n16\n\nDie Gerichtsakte und die Verwaltungsakte des Beklagten haben vorgelegen und waren Gegenstand der mündlichen Verhandlung. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhaltes und des Sachvortrages der Beteiligten wird auf den Inhalt der Gerichtsakte und der Verwaltungsakte ergänzend verwiesen.\n\nEntscheidungsgründe\n\n17\n\nDie fristgerecht erhobene und auch im Übrigen zulässige Berufung\nist unbegründet. Zu Recht hat das Sozialgericht die Klage\nabgewiesen, denn die angefochtenen Bescheide erweisen sich als\nrechtens und verletzen den Kläger nicht in seinen Rechten (§ 54\nAbs. 2 des Sozialgerichtsgesetzes - SGG). Zu Recht hat der Beklagte\nmit dem auf § 48 Abs. 1 Satz 1 Zehntes Buch Sozialgesetzbuch\n– Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz (SGB X)\ngestützten Bescheid vom 14. November 2005 die frühere Feststellung\nder gesundheitlichen Voraussetzungen für die Merkzeichen\n\"G\" und \"B\" mit Wirkung für die Zukunft\naufgehoben und festgestellt, dass ein Anspruch auf diese\nMerkzeichen nicht mehr besteht.\n\n18\n\nMaßgeblicher Zeitpunkt für die Beurteilung der Rechtmäßigkeit\nder angegriffenen Bescheide ist der Erlass des\nWiderspruchsbescheides am 10. Juli 2006. Zutreffend ist der\nBeklagte zu diesem Zeitpunkt von einer wesentlichen Änderung der\nVerhältnisse ausgegangen.\n\n19\n\nNach § 48 Abs. 1 Satz 1 SGB X ist ein Verwaltungsakt mit\nDauerwirkung mit Wirkung für die Zukunft aufzuheben, soweit in den\ntatsächlichen oder rechtlichen Verhältnissen, die bei seinem Erlass\nvorgelegen haben, eine wesentliche Änderung eintritt. Die gemäß §\n24 Abs. 1 Satz 1 SGB X erforderliche Anhörung ist erfolgt.\nVerwaltungsakt mit Dauerwirkung im Sinne des § 48 Abs. 1 Satz 1 SGB\nX ist der Bescheid vom 1. Februar 2002, mit dem nicht nur die\nMerkzeichen \"H\" und \"RF\" entzogen, sondern auch\ndie gesundheitlichen Voraussetzungen für die Merkzeichen\n\"G\" und \"B\" festgestellt worden sind. Der nach\n§ 48 Abs. 1 Satz 1 SGB X maßgebliche Vergleichsbescheid ist\nderjenige, in dem über die Voraussetzungen, hinsichtlich derer eine\nwesentliche Änderung eingetreten sein soll, letztmals entschieden\nwurde (vgl. Steinwedel in Kasseler Kommentar, Stand Juli 2009, § 48\nSGB X, Rn. 16), hier also der (Teilaufhebungs-)Bescheid vom 1.\nFebruar 2002. Nach Beiziehung der hausärztlichen Befunde und ihrer\nAuswertung durch den versorgungsärztlichen Dienst mit gutachtlicher\nStellungnahme vom 3. Januar 2002 wurden mit diesem Bescheid die\nBehinderungen teilweise unter Zugrundelegung geänderter Einzelgrade\nder Behinderung neu formuliert und erneut festgestellt, dass die\ngesundheitlichen Voraussetzungen für die Merkzeichen \"G\"\nund \"B\" erfüllt sind.\n\n20\n\nZu vergleichen sind daher die gesundheitlichen Verhältnisse des\nKlägers, die dem Verwaltungsakt vom 1. Februar 2002 zugrunde lagen,\nmit den Verhältnissen bei Erlass des Aufhebungsbescheids am 14.\nNovember 2005 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 10.\nJuli 2006. Dieser Vergleich ergibt eine wesentliche Änderung in den\ntatsächlichen Verhältnissen dahingehend, dass die Häufigkeit der\nepileptischen Anfälle deutlich zurückgegangen war. Traten sie 2002\nnoch in monatlichen Abständen auf, verlängerten sich die Abstände\nseit etwa Mitte 2004 auf mehrere Monate. Dipl.-Med. B ... hat am\n19. April 2005 angegeben, es sei seit Juni 2004 zu zwei Anfällen\ngekommen. Mit dieser stark verringerten Anfallsfrequenz erfüllte\nder Kläger nicht mehr die gesundheitlichen Voraussetzungen für die\nMerkzeichen \"G\" und \"B\".\n\n21\n\nSind neben dem Vorliegen einer Behinderung weitere\ngesundheitliche Merkmale Voraussetzung für die Inanspruchnahme von\nNachteilsausgleichen (Merkzeichen), treffen die für die\nDurchführung des Bundesversorgungsgesetzes zuständigen Behörden die\nerforderlichen Feststellungen (§ 69 Abs. 4 Neuntes Buch\nSozialgesetzbuch, SGB IX, bis 30. Juni 2001 § 4 Abs. 4\nSchwerbehindertengesetz, SchwbG). Für Verwaltung und Gerichte\ngleichermaßen maßgeblich sind dabei die Bewertungsmaßstäbe der\nAnhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen\nEntschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (AHP), die\nfür die Zeit bis 31. Dezember 2008 als antizipierte\nSachverständigengutachten beachtlich sind und normähnliche Wirkung\nentfalten (vgl. BSG vom 18. Sept. 2003, B 9 SB 3/02 R; vom 24.\nApril 2008, B 9/9a SB 10/06 R; BVerfG vom 6. März 1995, BvR 60/95;\nalle zitiert nach juris). Seit 1. Januar 2009 gelten die\nVersorgungsmedizinischen Grundsätze (VG), die als Anlage zu § 2 der\nVersorgungsmedizin-Verordnung vom 10 Dezember 2008 (BGBl. I S.\n2412) erlassen worden sind. Die VG enthalten weitgehend die\nRegelungen der AHP und lösen diese ab. Sie sind wie die AHP ein auf\nbesonderer medizinischer Sachkunde beruhendes Regelwerk, das die\nmöglichst gleichmäßige Anwendung der Bewertungsmaßstäbe im\nBundesgebiet bezweckt und dem Ziel des einheitlichen\nVerwaltungshandelns und der Gleichbehandlung dient. Im vorliegenden\nFall sind noch die AHP 2004 anzuwenden, da der maßgebliche\nZeitpunkt für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage der\nZeitpunkt der letzten Verwaltungsentscheidung (Widerspruchsbescheid\nvom 10. Juli 2006) ist. In der Sache ergibt sich daraus keine\nÄnderung.\n\n22\n\nDer Kläger hatte zum Zeitpunkt des Erlasses des\nWiderspruchsbescheides keinen Anspruch mehr auf Feststellung der\ngesundheitlichen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme des\nNachteilsausgleichs \"G\".\n\n23\n\nGemäß § 146 Abs. 1 SGB IX ist in seiner Bewegungsfähigkeit im\nStraßenverkehr erheblich beeinträchtigt, wer infolge einer\nEinschränkung des Gehvermögens (ob durch innere Leiden oder infolge\nvon Anfällen oder Störungen der Orientierungsfähigkeit) nicht ohne\nerhebliche Schwierigkeiten oder nicht ohne Gefahren für sich oder\nandere Wegstrecken im Ortsverkehr zurückzulegen vermag, die\nüblicherweise noch zu Fuß zurückgelegt werden. Eine übliche\nWegstrecke ist eine solche von 2 km, die bei normalem Gehtempo (ca.\n4 km/h) in etwa 30 Minuten zurückgelegt wird (BSG, Urteile vom 13.\nAugust 1997 - 9 RVs 1/96 - und vom 27. August 1998 - B 9 SB 13/97 R\n-).\n\n24\n\nNach der Nr. 30 Abs. 3 bis 5 der AHP, denen im Interesse einer\nobjektiven und objektivierbaren Bewertung und einer am\nGleichheitsgebot orientierten Gleichbehandlung normähnliche Wirkung\nbeizumessen ist (BSG, Urteil vom 11. 10. 1994 - 9 RVs 1/39 -, SozR\n3870 § 3 SchwbG Nr. 5), sind die Voraussetzungen für die Annahme\neiner erheblichen Beeinträchtigung im Straßenverkehr infolge einer\nbehinderungsbedingten Einschränkung des Gehvermögens als erfüllt\nanzusehen, wenn auf die Gehfähigkeit sich auswirkende\nFunktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der\nLendenwirbelsäule bestehen, die für sich einen GdB von wenigstens\n50 bedingen. Darüber hinaus können die Voraussetzungen bei\nBehinderungen an den unteren Gliedmaßen mit einem GdB von unter 50\ngegeben sein, wenn diese Behinderungen sich auf die Gehfähigkeit\nbesonders auswirken, z.B. bei Versteifung des Hüftgelenkes, des\nKnie- und Fußgelenkes in ungünstiger Stellung, arteriellen\nVerschlusskrankheiten mit einem GdB von 40. Auch bei inneren Leiden\nkommt es bei der Beurteilung entscheidend auf die Einschränkung des\nGehvermögens an. Dementsprechend ist eine erhebliche\nBeeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit vor allem bei Herzschäden\nmit Beeinträchtigung der Herzleistung wenigstens nach Gruppe 3 und\nbei Atembehinderungen bei dauernder Einschränkung der\nLungenfunktion wenigstens mittleren Grades anzunehmen.\n\n25\n\nBei hirnorganischen Anfällen ist die Beurteilung von der Art und\nHäufigkeit der Anfälle sowie von der Tageszeit des Auftretens\nabhängig. Im Allgemeinen ist auf eine erhebliche Beeinträchtigung\nder Bewegungsfähigkeit erst ab einer mittleren Anfallshäufigkeit zu\nschließen, wenn die Anfälle überwiegend am Tage auftreten. Bei\ngeistig Behinderten sind entsprechende Störungen der\nOrientierungsfähigkeit vorauszusetzen, wenn die behinderten\nMenschen sich im Straßenverkehr, auf Wegen, die sie nicht\nalltäglich benutzen, nur schwer zurecht finden können. Unter diesen\nUmständen ist eine erhebliche Beeinträchtigung der\nBewegungsfähigkeit bei geistigen Behinderungen mit einem GdB um 100\nimmer und mit einem GdB um 80 oder 90 in den meisten Fällen zu\nbejahen. Bei einem GdB unter 80 kommt eine solche Beeinträchtigung\nder Bewegungsfähigkeit nur in besonders gelagerten Einzelfällen in\nBetracht (vgl. zu diesen Regelfällen BSG, Urteil vom 13. August\n1997 - 9 RVs 1/96).\n\n26\n\nDer Kläger erfüllt die Vorgaben der AHP Nr. 30 Abs. 4 bereits\nseit Mitte 2004 nicht mehr. Denn sein hirnorganisches bzw.\nepileptisches Anfallsleiden hat sich hinsichtlich der Häufigkeit\nder Anfälle wesentlich gebessert. Eine mittlere Anfallshäufigkeit,\ndie nach Nr. 30 Abs. 4 der AHP die gesundheitlichen Voraussetzung\nfür das Merkzeichen G herbeiführen würde, wenn die Anfälle\nüberwiegend am Tage auftreten, ist seitdem nicht mehr\nanzunehmen.\n\n27\n\nNach Nr. 26.3 der AHP 2004 gilt folgende Einteilung:\n\n28\n\nGdB/MdE-Grad Epileptische Anfälle\n\n29\n\nje nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher\nVerteilung\n\n30\n\nsehr selten (generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle\nmit Pausen von mehr als einem Jahr; kleine und einfach-fokale\nAnfälle mit Pausen von Monaten) ... 40\n\n31\n\nselten (generalisierte [große] und komplex-fokale Anfälle mit\nPausen von Monaten; kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen\nvon Wochen) ... 50 – 60\n\n32\n\nmittlere Häufigkeit (generalisierte [große] und komplex-fokale\nAnfälle mit Pausen von Wochen; kleine und einfach-fokale Anfälle\nmit Pausen von Tagen) ... 60 – 80\n\n33\n\nhäufig (generalisierte [große] oder komplex-fokale Anfälle\nwöchentlich oder Serien von generalisierten Krampfanfällen, von\nfokal betonten oder von multifokalen Anfällen; kleine und\neinfach-fokale Anfälle täglich) ... 90 – 100\n\n34\n\nnach drei Jahren Anfallsfreiheit bei weiterer Notwendigkeit\nantikonvulsiver Behandlung ... 30\n\n35\n\nEin Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation\ndrei Jahre Anfallsfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden\nist dann kein GdB/MdE-Grad mehr anzunehmen.\n\n36\n\nNach diesen Grundsätzen ist seit 2004 nur noch von seltenen\nAnfällen auszugehen, da sie seit dieser Zeit infolge einer\ngeänderten Medikation nur noch mit Pausen von (mindestens) Monaten\nauftreten. Bei den heute nach Angaben der Mutter des Klägers\nmehrmals im Monat auftretenden kleineren \"Absencen\"\nhandelt es sich offenbar nicht um Anfälle im Sinne der oben\naufgeführten Nr. 26.3 der AHP 2004, weshalb diese Erscheinungen,\nauch wenn sie bereits 2005/2006 aufgetreten sein sollten, nicht als\nAnfälle zu bewerten sind. Eine erhebliche Beeinträchtigung der\nGehfähigkeit wegen des inneren Leidens ist deshalb nicht mehr\ngegeben.\n\n37\n\nEine \"Kompensation\" des Wegfalls der häufigen Anfälle\nmit anderen Funktionsstörungen, die ihrerseits zur Erfüllung der\ngesundheitlichen Voraussetzungen für das Merkzeichen \"G\"\ndienen könnten, ist nicht erkennbar. Nennenswerte\nFunktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der\nLendenwirbelsäule liegen offenbar nicht vor. Die von Dipl.-Med. B\n... mitgeteilte \"diskrete rechtsseitige Hemiparese\" ist,\nwie die Einschätzung als \"diskret\" erkennen lässt, wohl\nnur leichterer Natur und wird von den anderen behandelnden Ärzten\ntrotz ausdrücklicher Befragung zur Gehfähigkeit nicht erwähnt.\n\n38\n\nEinschränkungen der Gehfähigkeit ergeben sich auch nicht aus der\nSehbehinderung des Klägers. Störungen der Orientierungsfähigkeit,\ndie zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit\nführen, sind bei allen Sehbehinderungen mit einem GdB von\nwenigstens 70, bei Sehbehinderungen, die einen GdB von 50 oder 60\nbedingen, nur in Kombination mit erheblichen Störungen der\nAusgleichsfunktion (z.B. hochgradige Schwerhörigkeit beiderseits,\ngeistige Behinderung) anzunehmen. Eine Sehbehinderung diesen\nAusmaßes liegt beim Kläger nicht vor, da die seit 1992 bestehende\nBlindheit auf dem linken Auge bei erhaltener Sehfähigkeit auf dem\nrechten Auge mit einem Einzel-GdB von 30 zutreffend bewertet ist\n(MdE-Tabelle der DOG, nach Nr. 26.4 der AHP 2004, S. 52). Die vom\nKläger vorgetragene drohende Erblindung auch des rechten Auges wird\nvon der behandelnden Augenärztin nicht bestätigt, da die\nAugenbefunde nach ihren Angaben seit 1999 unverändert sind (Bericht\nvom 4. Januar 2010). Obwohl sie den Kläger erst seit 2007\nbehandelt, ist diesem Bericht zu entnehmen, dass jedenfalls noch im\nJahr 2004 eine gegenüber 1999 im Wesentlichen unveränderte\nSehfähigkeit auf dem rechten Auge gegeben war. Im Übrigen hat der\nKläger gegen die Einschätzung eines Einzel-GdB von 30 für die\nSehbehinderung zu keiner Zeit in einem der Verwaltungsverfahren\nEinwände erhoben.\n\n39\n\nAuch wegen anderer Behinderungen ist keine erhebliche\nEinschränkung der Gehfähigkeit gegeben. Die wegen der immer noch\n(selten) auftretenden Krampfanfälle bestehende Angst stellt kein\nLeiden im Sinne der Nr. 30 der AHP dar. Nach allgemeiner Erfahrung\nnehmen solche Ängste oder akute Angstzustände mit geringer\nwerdender Anfallsfrequenz in entsprechendem Maße ab. Im Übrigen\nsind sie bei der GdB-Bewertung des Anfallsleidens als mitbewertet\nanzusehen. Darüber hinaus gehende Beeinträchtigungen sind den\nBefundunterlagen nicht zu entnehmen. Soweit durch das Hinzutreten\nder Meningitis (Hirnhautentzündung) eine weitere Behinderung\nfestzustellen wäre oder das epileptische Leiden sich verschlechtern\nsollte, ist der Kläger auf einen Neufeststellungsantrag zu\nverweisen, weil diese Erkrankung erst nach dem hier maßgeblichen\nZeitpunkt für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage (10. Juli\n2006) im Januar 2007 festgestellt wurde.\n\n40\n\nDa beim Kläger seit 2005/2006 die gesundheitlichen\nVoraussetzungen für das Merkzeichen \"G\" nicht mehr\nvorliegen, ist auch die Notwendigkeit ständiger Begleitung\n(Merkzeichen B) nicht mehr gegeben. Nach Nr. 32 Abs. 2 der AHP 2004\nist eine Berechtigung für eine ständige Begleitung bei\nschwerbehinderten Menschen (bei denen die Voraussetzungen für die\nMerkzeichen \"G” oder \"H” vorliegen) gegeben,\ndie infolge ihrer Behinderung zur Vermeidung von Gefahren für sich\noder andere bei Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln\nregelmäßig auf fremde Hilfe angewiesen sind. Dementsprechend ist zu\nbeachten, ob bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel\nregelmäßig fremde Hilfe beim Ein- und Aussteigen oder während der\nFahrt des Verkehrsmittels notwendig ist oder bereit sein muss oder\nob Hilfen zum Ausgleich von Orientierungsstörungen (z. B. bei\nSehbehinderung, geistiger Behinderung) erforderlich sind. Diese\nVoraussetzungen waren beim Kläger nicht mehr gegeben.\n\n41\n\nDie Berechtigung für das Merkzeichen B ist nach Nr. 30 Abs. 3\nder AHP 2004 weiterhin anzunehmen bei Querschnittsgelähmten,\nOhnhändern, Blinden und den in Nummer 30 Absätze 4 und 5 genannten\nSehbehinderten (GdB von mindestens 70 oder 50 bis 50 bei weiteren\nspeziellen Behinderungen), Hörbehinderten, geistig behinderten\nMenschen und Anfallskranken, bei denen die Annahme einer\nerheblichen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im\nStraßenverkehr gerechtfertigt ist.\n\n42\n\nAuch diese Voraussetzungen erfüllte der Kläger zum Zeitpunkt der\nangefochtenen Bescheide offensichtlich nicht.\n\n43\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 193 SGG.\n\n44\n\nDie Voraussetzungen für die Zulassung der Revision liegen nicht\nvor (§ 160 Abs. 2 SGG).","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/117028","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lsg-sachsen-anhalt/2010-06-29/l-7-sb-15-07","cited_norms":[{"jurabk":"SGB 10","ref":"§ 48","ref_norm":"48","n":4},{"jurabk":"SGB 10","ref":"§ 24","ref_norm":"24","n":1},{"jurabk":"SGG","ref":"§ 160","ref_norm":"160","n":1},{"jurabk":"SGG","ref":"§ 193","ref_norm":"193","n":1},{"jurabk":"SGB 9 2018","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/117028","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/117028","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lsg-sachsen-anhalt/2010-06-29/l-7-sb-15-07","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/117028","retrieved":"2026-07-09 00:08:41.785444+00:00"}}