{"status":"available","doknr":"OLD315079","ecli":"ECLI:DE:LGD:1990:0807.24S156.90.00","court":"Landgericht Düsseldorf","senate":null,"decided":"1990-08-07","aktenzeichen":"24 S 156/90","doktyp":"Urteil","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Berufung der Beklagten gegen das am 19.01.1990 verkündete Urteil des Amtsgerichts Neuss – 36 C 339/89 – wird zurückgewiesen.\n\n              Die Beklagte trägt die Kosten des Berufungsverfahrens.\n\n1\n\n                                          Landgericht Düsseldorf\n\n2\n\n                                          Im Namen des Volkes\n\n3\n\n                                                        Urteil\n\n4\n\n24 S 156/90                                                                       Verkündet am 07.08.1990\n\n5\n\n36 C 339/89 AG Neuss                                           … Justizangestellte\n\n6\n\nals Urkundsbeamter der Geschäftsstelle.\n\n7\n\n              In dem Rechtsstreit der …\n\n8\n\n                                                                                                  Beklagte und Berufungsklägerin,\n\n9\n\n-          Prozeßbevollmächtigte : …\n\n10\n\ng e g e n\n\n11\n\ndie …                                \n\n12\n\n                                                                                    Klägerin und Berufungsbeklagte,\n\n13\n\n-          2 -\n\n14\n\n-          Prozeßbevollmächtigte : …\n\n15\n\nhat die 24. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf auf die mündliche Verhandlung vom 17. Juli 1990 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters am Landgericht …, des Richters am Landgericht … und der Richterin am Landgericht …\n\n16\n\nfür Recht erkannt:\n\n17\n\nDie Berufung der Beklagten gegen das am 19.01.1990 verkündete Urteil des Amtsgerichts Neuss – 36 C 339/89 – wird zurückgewiesen.\n\n18\n\n              Die Beklagte trägt die Kosten des Berufungsverfahrens.\n\n19\n\n              Entscheidungsgründe :\n\n20\n\n              Die Berufung ist zulässig, hat aber in der Sache keinen Erfolg.\n\n21\n\nDie Klägerin ist gemäß §§ 1004 BGB, 41 Abs. 1 Nr. 1 a, 50 Nachbarrechtsgesetz NW berechtigt, die Beseitigung der Pyramidenhainbuche zu verlangen, da mit der Anpflanzung in einer Entfernung von zwei Metern zur Grundstücksgrenze der maßgebliche Grenzabstand nicht eingehalten ist. Die Kammer folgt\n\n22\n\n-          3 -\n\n23\n\nden Ausführungen des Amtsgerichts, wonach die in Rede stehende Pyramidenhainbuche zu den stark wachsenden Bäumen zu zählen ist, für die gemäß § 41 Abs. 1 Nr. 1 a Nachbarrechtsgesetz NW ein Abstand von vier Metern zum Nachbargrundstück einzuhalten ist. Der Vergleich mit den dort genannten Bäumen, deren Aufzählung nicht abschließend ist, läßt dies zu. Unter stark wachsenden Bäumen im Sinne der Bestimmung sind die zu verstehen, die besonders groß werden (Schäfer, Nachbarrechtsgesetz NW, 8. Aufl., § 41 Anm. 3).\n\n24\n\nAuch wenn es sich bei den aufgeführten Bäumen um solche handelt, die eine Höhe erreichen, die noch über der bei der Pyramidenhainbuche unstreitig im allgemeinen zu erwartenden Höhe von zwanzig Metern liegt, sind die Merkmale eines hohen Wuchses durchaus zu bejahen, zumal auch Linden, wie die Beklagte dargelegt hat, mit einer Höhe von 25m, also keinem eklatanten Höhenunterschied zur Pyramidenhainbuche, zu den stark wachsenden Bäumen gehören. Schließlich liegt den nachbarrechtlichen Bestimmungen der Maßstab zugrunde, bei welchen grenznahen Bepflanzungen für den Grundstücksnachbarn eine Störung vorliegt.\n\n25\n\nEin zwanzig Meter hoher Baum in einer Entfernung, bei der die Krone mit der zu erwartenden Breite von vier Metern an die Grenze heranreicht, muß aber als störend empfunden werden. Auch der Sachverständige … ist in seinem\n\n26\n\n-          4 -\n\n27\n\nGutachten vom 09.09.19854 im Rechtsstreit der Parteien 7 O 269/84 - Landgericht Düsseldorf - , das er mündlich erläutert hat, von dieser Einordnung ausgegangen. Seine Angaben von Amts wegen zu verwerten, ist dem Gericht erlaubt (Baumbach/Hartmann, ZPO, 47. Aufl., Einführung § 284 Anm. 4 B, § 286, Anm. 4 B; BGH NJW 82, 2874).\n\n28\n\nFür die Einholung eines weiteren Gutachtens besteht schon nach den tatsächlichen Gegebenheiten bezüglich Standort und erwartungsgemäßem Wuchs des Baumes kein Anlaß (§ 412 Abs. 1 ZPO).\n\n29\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.\n\n30\n\nStreitwert zweiter Instanz : 1.000,00 DM.\n\n31\n\n                                          …                                                        …                                                        …","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/315079","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-duesseldorf/1990-08-07/24-s-156-90","cited_norms":[{"jurabk":"BGB","ref":"§ 1004","ref_norm":"1004","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 412","ref_norm":"412","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/315079","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/315079","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-duesseldorf/1990-08-07/24-s-156-90","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/315079","retrieved":"2026-07-09 03:47:21.013445+00:00"}}