{"status":"available","doknr":"OLD256910","ecli":"ECLI:DE:LGBI:2008:0313.25T121.06.00","court":"Landgericht Bielefeld","senate":null,"decided":"2008-03-13","aktenzeichen":"25 T 121/06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie Beschwerde wird als unzulässig verworfen.\n\n1\n\nG r ü n d e :\n\n 2\n\nI.\n\n 3\n\nDurch Beschluss des Amtsgerichts Herford vom 24.05.2006 wurde für o. g. Betroffenen das Verfahren zur Überprüfung der Betreuungsbedürftigkeit eingeleitet, nachdem sich in einer Öffentlichen Sitzung des Amtsgerichts, an der die Betroffene als beklagte Partei teilgenommen hatte, Hinweise auf Betreuungsbedarf ergeben hatten. \n\n 4\n\nEs wurde zudem ein Sachverständiger mit der Erstellung eines medizinischen Gutachtens beauftragt. Gleichzeitig wurde die Beteiligte zu 2) um Berichterstattung hinsichtlich der persönlichen Verhältnisse der Betroffenen ersucht.\n\n 5\n\nDer Sachverständige Dr. med. I. erstattete unter dem 08.06.2006 seine nervenfachärztliche Stellungnahme.\n\n 6\n\nDarin schildert er seinen Hausbesuch bei der Betroffenen, die er bei der Gartenarbeit antraf. Der Sachverständige berichtet, dass die Betroffene ihn des Grundstückes verwiesen habe, weil sie eine Untersuchung nicht wünsche.\n\n 7\n\nWegen der weiteren Einzelheiten wird auf die ärztliche Stellungnahme vom 08.06.2006 verwiesen ( Bl. 7-9 d.A.).\n\n 8\n\nUnter dem 28.06.2006 teilte die Beteiligte zu 2) mit, dass die Betroffenen sich schriftlich gemeldet habe und ein Gespräch mit der Beteiligten zu 2) ablehne, die daraufhin die Betroffene auf den Beschluss des Amtsgerichts vom 24.05.2006 hinwies.\n\n 9\n\nMit Schreiben vom 03.07.2006 wendete sich die Betroffene direkt an das Amtsgericht \n\n 10\n\nund legte \"sofortige Beschwerde\" gegen den Beschluss vom 26.05.2006 (gemeint Beschluss vom 24.05.2006) ein.\n\n 11\n\nSie untersagt den Zutritt zu ihrem Eigentum und das Betreten ihres Grundstückes.\n\n 12\n\nDas Amtsgericht hat die Sache der Kammer zur Entscheidung vorlegt.\n\n 13\n\nII.\n\n 14\n\nDas als sofortige Beschwerde bezeichnete Rechtsmittel ist unzulässig, weil es unstatthaft ist, § 19 FGG.\n\n 15\n\nDie Anordnung der Einleitung eines Betreuungsverfahrens und die Anordnung der Einholung eines fachärztlichen Gutachtens können nach herrschender und zutreffender Meinung nicht Gegenstand einer Beschwerde sein, es handelt sich um eine lediglich vorbereitende Zwischenverfügung, die im Bereich der Freiwilligen Gerichtsbarkeit grundsätzlich nicht mit der Beschwerde anfechtbar ist, §19 FGG ( BayObLG FamRZ 2003, 189; OLG Stuttgart FGPrax 2003,72). Es liegt auch keine Ausnahme vor, da nicht in erheblicher Weise in die Rechte der Betroffenen eingegriffen wird, da der Betroffenen keinerlei Handlungs- oder Duldungspflichten auferlegt werden. \n\n 16\n\nSoweit die Betroffene der Betreuungsbehörde und dem Sachverständigen untersagt, die als notwendig angesehenen Ermittlungen in der üblichen Umgebung, § 68 FGG anzustellen, ist dies zu respektieren. Sie muss sich an den Ermittlungen in keiner Weise beteiligen.\n\n 17\n\nZwangsmittel sind gegen diese Form der Verweigerung der Mitwirkung der Betroffenen nicht gegeben. \n\n 18\n\nIm Übrigen folgt aus der Regelung des § 68b Abs. 3 FGG, dass die Anordnung, ein Sachverständigengutachten zu erstellen, nicht selbständig angegriffen werden kann, da bereits eine zwangsweise Vorführung zum Zwecke der Untersuchung unanfechtbar ist (OLG Hamm FamRZ 97,442).\n\n 19\n\nRechtsmittelbelehrung:\n\n 20\n\nGegen diesen Beschluss ist die weitere Beschwerde an das Oberlandesgericht Hamm/Westfalen zulässig, wenn die Entscheidung auf einer Verletzung des Gesetzes beruht. Die weitere Beschwerde ist bei dem Amtsgericht Minden, dem Landgericht Bielefeld oder dem Oberlandesgericht Hamm/Westfalen einzulegen, und zwar entweder zu Protokoll der Geschäftsstelle (Rechtspfleger) oder durch Einreichen einer von einem Rechtsanwalt unterzeichneten Beschwerdeschrift.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/256910","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-bielefeld/2008-03-13/25-t-121-06","cited_norms":[],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/256910","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/256910","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-bielefeld/2008-03-13/25-t-121-06","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/256910","retrieved":"2026-07-09 02:20:57.356189+00:00"}}