{"status":"available","doknr":"OLD190015","ecli":"ECLI:DE:LGAR:2013:0829.6T185.13.00","court":"Landgericht Arnsberg","senate":null,"decided":"2013-08-29","aktenzeichen":"6 T 185/13","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"Tenor\n\nDie sofortige Beschwerde des Schuldners vom 29.07.2013 gegen den Beschluss des Amtsgerichts Werl vom 12.07.2013 wird auf seine Kosten zurückgewiesen.\n\n1\n\nGründe:\n\n2\n\nI.\n\n3\n\nDie Gläubigerin betreibt die Zwangsvollstreckung in das bewegliche Vermögen des Schuldners und beantragte die Abgabe der Vermögensauskunft. Der Gerichtsvollzieher bestimmte Termin zur Abnahme der Vermögensauskunft auf den 24.06.2013. Nachdem der Schuldner zum Termin unentschuldigt nicht erschien, ordnete der Gerichtsvollzieher mit Verfügung vom selben Tag die Eintragung in das Schuldnerverzeichnis gem.§ 882 c ZPO an (Bl. 17 d.A.).\n\n4\n\nGegen die Anordnung der Eintragung hat der Schuldner am 01.07.2013 Widerspruch eingelegt und zur Begründung ausgeführt, er sei nicht ordnungsgemäß über die Eintragung in das Schuldnerverzeichnis belehrt worden (Bl. 2 f. d.A.). Mit Beschluss vom 12.07.2013 hat das Amtsgericht Werl den Widerspruch zurückgewiesen (Bl. 24 d. A.).\n\n5\n\nGegen den am 18.07.2013 zugestellten Beschluss hat der Schuldner am 29.07.2013 sofortige Beschwerde eingelegt. Zur Begründung trägt er weiter vor, dass gegen die Eintragung in das Schuldnerverzeichnis eine inzwischen erfolgte vorläufige Einigung zwischen Gläubigerin und Schuldner spricht.\n\n6\n\nDas Amtsgericht Werl hat der sofortigen Beschwerde nicht abgeholfen und dem Landgericht –Beschwerdekammer- zur Entscheidung vorgelegt.\n\n7\n\nII.\n\n8\n\nDie sofortige Beschwerde ist gem. § 793 ZPO zulässig, aber unbegründet.\n\n9\n\nIm Hinblick auf die vom Schuldner gerügte fehlerhafte Belehrung zur Eintragung in das Schuldnerverzeichnis wird auf die zutreffenden Gründe des angefochtenen Beschlusses verwiesen.\n\n10\n\nDarüber hinaus rechtfertigt die vom Schuldner nunmehr behauptete vorläufige Einigung mit dem Gläubiger keine abändernde Entscheidung.\n\n11\n\nDer Gerichtsvollzieher ordnet gem. § 882 c Abs. 1 Nr. 1 ZPO von Amts wegen die Eintragung des Schuldners in das Schuldnerverzeichnis an, wenn der Schuldner seiner Pflicht zur Abgabe der Vermögensauskunft nicht nachgekommen ist. Dies ist u. a. der Fall beim unentschuldigten Fernbleiben vom Termin zur Abgabe der Vermögensauskunft (Musielak, ZPO, § 882c Rz. 2). Unstreitig ist der Schuldner zu dem Termin am 24.06.2013 trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht erschienen.\n\n12\n\nDamit, spätestens aber mit der Anordnung der Eintragung, ist das Verfahren der Disposition der Parteien entzogen. Eine anschließende gütliche Einigung zwischen Gläubiger und Schuldner hat in der Regel keine Auswirkungen mehr auf das als Amtsverfahren ausgestaltete Eintragungsverfahren, so dass der Gerichtsvollzieher eine gütliche Erledigung gem. § 802 b Abs. 1 ZPO nicht mehr bewirken konnte.\n\n13\n\nHintergrund dieser Regelung ist der Umstand, dass das Eintragungsverfahren nicht dem Schutz des betreibenden Gläubigers, sondern der am Wirtschaftsverkehr teilnehmenden Allgemeinheit vor unzuverlässigen und zahlungsunfähigen Schuldnern dient (Mroß, Sachaufklärung in der Zwangsvollstreckung: Ecken und Kanten der Reform-Vorschläge für runde Verfahrensabläufe, DGVZ 2013,169ff.).\n\n14\n\nEs kann dahin gestellt bleiben, ob im Ausnahmefall noch nach Beginn des Eintragungsverfahrens aufgrund einer gütliche Erledigung i. S. d. § 802 b ZPO die Eintragung in das Schuldnerverzeichnis vermieden werden kann. Anhaltspunkte dafür, dass vorliegend ein solcher Ausnahmefall gegeben ist, bestehen nicht.\n\n15\n\nDie Kostenentscheidung folgt aus § 97 ZPO.","source":"openlegaldata","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/190015","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-arnsberg/2013-08-29/6-t-185-13","cited_norms":[{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 802b","ref_norm":"802b","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 882c","ref_norm":"882c","n":2},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 97","ref_norm":"97","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 793","ref_norm":"793","n":1}],"authoritative_source":"https://de.openlegaldata.io/case/190015","attribution":{"source":"Open Legal Data","source_url":"https://de.openlegaldata.io/case/190015","license":"Open Database License (ODbL) v1.0","license_url":"https://opendatacommons.org/licenses/odbl/1-0/","notice":"Entscheidungstext bereitgestellt über Open Legal Data (openlegaldata.io), lizenziert unter der Open Database License (ODbL) v1.0."},"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/lg-arnsberg/2013-08-29/6-t-185-13","upstream":"https://de.openlegaldata.io/case/190015","retrieved":"2026-07-09 01:06:21.838941+00:00"}}