{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2023:190723B10KSt4.23.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2023-07-19","aktenzeichen":"10 KSt 4.23","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BESCHLUSS\n\nBVerwG 10 KSt 4.23 (10 KSt 2.23)\n9 L 27/22\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nECLI:DE:BVerwG:2023:190723B10KSt4.23.0\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 19. Juli 2023\ndurch die Vizepräsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Dr. Rublack\nals Einzelrichterin gemäß § 66 Abs. 6 Satz 1 GKG\n\nbeschlossen:\n\nDas Ablehnungsgesuch des Klägers gegen die Vizepräsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Dr. Rublack wird\nverworfen.\n\nDie Anhörungsrüge des Klägers gegen den Beschluss des\nBundesverwaltungsgerichts vom 14. März 2023\n- 10 KSt 2.23 - wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Rügeverfahrens.\n\nGründe:\n\n1 Das gegen die Vizepräsidentin des Bundesverwaltungsgerichts Dr. Rublack gerichtete Ablehnungsgesuch ist unzulässig. Ein Ablehnungsgesuch nach § 54\nAbs. 1 VwGO i. V. m. § 42 Abs. 1 und 2 ZPO kann ausnahmsweise unter Mitwirkung der abgelehnten Richter als unzulässig verworfen werden oder überhaupt\nunberücksichtigt bleiben, wenn es sich als offenbarer Missbrauch des Ablehnungsrechts darstellt (stRspr, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 3. August 2021\n- 9 B 49.20 - Buchholz 424.02 § 63 LwAnpG Nr. 7 Rn. 30 und vom 12. Januar\n2022 - 5 B 23.21 - juris Rn. 2, jeweils m. w. N.; vgl. ferner etwa BVerfG, Kammerbeschluss vom 6. Mai 2010 - 1 BvR 96/10 - NVwZ-RR 2010, 545 f.). Davon\nist auszugehen, wenn geeignete Befangenheitsgründe weder vorgetragen noch\nglaubhaft gemacht werden, vielmehr das Vorbringen des Antragstellers von\nvornherein ersichtlich ungeeignet ist, die Besorgnis der Befangenheit zu rechtfertigen. Das ist unter anderem der Fall, wenn das Gesuch offenbar grundlos ist\noder nur der Verschleppung dient (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 15. Juni\n2015 - 1 BvR 1288/14 - juris Rn. 15 f.). So liegt es hier. Dem Vortrag des Klägers\nin seinen Schreiben vom 28. März 2023 sind nicht ansatzweise einzelfallbezogene Umstände zu entnehmen, die eine Besorgnis der Befangenheit der von ihm\nabgelehnten Richterin begründen könnten.\n\n2 Die Anhörungsrüge gegen den Beschluss vom 14. März 2023, mit welchem die\nErinnerung gegen die Kostenrechnung vom 9. Februar 2023 zurückgewiesen\nwurde, hat keinen Erfolg. Aus dem Rügevorbringen lässt sich nicht entnehmen,\ndass der Senat den Anspruch des Klägers auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 152a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 VwGO).\n\n3 Das Gebot der Gewährung rechtlichen Gehörs nach Art. 103 Abs. 1 GG verpflichtet das Gericht, den Vortrag der Verfahrensbeteiligten zur Kenntnis zu\nnehmen und bei der Entscheidungsfindung in Erwägung zu ziehen. Das Gericht\nist aber weder gehalten, der Rechtsansicht eines Beteiligten zu folgen, noch\nmuss es sich in den Entscheidungsgründen mit jedem Vorbringen ausdrücklich\nbefassen (stRspr, vgl. BVerwG, Beschluss vom 21. Februar 2019 - 9 B 28.18 -\njuris Rn. 20 m. w. N.).\n\n4 Anhaltspunkte für ein Übergehen entscheidungserheblichen Vorbringens trägt\nder Kläger mit seiner pauschalen Rüge, das rechtliche Gehör sei unterlassen\nworden, nicht vor. Soweit er beanstandet, dass der Senat seinen Vortrag als Kostenerinnerung angesehen hat, kritisiert er dessen rechtliche Einordnung des\nSchreibens vom 11. Februar 2023, in welchem der Kläger unter anderem die\nRechtsgrundlage für die ergangene Kostenrechnung sowie die Fälligstellung des\nKostenbetrages bestritten hatte. Dass der Senat darin die Einlegung einer Erinnerung erblickt und der rechtlichen Auffassung des Klägers nicht gefolgt ist,\nverletzt nicht dessen Anspruch auf rechtliches Gehör.\n\n5 Die Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 1 VwGO. Eine Streitwertfestsetzung ist nicht erforderlich, weil sich die Höhe der Gerichtsgebühr nicht nach\ndem Streitwert richtet, sondern aus Nr. 5400 der Anlage 1 zum Gerichtskostengesetz ergibt.\n\nDr. Rublack","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2023-07-19/10-kst-4-23","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"LAnpG","ref":"§ 63","ref_norm":"63","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 54","ref_norm":"54","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152a","ref_norm":"152a","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 66","ref_norm":"66","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2023-07-19/10-kst-4-23","retrieved":"2026-10-24 07:34:03.976607+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2023-07-19/10-kst-4-23","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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