{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2022:081222B10B14.22.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2022-12-08","aktenzeichen":"10 B 14.22","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BESCHLUSS\n\nBVerwG 10 B 14.22 (10 B 11.22)\n12 L 22/22\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nECLI:DE:BVerwG:2022:081222B10B14.22.0\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 8. Dezember 2022\ndurch den Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Prof. Dr. Korbmacher\nsowie die Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Schemmer und\nDr. Günther\n\nbeschlossen:\n\nDie Anhörungsrüge des Klägers gegen den Beschluss des\nSenats vom 13. September 2022 (BVerwG 10 B 11.22) wird\nverworfen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Anhörungsrügeverfahrens.\n\nGründe:\n\n1 Die Anhörungsrüge des Klägers hat keinen Erfolg. Das Rügevorbringen lässt\nnicht erkennen, dass der Senat seinen Anspruch auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat (§ 152a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 VwGO).\n\n2 Das Recht auf rechtliches Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG, § 108 Abs. 2 VwGO) verpflichtet das Gericht, aus seiner Sicht entscheidungserhebliches Vorbringen der\nBeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen, nicht jedoch\ndazu, sich deren Rechtsauffassung anzuschließen (stRspr, vgl. nur BVerwG, Beschluss vom 14. November 2017 - 10 B 4.17 - ZOV 2018, 48 Rn. 10 m. w. N.). Die\neine entscheidungserhebliche Verletzung des rechtlichen Gehörs begründenden\nUmstände sind gemäß § 152a Abs. 2 Satz 6 VwGO vom Rügeführer substantiiert\nund schlüssig darzulegen. Er muss die Umstände bezeichnen, aus denen sich die\nMöglichkeit einer derartigen Verletzung ableiten lässt. Gemessen an diesen\nGrundsätzen ist eine Verletzung des Anspruchs auf Gewährung rechtlichen Gehörs nicht dargelegt.\n\n3 Der Kläger beanstandet \"die unterlassene wirksame Anhörung vor einer etwaigen 'Entscheidung'\". Darauf kann der Kläger die Anhörungsrüge nicht stützen.\nEin Gehörsmangel liegt nicht vor. Aufgrund des Hinweises auf die Unanfechtbarkeit gemäß § 152 Abs. 1 VwGO des Beschlusses des Oberverwaltungsgerichts\nvom 29. Juni 2022 (OVG 12 L 22/22) musste der Kläger die Verwerfung seiner\nBeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gewärtigen. Zudem war der Kläger\n\nunter dem 18. August 2022 vom Senatsvorsitzenden schriftlich auf die Unzulässigkeit der Beschwerde und auf seine Kostenlast hingewiesen worden, falls er\ndie unzulässige Beschwerde nicht zurücknimmt.\n\n4 Die Anhörungsrüge erweist sich ebenfalls als erfolglos, soweit der Kläger (u. a.)\neinen Verstoß gegen das Rechtsstaatsprinzip, den Justizgewährungsanspruch,\ndie Bindung an Gesetz und Recht, \"das Grundrecht auf wirksame Beschwerde\",\ndas Grundrecht auf ein faires Verfahren sowie gegen Vorschriften der Europäischen Menschenrechtskonvention für gegeben hält. Diese geltend gemachten\nGrundrechts- und Verfahrensverstöße werden in keiner Weise dargelegt. Abgesehen hiervon kann die Anhörungsrüge nur auf eine Verletzung des rechtlichen\nGehörs, nicht aber auf die Verletzung anderer Verfassungs- und Verfahrensgarantien wie die hier angeführten gestützt werden (stRspr, vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 20. März 2013 - 7 C 3.13 - juris Rn. 4 m. w. N., vom 13. Oktober\n2015 - 9 B 31.15 - juris Rn. 15 und vom 5. April 2017 - 8 B 6.17 - juris Rn. 8;\nBGH, Beschluss vom 27. April 2017 - I ZB 34/15 - juris Rn. 5). Auch mit seinen\nweiteren Rügen, etwa der Verzögerungsrüge und dem Befangenheitsgesuch, benennt der Kläger keine Umstände, mit denen eine die Anhörungsrüge begründende Verletzung des rechtlichen Gehörs durch den Beschluss des Senats vom\n13. September 2022 dargetan wird. Falls das Ablehnungsgesuch nach § 54\nAbs. 1 VwGO i. V. m. § 42 Abs. 1 und 2 ZPO sich auch oder ausschließlich auf die\nMitwirkung des Senatsvorsitzenden im Anhörungsrügeverfahren beziehen\nsollte, wäre es unter Mitwirkung des abgelehnten Richters zu verwerfen, weil es\nsich als offenbarer Missbrauch des Ablehnungsrechts darstellen würde. Es ist\nkein geeigneter Befangenheitsgrund schlüssig vorgetragen worden. Vielmehr ist\ndas Vorbringen von vornherein, d. h. ohne Eingehen auf den Gegenstand des\nVerfahrens, ersichtlich ungeeignet, die Besorgnis der Befangenheit zu rechtfertigen.\n\n5 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 1 VwGO.\n\nProf. Dr. Korbmacher Dr. Schemmer Dr. Günther","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2022-12-08/10-b-14-22","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152a","ref_norm":"152a","n":2},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 54","ref_norm":"54","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 108","ref_norm":"108","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2022-12-08/10-b-14-22","retrieved":"2026-10-24 07:34:03.428538+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2022-12-08/10-b-14-22","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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