{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2017:251017B5B22.17D0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"5. Senat","decided":"2017-10-25","aktenzeichen":"5 B 22.17 D","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 5 B 22.17 D (5 B 21.17 D)\nOVG 13 F 109/17 u.a.\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 5. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 25. Oktober 2017\ndurch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Vormeier,\ndie Richterin am Bundesverwaltungsgericht Stengelhofen und\nden Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Störmer\n\nbeschlossen:\n\nECLI:DE:BVerwG:2017:251017B5B22.17D0\n\nDer gegen die an dem Beschluss des Senats vom 15. August 2017 (5 B 21.17 D) mitwirkenden Richter gerichtete\n\"Befangenheitsantrag\" wird verworfen.\n\nDie Anhörungsrüge der Klägerin gegen den Beschluss\ndes Senats vom 15. August 2017 (5 B 21.17 D) wird verworfen.\n\nDie Revision der Klägerin gegen den Beschluss des Senats vom 15. August 2017 (5 B 21.17 D) wird verworfen.\n\nDie Klägerin trägt die Kosten des Anhörungsrüge- und des\nRevisionsverfahrens. Von der Erhebung von Gerichtskosten wird abgesehen.\n\nGründe:\n\n1 Die Ablehnungsgesuche der Klägerin, ihre Anhörungsrüge und ihre Revision\nsind jeweils unzulässig und daher zu verwerfen.\n\n2 1. Die Ablehnungsgesuche der Klägerin, über die unter Mitwirkung der abgelehnten Richter zu entscheiden ist, haben keinen Erfolg.\n\n3 Ein Ablehnungsgesuch nach § 54 Abs. 1 VwGO i.V.m. § 42 Abs. 1 und 2 ZPO\nkann ausnahmsweise unter Mitwirkung abgelehnter Richter als unzulässig verworfen werden oder überhaupt unberücksichtigt bleiben, wenn es sich als offenbaren Missbrauch des Ablehnungsrechts darstellt. Davon ist auszugehen,\nwenn geeignete Befangenheitsgründe weder vorgetragen noch glaubhaft gemacht werden, vielmehr das Vorbringen des Antragstellers von vornherein ersichtlich ungeeignet ist, die Besorgnis der Befangenheit zu rechtfertigen\n(stRspr, vgl. etwa BVerwG, Beschlüsse vom 2. Januar 2017 - 5 C 10.15 D -\njuris Rn. 3 und vom 14. Juni 2016 - 5 B 27.16 - juris Rn. 3; BVerfG, Kammerbeschlüsse vom 15. Juni 2015 - 1 BvR 1288/14 - juris Rn. 15 f.). So ist es hier.\n\n4 Die Klägerin hat die an dem Beschluss des Senats vom 15. August 2017 (5 B\n21.17 D) mitwirkenden Richter bei verständiger Würdigung ihres im Schreiben\nvom 21. August 2017 unterbreiteten Vorbringens im Kern mit der Begründung\n\nabgelehnt, diese hätten ihre Beschwerden aus dem Schriftsatz vom 17. Juli\n2017 gegen die Beschlüsse des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts\nvom 26. Juni 2017 sowie vom 12. Juli 2017 (13 F 109/17 bis 13 F 114/17) wegen Unstatthaftigkeit verworfen, um sie, die Klägerin, massiv zu benachteiligen\nund ihren berechtigten Anspruch zu versagen. Der Umstand, dass die Klägerin\nmit der durch die abgelehnten Richter getroffenen Entscheidung nicht einverstanden ist und sich durch diese offenbar in ihren Rechten verletzt sieht, ist von\nvornherein ersichtlich ungeeignet, die Besorgnis der Befangenheit zu rechtfertigen.\n\n5 2. Die Anhörungsrüge gegen den Beschluss des Senats vom 15. August 2017\n(5 B 21.17 D) ist unzulässig, da die Klägerin entgegen § 152a Abs. 2 Satz 6\nVwGO nicht dargelegt hat, dass und welchen diesbezüglichen entscheidungserheblichen Vortrag der Klägerin der Senat bei seiner Entscheidung, die vorgenannten Beschlüsse des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts gehörten\nnicht zu den nach § 152 Abs. 1 VwGO anfechtbaren Entscheidungen der Oberverwaltungsgerichte bzw. Verwaltungsgerichtshöfe, übergangen und damit den\nAnspruch der Klägerin auf rechtliches Gehör in entscheidungserheblicher Weise verletzt hat.\n\n6 3. Die Revision der Klägerin gegen den Beschluss des Senats vom 15. August\n2017 (5 B 21.17 D) ist unzulässig, da der Revision gemäß § 132 Abs. 1 VwGO\nnur Urteile und urteilsvertretende Beschlüsse des Oberverwaltungsgerichts\nbzw. der Verwaltungsgerichtshöfe unterliegen, nicht aber Beschlüsse des Bundesverwaltungsgerichts selbst.\n\n7 4. Ob der Klägerin die Prozessfähigkeit fehlt, bedarf hier keiner abschließenden\nEntscheidung. Wäre sie prozessunfähig, so hinderte dies den Senat nicht an\nder Verwerfung ihrer unzulässigen Anträge und Rechtsbehelfe. Klagen und\nRechtsmittel eines Prozessunfähigen sind nicht schlechthin unbeachtlich, sondern begründen ein begrenztes Prozessrechtsverhältnis, in dem das Gericht\neine Entscheidung über die Zulässigkeit zu treffen hat (BVerwG, Beschluss vom\n2. April 1998 - 3 B 70.97 - Buchholz 310 § 62 VwGO Nr. 27). Dies gilt nicht nur\nin einem Verfahren, in dem allein um die Prozessfähigkeit eines Beteiligten ge-\n\nstritten wird, sondern auch für den Fall, dass ein prozessunfähiger Beteiligter,\nder keinen gesetzlichen Vertreter hat, einen Rechtsbehelf gegen eine gerichtliche Entscheidung einlegt, die in einem Rechtsstreit ergangen ist, in dem er für\nprozessfähig gehalten worden ist (vgl. BVerwG, Beschluss vom 14. Juli 1964\n- 3 CB 151.62 - Buchholz 310 § 140 VwGO Nr. 2 S. 2 m.w.N.; Bier, in:\nSchoch/Schneider/Bier, VwGO, Stand Oktober 2016, § 62 Rn. 19). Ist der Prozessunfähige in dem Rechtsstreit als prozessfähig zu behandeln, so kann ihm\neine Entscheidung, mit der sein Rechtsbehelf als unzulässig verworfen wird,\nauch persönlich zugestellt werden.\n\n8 5. Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Die etwaige mangelnde Prozessfähigkeit der Klägerin hindert nicht daran, die Kostenfolge der\nvorgenannten Regelung auszusprechen (BVerwG, Beschluss vom 2. April 1998\n- 3 B 70.97 - Buchholz 310 § 62 VwGO Nr. 27 und BGH, Beschluss vom\n4. März 1993 - V ZB 5.93 - BGHZ 121, 397 <399>, jeweils m.w.N.). Die Entscheidung über die Nichterhebung von Gerichtsgebühren beruht auf § 21\nAbs. 1 Satz 3 GKG.\n\nVormeier Stengelhofen Dr. Störmer","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2017-10-25/5-b-22-17-d","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 62","ref_norm":"62","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 21","ref_norm":"21","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 54","ref_norm":"54","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 140","ref_norm":"140","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152a","ref_norm":"152a","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2017-10-25/5-b-22-17-d","retrieved":"2026-10-24 07:34:00.806871+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2017-10-25/5-b-22-17-d","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"5. 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