{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2014:280114B10AV1.14.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2014-01-28","aktenzeichen":"10 AV 1.14","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 10 AV 1.14, 10 PKH 2.14\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 28. Januar 2014\ndurch den Vorsitzenden Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Berlit\nund die Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Dörig und Prof. Dr. Kraft\n\nbeschlossen:\n\nDas Bundesverwaltungsgericht erklärt sich für unzuständig. Das Verfahren sowie der hierauf bezogene Antrag auf\nBewilligung von Prozesskostenhilfe wird an das sachlich\nund örtlich zuständige Verwaltungsgericht Stuttgart verwiesen.\n\nGründe:\n\n1 Das mit Schriftsatz vom 24. August 2013 bei dem Bundesverwaltungsgericht\nangebrachte Rechtsschutzbegehren ist in Ansehung der Konkretisierung durch\nden Kläger in den Schriftsätzen vom 15. Januar 2014 (in Stellungnahme zu\ndem Schreiben des Vorsitzenden vom 6. Januar 2014) und 20. Januar 2014 (in\nStellungnahme zu dem Schreiben des Vorsitzenden vom 16. Januar 2014) als\nKlage zu werten, die darauf gerichtet ist, folgende, zuletzt im Schriftsatz vom\n15. Januar 2014 formulierte Feststellungen zu treffen:\n\n„1. Es wird beantragt feststellen, dass der Antragsteller im\nVerfahren M 1248/13 Amtsgericht Waiblingen dadurch in\nseinem Verfassungsrecht nach Artikel 3 Abs. 1 i.V.m. Artikel 20 Abs. 3 GG auf ein faires und nach rechtstaatlichen\nGrundsätzen geführtes Verfahren verletzt ist, als das Verfahren verfassungswidrig gemäß der Rechtsprechung des\nBGH 2 StR 346/11 - Rn 8 - vom 11.01.2012 nicht vom gesetzlichen Richter, sondern von der nur den Status eines\nungesetzlichen Richters besetzt halten könnenden Richterin auf Probe R. geführt wurde und der Antragsteller damit\nauch und besonders in seinem verfassungsrechtlich geschützten Rechtsanspruch auf den gesetzlichen Richter\ngemäß Artikel 101 Abs. 1 Satz 2 GG verletzt ist.\n\n2. Der Antragsteller beantragt die deklaratorische Feststellung, dass in der Rechtssache M 1248/13 Amtsgericht\nWaiblingen das Gericht als Verursacher der festgestellten\nVerletzungen der Verfassungsrechte des Antragstellers\nverpflichtet ist, jegliche Entscheidung der Richterin auf\nProbe R. durch Deklaration aufzuheben.“\n\n2 Für diese Klage ist das Bundesverwaltungsgericht nicht zuständig; für eine erstinstanzliche Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts nach §§ 50, 51\nVwGO oder sonstigen Regelungen fehlt jeder Anhaltspunkt.\n\n3 Das Verfahren ist aus den im Schreiben des Vorsitzenden vom 16. Januar 2014\nmitgeteilten Gründen von Amts wegen gemäß § 83 Satz 1 VwGO i.V.m. § 17a\nAbs. 2 GVG an das gemäß §§ 45, 52 Nr. 5 VwGO sachlich und örtlich zuständige Verwaltungsgericht Stuttgart zu verweisen. Dass der Kläger lediglich unter\nder unwirksamen Bedingung gegen die Verweisung keine Bedenken hat, es\n\nmüsse gewährleistet sein, „dass sich das VG Stuttgart auch tatsächlich mit der\nVorhaltung zu befassen hat, dass der Kläger in seinen Verfassungsrechten verletzt ist“ (Schriftsatz vom 21. Januar 2014), bindet das Bundesverwaltungsgericht oder das Verwaltungsgericht Stuttgart nicht und beruht auf der offenkundig\nrechtsirrigen Rechtsauffassung des Klägers, durch Art. 19 Abs. 4 GG sei neben\neinem einfach gesetzlich ausgestalteten und hier vom Kläger auch in Anspruch\ngenommenen Rechtsweg bei Nichtgefallen des Ergebnisses auch noch ein verfassungsunmittelbarer Rechtsweg eröffnet. Das Verwaltungsgericht wird daher\nauch darüber zu befinden haben, ob für dieses Rechtsschutzbegehren der\nVerwaltungsrechtsweg (§ 40 Abs. 1 VwGO) eröffnet ist, so dass der Rechtsirrtum des Klägers lediglich zur Erfolglosigkeit der verwaltungsgerichtlichen Klage\nführt, oder dem schon für die Rechtswegzuordnung entgegensteht, dass der\nKläger der Sache nach Feststellungen zu Verfahren und Entscheidungen begehrt, die dem Zivilrechtsweg zugewiesen sind (s.a. BayVGH, Beschluss vom\n25. Oktober 1978 - Nr. 271 IX/78 - NJW 1979, 1471).\n\n4 Der Verweisung steht hier nicht entgegen, dass der Kläger vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht ordnungsgemäß vertreten ist (vgl. Beschlüsse vom\n17. April 2002 - BVerwG 3 B 137.01 - DVBl 2002, 1050 und 23. März 2005\n- BVerwG 1 A 1.05 - juris).\n\n5 Aus den vorstehenden Gründen war auch der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe zu verweisen.\n\nProf. Dr. Berlit Prof. Dr. Dörig Prof. Dr. Kraft","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2014-01-28/10-av-1-14","cited_norms":[{"jurabk":"GG","ref":"Art 19","ref_norm":"19","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 20","ref_norm":"20","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 101","ref_norm":"101","n":1},{"jurabk":"GVG","ref":"§ 17a","ref_norm":"17a","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 40","ref_norm":"40","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 45","ref_norm":"45","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 51","ref_norm":"51","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 83","ref_norm":"83","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 50","ref_norm":"50","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 52","ref_norm":"52","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2014-01-28/10-av-1-14","retrieved":"2026-10-24 07:33:44.581154+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2014-01-28/10-av-1-14","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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