{"status":"available","doknr":"BVERWG-131207B10B148070","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2007:131207B10B148.07.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2007-12-13","aktenzeichen":"10 B 148.07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 10 B 148.07 (10 PKH 42.07)\nVGH A 2 S 232/07\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 13. Dezember 2007\ndurch die Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Dörig und Richter\nsowie die Richterin am Bundesverwaltungsgericht Fricke\n\nbeschlossen:\n\nDer Antrag des Klägers auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe und Beiordnung eines Rechtsanwalts wird abgelehnt.\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung\nder Revision in dem Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 13. August 2007 wird verworfen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.\n\nGründe:\n\n1 Dem Kläger kann die beantragte Prozesskostenhilfe nicht bewilligt werden, weil\ndie beabsichtigte Rechtsverfolgung aus den nachstehenden Gründen keine\nAussicht auf Erfolg hat (§ 166 VwGO i.V.m. § 114 ZPO).\n\n2 Die Beschwerde des Klägers ist unzulässig. Sie legt die geltend gemachten\nRevisionszulassungsgründe der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache\n(§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) und des Verfahrensfehlers (§ 132 Abs. 2 Nr. 3\nVwGO) nicht in einer Weise dar, die den gesetzlichen Anforderungen des § 133\nAbs. 3 Satz 3 VwGO genügt.\n\n3 Die Zulassung der Revision wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache\nsetzt voraus, dass eine für die erstrebte Revisionsentscheidung erhebliche\nRechtsfrage des revisiblen Rechts aufgeworfen wird, die im Interesse der Einheit oder Fortbildung des Rechts revisionsgerichtlicher Klärung bedarf. Die Darlegungsanforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO verlangen die Bezeichnung einer konkreten Rechtsfrage, der in einem Revisionsverfahren entscheidungserhebliche Bedeutung zukommen würde, sowie einen Hinweis auf den\n\nGrund, der ihre Anerkennung als grundsätzlich bedeutsam rechtfertigen soll.\nDie Beschwerde muss daher erläutern, dass und inwiefern die Revisionsentscheidung zur Klärung einer bisher höchstrichterlich noch nicht beantworteten\nfallübergreifenden Rechtsfrage führen kann. Diesen Anforderungen genügt die\nBeschwerdebegründung nicht.\n\n4 Die Beschwerde hält die Frage für grundsätzlich klärungsbedürftig, „ob im Widerrufsverfahren von irakischen Staatsbürgern sowohl vom Bundesamt als\nauch vom zuständigen Verwaltungsgericht der Erlass des Bundesministeriums\ndes Innern vom 15.05.2007 missachtet werden darf“. Damit und mit dem weiteren Beschwerdevorbringen hierzu ist weder eine hinreichend konkrete Frage\ndes revisiblen Rechts bezeichnet noch ist die Entscheidungserheblichkeit der\nFrage in einem Revisionsverfahren auch nur ansatzweise dargetan. Die Beschwerde legt insbesondere - von allem anderen abgesehen - nicht substanziiert dar, dass der Kläger von dem fraglichen (verwaltungsinternen) Erlass des\nBundesministeriums des Innern überhaupt erfasst wird.\n\n5 Die von der Beschwerde behauptete Gehörsverletzung (Art. 103 Abs. 1 GG) ist\nebenfalls nicht ordnungsgemäß dargelegt. Die Beschwerde beanstandet, das\nBerufungsgericht hätte nicht „ohne vorherige Anhörung des Klägers“ und „ohne\ndem Kläger hierzu … rechtliches Gehör zu gewähren“ über die Frage des subsidiären Schutzes gemäß § 60 Abs. 2 bis 7 AufenthG entscheiden dürfen. Mit\ndiesem Vorbringen macht die Beschwerde eine Gehörsverletzung nicht ersichtlich. Die Beschwerde geht selbst davon aus, dass der Kläger vor dem Verwaltungsgericht hilfsweise die Feststellung beantragt hat, dass Abschiebungsverbote nach § 60 Abs. 2 bis 7 AufenthG vorliegen. Da das Verwaltungsgericht\ndem Hauptantrag des Klägers auf Aufhebung des Widerrufsbescheids stattgegeben hat, hat es folgerichtig über den Hilfsantrag nicht entschieden. Durch die\nauf Antrag der Beklagten vom Berufungsgericht zugelassene Berufung ist das\nKlagebegehren einschließlich des Hilfsantrags in der Berufungsinstanz angefallen. Dass ein Hilfsantrag, über den die Vorinstanz nicht zu entscheiden brauchte, weil sie dem Hauptantrag entsprochen hat, durch das Rechtsmittel der Gegenseite gegen die Verurteilung nach dem Hauptantrag ebenfalls in der\nRechtsmittelinstanz anfällt, ist in der Rechtsprechung des Bundesverwaltungs-\n\ngerichts seit langem anerkannt (vgl. Urteil vom 15. April 1997 - BVerwG 9 C\n19.96 - BVerwGE 104, 260; Beschluss vom 20. September 2004 - BVerwG 1 B\n27.04 - Buchholz 402.240 § 53 AuslG Nr. 81; Beschluss vom 22. November\n2006 - BVerwG 1 B 159.06 - juris). Hierauf muss ein anwaltlich vertretener Verfahrensbeteiligter nicht eigens hingewiesen werden. Unabhängig davon kann\ndie Beschwerde auch deshalb keinen Erfolg haben, weil sie nicht, wie dies bei\neiner derartigen Gehörsrüge regelmäßig erforderlich ist, hinreichend darlegt,\nwas der Kläger bei ausreichender Gehörsgewährung noch vorgetragen hätte,\netwa welche Beweisanträge er ergänzend gestellt hätte und inwieweit dieser\nweitere Vortrag seiner Klage hinsichtlich des Hilfsantrags hätte zum Erfolg verhelfen können (vgl. BVerwG, Beschluss vom 19. August 1997 - BVerwG 7 B\n261.97 - Buchholz 310 § 133 VwGO Nr. 26; Beschluss vom 13. Dezember 2002\n- BVerwG 1 B 95.02 - Buchholz a.a.O. Nr. 67).\n\n6 Von einer weiteren Begründung sieht der Senat ab (§ 133 Abs. 5 Satz 2\nHalbs. 2 VwGO).\n\n7 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Gerichtskosten werden\ngemäß § 83b AsylVfG nicht erhoben. Der Gegenstandswert ergibt sich aus § 30\nRVG.\n\nProf. Dr. Dörig Richter Fricke","source":"ce-bverwg","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.10809039","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2007-12-13/10-b-148-07","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":4},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":2},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 83b","ref_norm":"83b","n":1},{"jurabk":"GG","ref":"Art 103","ref_norm":"103","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 166","ref_norm":"166","n":1},{"jurabk":"ZPO","ref":"§ 114","ref_norm":"114","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 30","ref_norm":"30","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":"https://doi.org/10.5281/zenodo.10809039","attribution":{"source":"Bundesverwaltungsgericht","source_url":"https://doi.org/10.5281/zenodo.10809039","license":"Creative Commons Zero (CC0 1.0)","license_url":"https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/","notice":"Amtliche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. 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