{"status":"available","doknr":"BVERWG-130607B10B31070","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2007:130607B10B31.07.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2007-06-13","aktenzeichen":"10 B 31.07","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 10 B 31.07 (bisher:1 B 147.06)\nOVG 9 A 1539/06.A\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 13. Juni 2007\ndurch die Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Mallmann und Richter\nsowie die Richterin am Bundesverwaltungsgricht Beck\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung\nder Revision in dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen vom 28. Juni\n2006 wird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.\n\nGründe:\n\n1 Die Beschwerde, die mehrere Revisionszulassungsgründe geltend macht, kann\nkeinen Erfolg haben.\n\n2 Ohne Erfolg macht die Beschwerde die grundsätzliche Bedeutsamkeit der\nRechtssache (§ 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO) im Hinblick auf die Anwendbarkeit und\nden Schutzbereich der Qualifikationsrichtlinie geltend. Insoweit berücksichtigt\nsie nicht, dass deren den Widerruf betreffende Bestimmungen über die Anerkennung, Beendigung oder Ablehnung der Verlängerung der Flüchtlingseigenschaft (Art. 14 i.V.m. Art. 11) im vorliegenden Fall noch nicht anwendbar sind.\nDenn sie gelten gemäß Art. 14 Abs. 1 der Richtlinie nur bei Anträgen auf internationalen Schutz, die - anders als hier - nach Inkrafttreten der Richtlinie am\n20. Oktober 2004 gestellt werden (vgl. zu weiteren Einzelheiten das Urteil vom\n20. März 2007 - BVerwG 1 C 21.06 - und den den Beteiligten bekannten Beschluss vom 6. Juni 2007 - BVerwG 10 B 65.07 -). Unabhängig hiervon legt die\nBeschwerde auch nicht in einer den Anforderungen des § 133 Abs. 3 Satz 3\nVwGO entsprechenden Weise die Entscheidungserheblichkeit der angesprochenen Problematik dar.\n\n3 Soweit die Beschwerde im Rahmen des Hilfsbegehrens auf Feststellung eines\nAbschiebungsverbots in verfassungskonformer Auslegung des § 60 Abs. 7\nSatz 1 AufenthG einen Verfahrensverstoß (§ 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO) in Gestalt\neiner Verletzung der Aufklärungspflicht rügt, entspricht ihr Vorbringen nicht den\ngesetzlichen Darlegungsanforderungen (vgl. im Einzelnen den den Beteiligten\nbekannten Beschluss vom 30. Oktober 2006 - BVerwG 1 B 156.06 -).\n\n4 Die Beschwerde rügt weiter eine Abweichung von der Rechtsprechung des\nBundesverwaltungsgerichts, soweit in der Berufungsentscheidung (BA S. 21)\nausgeführt werde, dass die Feststellung eines Abschiebungsverbots in verfassungskonformer Auslegung des § 60 Abs. 7 Satz 1 AufenthG auch bei Bestehen eines ministeriellen Abschiebestopp-Erlasses nicht in Betracht kommt. Die\nBeschwerde legt insoweit nicht dar, inwiefern die aufgeworfene Frage in einem\nRevisionsverfahren entscheidungserheblich wäre. Sie berücksichtigt nicht, dass\ndas Berufungsgericht auch aus anderen - selbstständig tragenden - Gründen\neinen Anspruch des Klägers auf Feststellung eines Abschiebungsverbots in\nverfassungskonformer Auslegung des § 60 Abs. 7 Satz 1 AufenthG verneint hat\n(vgl. BA S. 19 ff.). Ist ein Berufungsurteil auf mehrere selbstständig tragende\nGründe gestützt, kann der Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision\nnach ständiger Rechtsprechung nur entsprochen werden, wenn hinsichtlich jedes dieser Gründe ein Revisionszulassungsgrund geltend gemacht wird und\nvorliegt (vgl. den erwähnten Beschluss vom 30. Oktober 2006 - BVerwG 1 B\n156.06 -). Für die im gleichen Zusammenhang von der Beschwerde aufgeworfene Grundsatzfrage gilt entsprechendes.\n\n5 Im Übrigen wird wegen der Zulassungsrügen zum Haupt- und Hilfsbegehren auf\nden erwähnten Beschluss vom 6. Juni 2007 - BVerwG 10 B 65.07 - Bezug\ngenommen.\n\n6 Der Senat sieht von einer weiteren Begründung ab (§ 133 Abs. 5 Satz 2\nHalbs. 2 VwGO).\n\n7 Die Kostenentscheidung erfolgt aus § 154 Abs. 2 VwGO. Gerichtskosten werden gemäß § 83b AsylVfG nicht erhoben; der Gegenstandswert ergibt sich aus\n§ 30 Satz 1 RVG.\n\nDr. Mallmann Richter Beck","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2007-06-13/10-b-31-07","cited_norms":[{"jurabk":"AufenthG 2004","ref":"§ 60","ref_norm":"60","n":3},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":2},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":2},{"jurabk":"AsylVfG 1992","ref":"§ 83b","ref_norm":"83b","n":1},{"jurabk":"RVG","ref":"§ 30","ref_norm":"30","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2007-06-13/10-b-31-07","retrieved":"2026-10-24 07:33:14.671713+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2007-06-13/10-b-31-07","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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