{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2006:270306B10B13.06.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2006-03-27","aktenzeichen":"10 B 13.06","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 10 B 13.06\nVGH 5 TG 1495/05\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 27. März 2006\ndurch den Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts Hien und\ndie Richter am Bundesverwaltungsgericht Dr. Nolte und Domgörgen\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde der Antragsgegnerin gegen den Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom\n9. Januar 2006 wird verworfen.\n\nDie Antragsgegnerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.\n\nDer Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 100,52 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\n1 Der Beschluss des Verwaltungsgerichtshofs ist nicht mit einem Rechtsmittel\nzum Bundesverwaltungsgericht angreifbar (vgl. § 152 Abs. 1 VwGO). Nach der\nRechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts ist auch in Fällen geltend gemachter „greifbarer Gesetzeswidrigkeit“ seit der Einfügung des § 321a in die\nZivilprozessordnung durch das Zivilprozessreformgesetz vom 27. Juli 2001\n(BGBl I S. 1887) kein Raum mehr für eine Befassung des Gerichts der nächsthöheren Instanz mit außerordentlichen Rechtsbehelfen. Denn der in dieser Bestimmung zum Ausdruck kommenden gesetzgeberischen Wertung kann entnommen werden, dass eine im Rechtsmittelzug nicht mögliche Nachprüfung\neiner gerichtlichen Entscheidung aufgrund eines außerordentlichen Rechtsbehelfs demjenigen Gericht vorbehalten bleiben soll, das die Entscheidung erlassen hat (vgl. BVerwG, Beschlüsse vom 5. Oktober 2004 - BVerwG 2 B 90.04 -\nNVwZ 2005, 232 und vom 21. Juli 2005 - BVerwG 9 B 9.05 - juris Rn. 2).\n\n2 Im Übrigen rechtfertigt die Beschwerdebegründung nicht die Annahme, die dem\nangefochtenen Beschluss zugrunde liegende Auslegung und Anwendung des\n\n§ 146 Abs. 4 Satz 6 VwGO sei greifbar rechtswidrig, weil unter keinem Gesichtspunkt vertretbar. Die Vorinstanz hat sich insoweit einer in Teilen der\nKommentarliteratur vertretenen Meinung (vgl. etwa Meyer-Ladewig/Rudisile,\nin: Schoch/Schmidt-Aßmann/Pietzner, VwGO, § 146 Rn. 15; Kopp/Schenke,\nVwGO, 14. Auflage, § 146 Rn. 43) angeschlossen, wonach im Beschwerdeverfahren des vorläufigen Rechtsschutzes neben den mit der Beschwerde dargelegten Gründen ausnahmsweise auch solche Gründe berücksichtigt werden\ndürfen, aus denen die angefochtene Entscheidung offensichtlich rechtswidrig\nist. Im Hinblick auf die zur Begründung angestellten Erwägungen, die sich an\nSinn und Zweck des § 146 Abs. 4 Satz 6 VwGO orientieren, kann diese Auffassung jedenfalls nicht als mit der Rechtsordnung schlechterdings unvereinbar\noder willkürlich qualifiziert werden; das Bundesverfassungsgericht hat vielmehr\nausdrücklich ihre Verfassungsmäßigkeit bestätigt (vgl. BVerfG, Kammerbeschluss vom 14. August 2003 - 1 BvQ 30.03 - NJW 2003, 3689).\n\n3 Die Kostenentscheidung folgt aus § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung aus § 47 Abs. 1, § 52 Abs. 3 und § 53 Abs. 3 Nr. 2 GKG.\n\nHien Dr. Nolte Domgörgen","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2006-03-27/10-b-13-06","cited_norms":[{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 146","ref_norm":"146","n":2},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 53","ref_norm":"53","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 152","ref_norm":"152","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2006-03-27/10-b-13-06","retrieved":"2026-10-24 07:33:11.242433+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2006-03-27/10-b-13-06","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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