{"status":"available","ecli":"ECLI:DE:BVerwG:2004:011204B10B70.04.0","court":"Bundesverwaltungsgericht","senate":"10. Senat","decided":"2004-12-01","aktenzeichen":"10 B 70.04","doktyp":"Beschluss","leitsatz":null,"text_plain":"BUNDESVERWALTUNGSGERICHT\n\nBESCHLUSS\n\nBVerwG 10 B 70.04\nOVG 15 KF 6/03\n\nIn der Verwaltungsstreitsache\n\nhat der 10. Senat des Bundesverwaltungsgerichts\nam 1. Dezember 2004\ndurch den Präsidenten des Bundesverwaltungsgerichts H i e n und die Richter\nam Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. R u b e l und Dr. N o l t e\n\nbeschlossen:\n\nDie Beschwerde des Klägers gegen die Nichtzulassung der\nRevision in dem Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts (Flurbereinigungsgerichts) vom 23. August 2004\nwird zurückgewiesen.\n\nDer Kläger trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.\n\nDer Wert des Streitgegenstandes wird für das Beschwerdeverfahren auf 4 000 € festgesetzt.\n\nGründe:\n\nDie Beschwerde hat keinen Erfolg.\n\nDie Beschwerde macht geltend, die Rechtssache habe grundsätzliche Bedeutung\n(vgl. § 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO i.V.m. § 138 Abs. 1 Satz 2 FlurbG), legt diesen Zulassungsgrund aber nicht hinreichend dar (vgl. § 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO). Dazu wäre\ndie Formulierung einer bestimmten, höchstrichterlich noch ungeklärten und\nfür die Revisionsentscheidung erheblichen Rechtsfrage des revisiblen Rechts und\naußerdem die Angabe erforderlich, worin die allgemeine, über den Einzelfall hinausgehende Bedeutung bestehen soll (vgl. BVerwG, Beschluss vom 19. August 1997\n- BVerwG 7 B 261.97 - Buchholz 310 § 133 <n.F.> VwGO Nr. 26). Diesem Darlegungserfordernis wird nicht durch den Hinweis genügt, dass \"ein deutsches Obergericht, insbesondere auch das Bundesverwaltungsgericht in einem vergleichbaren Fall\nbisher keine Entscheidung getroffen\" habe. Denn damit wird nicht die konkrete\nRechtsfrage herausgearbeitet, deren Klärung in einem Revisionsverfahren angestrebt wird. Hierzu reichen ebenso wenig die Einwendungen aus, die von der Beschwerde gegen die sachliche Richtigkeit des vom Flurbereinigungsgericht erlassenen Urteils erhoben werden.\n\nFalls man davon ausgeht, die Beschwerde habe zumindest sinngemäß die Frage\naufwerfen wollen, ob \"die Missachtung des Schriftlichkeitserfordernisses bei den getroffenen Planvereinbarungen durch das beklagte Amt ein schwerer und offenkundiger Fehler\" sei, der die Nichtigkeit \"für alle damit zusammenhängenden Planvereinbarungen und Grundstückstauschregelungen im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens\" zur Folge habe, bleibt schon unklar, welchen Formmangel sie rügen will. Die\nvon ihr herangezogene Vorschrift des § 124 FlurbG regelt in ihrem Satz 1, unter\nwelchen Voraussetzungen im Flurbereinigungsverfahren Bevollmächtigte einstweilen\n\"ohne Beibringung einer formgültigen Vollmacht\" zugelassen werden dürfen. Formgültig ist nach § 123 Abs. 1 FlurbG bereits jede schriftliche Vollmacht. Die Beschwerde erwähnt zwar, hier sei § 124 FlurbG \"im Kontext zu sehen zu § 313 BGB\", geht\naber offenbar selbst davon aus, dass die notarielle Beurkundung, die nach § 311 b\nAbs. 1 Satz 1 BGB für Verträge gilt, die eine Verpflichtung zur Eigentumsübertragung\nan einem Grundstück zum Inhalt haben, im Flurbereinigungsverfahren nicht an-\n\nwendbar ist. Dem vom Flurbereinigungsgericht festgestellten Sachverhalt, der für das\nRevisionsgericht bindend ist (vgl. § 137 Abs. 2 VwGO), ist nichts dafür zu entnehmen, dass es im vorliegenden Fall zu einem Verstoß gegen § 123 Abs. 1 FlurbG\ngekommen ist. Die im Klageverfahren der Mutter des Klägers (OVG 15 KF 3/03 =\nBVerwG 10 B 69.04) streitig gebliebene Frage, ob der Kläger für seine Mutter als\nvollmachtloser Vertreter aufgetreten ist, wird vom Flurbereinigungsgericht als unbeachtlich angesehen, wenn es um die Wirksamkeit der im Flurbereinigungsverfahren\ngegenüber dem Kläger selbst ergangenen Entscheidungen geht (UA S. 5). Hiermit\nsetzt sich die Beschwerde nicht auseinander, so dass jedenfalls nicht dargelegt ist,\ndass die angesprochene Frage für den vorliegenden Fall entscheidungserheblich\nwäre.\n\nDie Kostenentscheidung beruht auf § 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung\nauf § 52 Abs. 1, § 47 GKG.\n\nHien Prof. Dr. Rubel Dr. Nolte","source":null,"source_url":null,"url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2004-12-01/10-b-70-04","cited_norms":[{"jurabk":"FlurbG","ref":"§ 123","ref_norm":"123","n":2},{"jurabk":"FlurbG","ref":"§ 124","ref_norm":"124","n":2},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 311b","ref_norm":"311b","n":1},{"jurabk":"BGB","ref":"§ 313","ref_norm":"313","n":1},{"jurabk":"FlurbG","ref":"§ 138","ref_norm":"138","n":1},{"jurabk":"GKG 2004","ref":"§ 47","ref_norm":"47","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 132","ref_norm":"132","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 133","ref_norm":"133","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 137","ref_norm":"137","n":1},{"jurabk":"VwGO","ref":"§ 154","ref_norm":"154","n":1}],"authoritative_source":null,"attribution":null,"source_info":{"name":"nu:legal Deutsches Recht","operator":"Nulegal GmbH","terms":"https://recht.nulegal.eu/nutzungsbedingungen","attribution":"Source: nu:legal – recht.nulegal.eu","license_url":"https://recht.nulegal.eu/license","url":"https://recht.nulegal.eu/rechtsprechung/bverwg/2004-12-01/10-b-70-04","retrieved":"2026-10-24 07:33:04.292395+00:00"},"card":{"id":"bverwg/2004-12-01/10-b-70-04","court":"BVerwG","court_id":"bverwg","court_as_stated":"Bundesverwaltungsgericht","panel":"10. 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